Singles sterben früher! Von (toxischen) Beziehungen, Dating, Hormonen und Gesundheit…

Chris Eikelmeier Physiotherapeut Psychoneuroimmunologie Athlet

Von Chris Eikelmeier

Kommentare

0
Liebeskummer Liebessucht Wahre Liebe Gottman Hemschemeier

Es ist zwar weitaus besser, allein als in schlechter Gesellschaft zu sein und es ist vermutlich so, dass du nie einsam bist, wenn du gut allein sein kannst und dir selbst genug bist – und vermutlich bist du wirklich auch meist allein in deinem Leben, auch wenn jemand da ist – aber, ABER, lass uns nicht im Definitions-Chaos verlieren, sondern mal der Frage nachgehen, warum Singles tendenziell früher sterben, warum Singles eventuell sogar oft kränker sind, warum (tiefe) (Ver)Bindungen für uns Menschen essenziell sind und warum der Mensch nicht dafür gemacht ist, allein, einsam und ohne Partner zu sein. Bock?

Auf den nächsten >36 Seiten kommt einen Blick auf (toxische) Beziehungen, (toxische) Freundschaften und Bindungen im Bezug zu Gesundheit aus Sicht der Psychoneuroimmunologie und meinen Erfahrungen als Mensch und Coach. Warum? WEIL DIESES THEMA MEGA WICHTIG IST und uns alle betrifft! Auch in der Therapie, für Patienten, für Gesundheit als Ganzes. Ein Thema was selten wirklich tief (in der Gesundheitsberatung) besprochen wird und ich hoffe es hilft dem ein oder anderen!

HINWEIS: Ich schreibe diesen Text nicht über irgendwen, sondern über etwas: über Dynamiken, die fast jeder kennt. Manchmal in recht „derber Sprache“, nicht als People Pleaser. Ich denke Menschen, die Chaos in der Beziehung oder bei einer Trennung erleben oder erlebt haben, verstehen die teilweise „emotionale“ Ausdrucksweise. Ich wähle manchmal die männliche, manchmal die weibliche Form und du kannst jederzeit männlich und weiblich miteinander austauschen, ohne, dass der Inhalt dadurch verändert wird. Und natürlich spreche ich niemanden persönlich an, sieh also ein „Schimpfwort“ immer mit einem Augenzwinkern und Schmunzeln als Stilmittel, nicht als tatsächlichen Angriff, nichts liegt mir ferner als das. Solltest du dich angesprochen fühlen, sind das vermutlich deine eigenen Issues die du noch nicht aufgearbeitet hast. Im Stoiziumus sagt man:

Diejenigen, die nicht mit Aufmerksamkeit die Bewegungen ihrer eigenen Seele, Gedanken und Handlungen folgen, geraten notwendig ins Unglück.

In dem Sinne: Viel Spaß beim Lesen, Reflektieren und Weiterschicken!

Früher hast du dir in die Hosen geschissen…

… und dann kam Mama und hat dir die Windeln gewechselt. War das keine schöne Zeit? Du musstest dich um nichts kümmern. Liegst da, krakeelst etwas, gibst irgendwelche verrückten Laute von dir und alle finden das süß, steckst dir deine eigenen Füße in den Mund und dann scheißt du dich so richtig ein und dann kommt jemand und macht dich sauber, gibt dir Essen und wenn du dann ein „Bäuerchen“ machst und jemanden quer über die Schulter kotzt, dann wird auch nochmal geklatscht. Was ich sagen möchte?

Menschen sind von Geburt an auf BINDUNG ausgelegt – ohne Bindung würdest du einfach untergehen und mit vollgeschissenen Windeln verhungern. Es gäbe keine Menschen. Gemeinsam sind wir stark? Zumindest DEUTLICH stärker. Wir können durch Bindungen nicht nur Wissen und Technologie austauschen, uns beschützen und unterstützen, sondern ganz tief drin endokrino- und neurophysiologisch brauchen wir das sogar und das fängt beim Säugling an und geht weiter bis ins hohe Greisenalter.

Eins der ersten Probleme: Kinder sind auf ihre Eltern angewiesen, umgekehrt ist das nicht so! Diese Diskrepanz kann schon zu unterschiedlichen Problemen führen, weil das „Kind in dir“ das noch nicht rational bewerten kann und oft folgendes denkt: Ok, Mama und Papa sind scheiße zu mir, also mache ich etwas falsch und bin nicht liebenswert. NEIN! Oft war Mama und Papa scheiße zu dir, weil sie scheiße waren und du kannst gar nicht dafür (sage deinem inneren Kind das).

windeln

Ist das Bild drüber oder witzig? Ich war mir unsicher. Aber dazu erzähle ich gleich nochmal etwas.

Einer der Vermittler für deutlich bessere Gesundheit ist unser Hauptbindungshormon Oxytocin – dazu erzähle ich dir auch gleich noch mehr. Dieses wird primär über Hautkontakt ausgeschüttet und hat einen Einfluss auf Schmerz, Stress, Sexualhormone, Blutdruck, Schlaf, Knochendichte, naja du siehst schon: Is´ wichtig.

In diesem Artikel möchte ich also über das Thema Beziehungen und Liebe sprechen – vor allem in sehr praxisrelevanter Form. Warum? Naja, weil es uns wie gesagt alle betrifft, wir das dummerweise nirgendswo lernen und dieses Thema vermutlich mehr mit Gesundheit und Zufriedenheit zu tun hat als Ernährung oder Sport – ja, ich weiß, ist alles wichtig; Sex gleicht natürlich keinen Zinkmangel aus, aber: Is´wichtig.

Wobei diese beiden, also Sport und Ernährung, natürlich auch extrem wichtig sind – aber hast du schon mal so RICHTIG MOTIVATION gehabt, dich sauber zu ernähren, wenn du dich einsam fühlst? Oxytocin ist nämlich auch ein Sättigungshormon! Bist du einsam, isst du zweimal – oder so.

Warum mich das Thema so interessiert? Naja, das ist meine tägliche Praxis. Ich sehe bei meinen Patienten in meiner Beratungspraxis für Psychoneuroimmunologie – aber auch in der Physiotherapie – soooo oft Menschen, die bei diesem Thema ins Stocken kommen und, dass dieses Thema oft einen großen Teil des eigentlichen (Gesundheits-) Problems darstellt. Nicht nur, dass BUMSEN schmerzlindernd ist – Zweisamkeit „entstresst“ und wirkt sich nicht nur positiv auf dein Ernährungs- und Schlafverhalten aus, sondern auch auf Schmerz und Wundheilung. Und der zweite Grund, weshalb ich mich gerade damit vermehrt beschäftige ist, weil ich seit kurzem Single bin und wie soll ich es nett ausdrücken?

Ciao Kakao.

Viel mehr ist dazu eigentlich gar nicht zu sagen.current relationchip status dinner for two memeBevor ich dir aber etwas zu „funktionierenden Beziehungen“ erzähle – und warum du vielleicht noch immer Single bist und was du dagegen tun kannst – möchte ich dir über „Umwege“ erklären, warum Single sein, so geil wir uns auch fühlen, wenn wir „immer machen können, was wir wollen“, vermutlich weniger mit Gesundheit und „wahrer Erfüllung“ zu tun hat, als wir uns das einreden.

Ich selbst dachte immer, dass ich ja alleine eeeecht gut klar komme und niemanden brauche – ja, ist auch so. Ich „brauche“ niemanden, aber mit jemandem ist es schöner.

„Brauchen“ ist auch immer eine sehr schlechte Voraussetzung z. B. für den „Dating-Prozess“ und langfristige Beziehungen: Warst du schon mal hungrig einkaufen? Du packst dir ALLES, WAS DU NICHT HABEN WILLST, IN DEN EINKAUFSWAGEN! Leider ist das beim „hungrig daten“ sehr ähnlich. Kurz zu Anfang, bevor wir – notwendigerweise? – etwas abschweifen, solltest du dir bewusst werden, wer du bist, was du willst – und beschäftige dich bitte mit DEINEN THEMEN, deinen Bedürfnissen, Zielen im Leben usw., bevor jemand anders dir dazu einen Blogartikel schreiben muss.

Mach dir deine „Einkaufsliste“ und dann gehst du „auf die Pirsch“. Einkaufsliste? Ja, ganz ehrlich, bist du 12 oder was? Wenn du nicht weißt, was du willst, weißt du nicht, wonach du „Ausschau“ halten musst. Unter uns? Du musst nicht „das erste Date heiraten“ und auch nicht deinen ersten Freund, auch wenn sich das sehr romantisch anhört, aber „statistisch“ scheint es so zu sein, dass wir mehrere 100 Menschen kennenlernen müssen, damit wir „den/die“ Richtige(n) finden. Also hör auf zu idealisieren und mach deine „Einkaufsliste“! Schreib deine Bedürfnisse auf, deine „No-Go´s“, deine Vorlieben, deine Ziele. Und wenn jemand deine Bedürfnisse und deine „Bedingungen“ nicht erfüllt? Dann YOLO, es gibt vermutlich jemanden da draußen, der/die es tun würde. NATÜRLICH sollte es nicht komplett abgefuckt und irrsinnig sein – ich schreibe diesen Artikel nicht für Triebtäter oder Fetischisten, die sich in den Mund scheißen und gegenseitig verletzen wollen – sondern für Menschen, die den/die richtige(n) noch nicht gefunden haben und vielleicht gar nicht so genau wissen, wieso eigentlich?

Also nochmal, das war die Einleitung: In dem Sinne – Happy-Lesestunde (und vertragt euch!)!

Warum Verbindung für Menschen so wichtig ist!?

Lee et al. beschreiben 2009 in einer Studie Oxytocin als „Great Facilitator of Life“ – die Ausschüttung ist eng mit sozialen Bindungen, Fortpflanzung und Bewältigung von Stress – und damit verbundenen Erkrankungen – verknüpft. Oxytocin wird durch folgende Dinge ausgeschüttet:

  • Romantische Bindung bei frisch Verliebten
  • Zärtliche Berührungen (vermutlich weniger würgen beim Sex, mehr wirklich schöne Zweisamkeit, langsam, zärtlich, vertraut, zusammen)
  • Sex und Orgasmus (bei Männern UND bei Frauen: Weniger Orgasmus = weniger Verbindung)
  • Soziale Unterstützung
  • Geburt und Stillzeit sowie mütterliche Bindung
  • In Extremsituationen kann Oxytocin als „Gegenspieler der Stresssysteme“ das Gleichgewicht ein wenig wahren

Oxytocin (OXT) wirkt als pleiotropes Peptid, es wirkt sich positiv auf den Knochenstoffwechsel (Osteoporose) und die Muskelanabolie aus, es reduziert Stress, Appetit und Nahrungsaufnahme (Lawson et al. 2024, Lee et al. 2009, Plessow et al. 2018, Tamma et al. 2009, Carter 2024). Oxytocin dämpft beispielsweise unsere HPA-Achsen (Stresssysteme), hilft bei der Verarbeitung emotionaler Informationen (du kommst mit Freunden und Verbindung besser mit „miesen Ereignissen“ klar), es reduziert die Aktivität der Amygdala (Angstsystem) und erhöht das Vertrauen (in dich und andere) (Kirsch et al. 2005, Di Simplicio et al. 2008, Torner et al. 2017, Baumgartner et al. 2008). Ja, auch der Orgasmus funktioniert besser, wenn du eine bessere Verbindung hast (Lee et al. 2009, Carter et al. 2020), naja, oder Verbindung zulässt.

Oxytocin Gesundheit

Bildquelle: Pampanella, L.; Petrocelli, G.; Forcellini, F.; Cruciani, S.; Ventura, C.; Abruzzo, P.M.; Facchin, F.; Canaider, S. Oxytocin, the Love Hormone, in Stem Cell Differentiation. Curr. Issues Mol. Biol. 2024, 46, 12012-12036. https://doi.org/10.3390/cimb46110713

Ein One-Night-Stand ist sehr aufregend, klar – was die Aufregung weiter verschärft, ist die Blut- und Urinuntersuchung und der Abstrich danach, um zu schauen, welche Art von Schanker du dir eingefangen hast – aber VERBINDUNG ist wirklich GEIL!

Naja, Oxytocin hat neuroprotektive, anti-inflammatorische und immunsystemregulierende Wirkungen und hat eine heilsame Wirkung auf Gewebe und Verletzungen (Carter et al. 2002, 2022, Lee et al. 2009). Ein Mangel an diesem Hormon korreliert z. B. mit Darmproblemen, Darmentzündungen und schlechterer Schleimhautintegrität (Carter et al. 2020, 2022), bei Mäusen verbessert es  z. B. die Darmgesundheit und Leaky Gut (Welch et al. 2014, Okumura et al. 2022). Es wirkt schmerzlindernd (Lee et al. 2009, Ito et al. 2019), „reguliert das autonome Nervensystem“, indem es die Vagusaktivität fördert, macht dein Gedächtnis und deine Lernfähigkeit besser und… wie du siehst: ALLE Krankheiten werden durch VERBINDUNG positiv beeinflusst!

Oxytocin ist also ein wichtiges Hormon und auch ein „Stress-Killer“ – es hilft z. B. negativen Lebenserfahrungen entgegenzuwirken und die Anfälligkeit für psychiatrische Erkrankungen und Gesundheitsprobleme zu senken (Carter et al. 2020).

Gestörte soziale Beziehungen und frühe widrige Erfahrungen (z. B. Kindesmissbrauch oder andere Dinge im Elternhaus u. v. m.) können zu langfristigen negativen physiologischen und psychologischen Auswirkungen führen, was teilweise auf eine gestörte Signalübertragung von Oxytocin zurückgeführt werden kann (Pohl et al. 2018). Frauen mit einer Geschichte von Kindesmissbrauch zeigten z. B. niedrigere Oxytocin-Konzentrationen im Liquor cerebrospinalis (Carter et al. 2020) – und „Missbrauch“ bedeutet nicht nur körperlich oder sexuell, sondern auch Vernachlässigung, fehlende Liebe und Support sind hier vielleicht sogar häufigere – v. a. auch unbewusste – Möglichkeiten.

Einsamkeit, Beziehungen und der Einfluss auf die Mortalität

Einsamkeit (loneliness) sagt tatsächlich Morbidität und Mortalität voraus (Shankar 2023)!

Die wahrgenommene soziale Isolation ist beispielsweise ein signifikanter Prädiktor für erhöhte Morbidität und Mortalität (Shankar 2023) und sowohl subjektiv empfundene Einsamkeit (loneliness) als auch objektive soziale Isolation (social isolation) sowie das Alleineleben (living alone) sind signifikante Prädiktoren für ein erhöhtes Mortalitätsrisiko bei älteren Erwachsenen (Nakou et al. 2025). Eine Metaanalyse von Naito et al. aus dem Jahr 2023 ergab z. B., dass soziale Isolation mit einer Hazard Ratio von 1,33 für die Gesamtmortalität verbunden ist. Und auch der Status, nie verheiratet gewesen zu sein, ist stärker mit der Entwicklung schlechter Gesundheitsbedingungen verbunden als eine Scheidung oder Trennung (Pohl et al. 2018). Es geht dabei vermutlich nicht um die Heirat an sich, sondern darum, dass die, die heiraten, prinzipiell ja eine längere und eher tiefere Bindung haben/hatten. Die negativen Auswirkungen von Einsamkeit akkumulieren über die Zeit, was darauf hindeutet, dass chronisch einsame Erwachsene ein stärker ausgeprägtes Sterberisiko haben (Shankar 2023).

Also es ist vermutlich wirklich so: Singles sterben früher!?

Und wie es dazu kommt? Naja, u. a. ist zu wenig Bindung mit zu wenig Oxytocin verknüpft und weil Oxytocin gut ist, ist zu wenig davon halt nicht gut. Aber schauen wir uns das genauer an.

Gesundheitsparameter, die durch Einsamkeit negativ beeinflusst werden

Einsamkeit führt zu einer Überaktivierung der Stresssysteme und dieses System ist quasi allen anderen Systemen „übergeordnet“. Einsamkeit führt dadurch u. a. zu einer Über-Expression proinflammatorischer Gene und ist mit Immunstörungen verbunden (Shankar 2023). Das Sich-Verlieben (falling in love) hingegen ist mit einer Regulation der Immunsystem-Genexpression verbunden (Murray et al. 2018). Einsamkeit ist mit einem erhöhten systolischen Blutdruck assoziiert und beschleunigt dessen Anstieg über die Zeit (Shankar 2023) und erhöht somit natürlich das Risiko für weitere kardiovaskuläre Erkrankungen (Yanguas et al. 2018).

Einsamkeit korreliert mit beeinträchtigter kognitiver Leistung und kognitivem Rückgang und stellt ein erhöhtes Risiko für Alzheimer dar. Und einsame Personen zeigen eine höhere Wahrscheinlichkeit, körperliche Schmerzen zu entwickeln (Macchia et al. 2025) – psychologischer Stress ist dabei ein wichtiger Mediator zwischen Einsamkeit und körperlichen Schmerzen und ja, man kann sich vorstellen, dass Einsamkeit auch mit vermehrter Angst und Depressionen assoziiert ist (Lasgaard et al. 2011).

Interessant ist es auch, dass „sich alleine fühlen“, auch wenn man gar nicht alleine ist, zu einer kognitiven Verzerrung führen kann, mit dem Gefühl der Unsicherheit, so, dass die soziale Welt als bedrohlicher wahrgenommen wird (Shankar et al. 2023).

Warum du eigentlich Single bist?

Studien zeigen, dass Faktoren wie Aussehen, Intelligenz, Status oder Bildung tatsächlich keinen direkten Einfluss darauf haben, ob jemand überhaupt in einer Beziehung landet (sie beeinflussen eher, bei wem man landet).

Witz Liebe Meme

Klar ist Attraktivität wichtig. Aber scroll mal auf Insta hoch und runter? Da sind ALLE GEIL. Scroll mal durch (m)einen Feed bei Insta – du siehst nur geile Ärsche, fette Muskeln, alle haben keinen Körperfettanteil, tragen schöne körperbetonende Kleidung (nutzen Filter und alte Fotos) und du, du würdest wahrscheinlich JEDE PERSON davon daten und f… und was entscheidet dann, ob ihr langfristig zusammenbleibt? Ob ihr Spaß miteinander habt, euch unterhalten könnt, euch versteht, die gleichen Werte und eine ähnliche Lebensgestaltung teilt, ob ihr euch wohl miteinander fühlt, ähnliche Interessen habt – und nicht zuletzt natürlich Loyalität, Ehrlichkeit und andere „von der Attraktivität total unabhängige Werte“.

Aussehen ist der „Startschuss“, aber den „Marathon der Liebe“ gewinnst du nicht mit gemachten Titten, schicker Schminke oder deinem Testo-Körper – sondern mit guten Laufschuhen. Oder… du weißt was ich meine!

Ja, ich weiß, altmodisch… für diejenigen, die einfach nur flackern wollen, ist das vllt. ausreichend, aber persönlich bin ich davon kein riesen Fan, sondern stehe auf tiefe Verbindungen und „langfristige Sättigung“, statt oberflächlicher „Snacks“, um beim Beispiel des „hungrig Einkaufens“ zu bleiben.

Versteh mich nicht falsch, die armen Teufel, die nicht wissen, dass sie Bindung wollen, ABER (NOCH) NICHT KÖNNEN, sind ja genauso arm dran.

Also was sind die Faktoren für Männlein und Weiblein, um in einer Beziehung zu landen?

Einige Studien zeigen, dass es bei Männern der selbstwahrgenommene Partnerwert, eine hohe emotionale Stabilität und „Mut“, wenn man so will ist – also quasi Selbstbewusstsein und die Initiative zu ergreifen – was dich aus dem Single-Dasein herausholt. Klar wirst du Körbe kassieren, aber ohne geht’s nicht: Die Traumfrau wird vermutlich nicht bei dir ans Kellerfenster klopfen, während du dir einen abschlackerst, und fragen, ob sie dir helfen kann. Und ich sage das auch genauso meinen Patienten: Ich habe immer mal einige unfreiwillig ungebumste Männer Ü30 zur Behandlung wegen chronischen Schmerzen und anderen Gesundheitsstörungen!!! DAS HAT EINEN EINFLUSS!!!

Frauen profitieren auf der anderen Seite davon, weniger selektiv zu sein! Einige Studien zeigen, dass sehr selektive Frauen eine um 59 % geringere Beziehungschance haben. Das bedeutet nicht, dass man jedem eine Chance geben sollte, aber ja, was weiß ich schon, das wird halt in den Studien so gezeigt. Frauen, die harmonieorientierter sind, landen auch schneller in einer Beziehung.

Für beide Geschlechter sind gute „Flirtfähigkeiten“ wichtig – eine Verbesserung dieser ist mit einer über 3-fach höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, in einer Beziehung zu landen (Apostolou et al. 2020, Fisher et al. 2021, Walsh et al. 2022). Kennt jeder aus der Jugendzeit, oder? Diejenigen, die besoffen die Mädls angequatscht haben, egal was das für Ottos waren, haben auf jeden Fall mehr abgeschleppt als diejenigen, die einfach nur cool und kopfnickend in der Ecke standen. Sei halt einfach kein Otto und quatsch trotzdem mal jemanden an. Wobei Flirtskills sind dann nicht: „Hey, na?“ – sondern eher etwas „cheeky“ ohne zu beleidigen. „Hi, ich bin Chris und wie geht deine Hose auf?“ – nicht ganz, aber du verstehst mich sicher.

Doch Obacht: „Mutig sein“ bedeutet nicht „vergeblich auf die Suche gehen“ – wenn du wirklich in dir ruhst und selbstsicher bist, dann scheißt du ja quasi drauf – du nutzt nur eine Gelegenheit, wenn sie sich ergibt, ohne, dass du vergeblich wie ein Creep alle Mädls im Fitnessstudio ansprichst – „hey, na, du hast ja grad gesehen, dass ich hier jede anquatsche und nur Körbe kassiere, wie is´mit dir, Bock auf´n Proteinshake?“. Vermutlich würde dieser Spruch auch tatsächlich funktionieren (wenn du einen Shake von Götterspeise anbietest und weil das voll witzig ist; ich weiß gar nicht, wieso ich grad Single bin)…

Das Problem dabei, eine wirklich erfüllende Beziehung zu führen, ist, dass der potenzielle Partner – die Partnerin –, den du da anquatschst, auch dafür geeignet ist. Nur weil lange Haare, schön gemachte Fingernägel und Brustmuskeln so weit das Auge reicht, bedeutet das nicht, dass DAS DEINE SEELENVERWANDTSCHAFT IST! In den ersten 3–6 Monaten checkst du sowieso nicht, was los ist – die ganzen Marotten der „Bindungsgestörten“ und „Freaks“ bemerkst du erst später. Daher ist es wichtig – die Hormone vernebeln dich ja sowieso – in den ersten 6 Monaten ABSOLUT NICHTS MERKWÜRDIGES ZU AKZEPTIEREN! Ein Bekannter von mir sagte mal: „Wenn’s schon Scheiße gibt, bevor es Scheiße ist, dann ist Scheiße“ – so ist das: Es sollte keine Dramen geben, keine endlosen Diskussionen und eigentlich sollte es in den ersten 6 Monaten keine „merkwürdigen Probleme“ geben – keine anderen Männer oder Frauen, es sollte Commitment, Loyalität und Ehrlichkeit und saubere Kommunikation existieren. Wenn da irgendwas komisch ist: Geh weiter, das erspart dir ein Schrecken ohne Ende und zeitgleich ein Ende mit Schrecken.

Und erinnerst du dich an diesen Abschnitt von ganz oben? „Mach dir deine „Einkaufsliste“ und dir über deine Ziele, Bedürfnisse und dich selbst Gedanken“?

Paartherapeut und Diplom-Psychologe Christian Hemschemeier nennt dieses Konzept – ist ja eigentlich nichts Neues, aber man sollte es sich einmal wirklich bewusst machen Standards und Dealbreaker. Erkläre ich dir!

Kenne dich und weiß, was du willst: Standards und Dealbreaker

Es ist nämlich erstmal scheißegal warum – wenn deine Bedingungen, die du für dein Wohlbefinden benötigst, nicht eingehalten werden, dann gehst du – du darfst den Dating-Prozess jederzeit beenden. Klar spielen diese Dinge auch in längeren Beziehungen eine Rolle – aber hier wird doch hier und da mal ein Kompromiss gemacht, ohne dass du dich zu sehr verbiegen musst. Aber im „Datingprozess“ solltest du nichts akzeptieren, was du nicht wirklich willst.

Was Standards sind? Naja, so der „grobe Rahmen“, wie du dir deine neue Partnerin vorstellst: Macht Sport, raucht nicht, sieht gut aus, schnarcht nicht, schreibt nicht erst 48 Std. später zurück, kommt nicht zu spät, nimmt dich nicht nicht in den Arm, gleiche Hobbys, Granate im Bett, bügelt gerne, hat einen Papagei, hat Schuhgröße 48, lange blonde Haare (auf der Brust)… – tob dich aus! Alles, was du gerne hättest, schreibst du hier hin. Danach guck nochmal durch und überleg, was hier wirklich realistisch und wirklich wichtig ist. „Ist sehr ordentlich“ ist zwar nett, aber was genau bedeutet das? Vorsicht aber vor Überstandards und unrealistischen Vorstellungen.

Diese Standards sind zu kleineren Teilen auch verhandelbar – wenn sie dann nicht Schuhgröße 48, sondern 52 hat, könntest du sagen „ok, das passt noch“.

Bei den Dealbreakern sieht es anders aus: SIE HAT KEINEN PAPAGEI!

Nein, also beim Dealbreaker da beendest du den Datingprozess oder die Beziehung. Ein Dealbreaker könnte Gewalt sein, Beleidigung, Untreue, Illoyalität, Löcher ins Kondom stechen, extra die Pille nicht mehr nehmen oder aus heiterem Himmel ins Bett scheißen während du schläfst. Du machst dir natürlich deine eigenen Listen und Bedingungen!

Mir macht es gerade ziemlichen Spaß diesen Artikel zu schreiben und ich hoffe, abgesehen von den roten Ohren, amüsierst auch du dich. Haja. Ich muss selbst etwas schmunzeln und ich weiß, dass die Wortwahl teils ein wenig drüber ist und naja, zum jetzigen Zeitpunkt find ichs gut, ich schäme mich vielleicht später… also bei diesen Dealbreakern ist es vollkommen egal, WARUM der Partner das macht – du bist raus.

Du wirst vermissen, du wirst dich schlecht fühlen, betrogen fühlen und du würdest gerne zurück – die Hormone sind nicht rational. Aber wenn der Partner scheiße zu dir war, dann wird er es vermutlich auch wieder sein. Lass nicht alles mit dir machen – denn wenn doch, dann wird es vermutlich schlimmer werden. Habe Respekt, vor allem vor dir selbst!

Setze also deine Grenzen vor einer Beziehung und bevor du mit den „Dates“ startest – du musst wissen, wer du bist, was du willst, und erst dann kannst du wirklich einen Partner bzw. eine Partnerin finden, die wirklich passen „könnten“. Geht ja gar nicht anders? Alles andere ist pures Glück!!! Im Datingprozess würde ich da gar nicht groß diskutieren – spar dir „Beziehungsgespräche“, bevor es überhaupt eine Beziehung gibt, das wird vermutlich nicht besser werden wenn ihr länger zusammen seid.

Innerhalb einer langjährigen Beziehung würde ich aber das Gespräch suchen und gegebenenfalls sogar mit einem Paartherapeuten zusammen – manchmal gibt’s nur Missverständnisse oder „eigene Baustellen“, die man nicht so präsent hat und die eigentlich schnell gelöst werden könnten (außer man vögelt schon mit einem anderen während der Beziehung, dann ist das ein Dealbreaker und hat in meiner Welt auch keinerlei Respekt mehr verdient, ist aber leider keine Seltenheit, wie man immer wieder hört…).

Bindungsstile, Bindungsangst und sichere Beziehungen

Die Bindungstheorie (nach John Bowlby) ist fundamental für das Verständnis von Beziehungen. Sie besagt, dass unser Bedürfnis nach Nähe biologisch verankert ist, aber der Umgang damit stark davon abhängt, wie unsere primären Bezugspersonen in der Kindheit (auf uns) reagiert haben. Also das, was du bei Mama und Papa (oder anderen parental care takers) mitbekommen hast oder wie sich dir gegenüber verhalten wurde, das prägt unmittelbar deine Art, mit Bindung und Nähe umzugehen und wie sicher du wirst.

Tendenziell gibt es verschiedene Grundbedürfnisse, die auch einen Einfluss auf unsere Bindungsstile haben: Autonomie gegenüber Zugehörigkeit und Bindung, Nähe gegenüber Distanz.

Sicherheit und „Bindung“ spielt bei der Prägung – unter anderem über Regulation der Stresssysteme durch Oxytocin – eine wichtige Rolle. Fehlt diese „Sicherheit“, so sucht man sie meist später vielleicht noch irgendwie, irgendwo, obwohl man gar nicht genau weiß, was das für einen selbst bedeutet. Wurde man viel alleine gelassen, wird man vermutlich „autonomer“ und „distanzierter“ – auf die Beziehungen in der Kindheit konnte man sich ja nicht verlassen, also musste man lernen, dass Beziehungen nicht sicher sind. Oder andersherum: Man fängt an zu klammern, weil man Angst hat, dass man wieder alleingelassen wird.

Es gibt unterschiedliche Bindungsstile.

Der sicher gebundene Typ mit einem ruhigen Alarmsystem und einem Wohlgefühl bei Nähe und bei Distanz. Eine sichere Bindung ist neutraler, verlässlicher, keine Faxen, manchmal sogar etwas „kühler“, keine 20 Nachrichten am Tag, Vertrauen und Loyalität!

Der unsicher-vermeidende Bindungsstil, der Nähe eher als Gefahr wahrnimmt, Angst hat, sich in der Beziehung zu verlieren, sich eher zurückzieht und auf emotionale Distanz geht. Er verlässt sich auch ungerne auf den Partner und will immer alles selbst haben und machen. Es geht hierbei unter anderem auch um die eigene Unabhängigkeit.

Der unsicher-ängstliche Bindungsstil mit ständiger Angst, nicht genug zu sein oder verlassen zu werden, welcher jede Situation überanalysiert und eventuell klammert.

Und der desorganisierte Typ – ein ambivalentes Hin und Her von allem und noch mehr.

Und persönlich würde ich den Retter und das Opfer hier noch irgendwie einkategorisieren. Bzw. diese beiden fließen auch in das Thema Co-Abhängigkeit ein. Häufig ist hier drogensüchtige Partner der durch die Liebe des Retters geheilt werden soll oder eben der Retter, der dem Partner wie bei Pretty Woman von der Straße hilft und dann vermutlich als Gegenleistung ewige Liebe erwartet.

Schwache Menschen geben anderen die Schuld. Starke Menschen hinterfragen sich selbst.

Christian Hemschemeier, den ich ja bereits erwähnt habe, beschreibt diese Stile eher als Plus- und Minuspol bzw. fügt den Bindungsstilen dieses Attribut hinzu. Dabei ist beides erstmal wertfrei zu verstehen; es ist nur eine Beschreibung einer Dynamik zwischen 2 Menschen und es gibt dabei auch unterschiedlich ausgeprägte Abstufungen.

Der Plus- und der Minuspol

Menschen mit unsicheren Bindungsstilen neigen dazu, instabile Partnerschaften aufzubauen – wer hätte das gedacht? Häufig ziehen sich ängstlich Gebundene und vermeidend Gebundene gegenseitig an. Dies führt zu einem Teufelskreis oder Interaktionszyklus:

  • Der ängstliche Teil (oft als „Klammernder“ beschrieben, sucht Nähe und Klarheit?) ist eher der Pluspol, hat oft für vieles Verständnis, zu vieles und lässt dem Partner eventuell zu wenig Raum (vereinnahmend aus Angst davor allein zu sein?).
  • Der vermeidende Teil (zieht sich zurück, braucht Raum, fühlt sich überfordert durch Nähe) – eher der Minuspol – sucht eher nach Autonomie und möchte zwar enge Bindungen, kann sie aber nicht – er entwickelt oft einen sogenannten Schwächenzoom (Stefanie Stahl hat diesen Begriff meines Wissens nach geprägt): Mit diesem „Zoom auf die Schwächen des Partners“ wird dann eine Trennung gerechtfertigt, da sich primär nur auf die negativen Dinge konzentriert wird.

Ein häufiger Zyklus läuft so ab: Der Vermeidende findet es „zu nah“ und zieht sich zurück. Der ängstliche Teil bekommt Verlustangst und geht auf den Vermeidenden zu. Der Vermeidende mag aber die Nähe grad nicht und geht noch weiter weg – dieser Attacke-Rückzugs-Konflikt kann dann zu Streits, Trennungen etc. führen. Wenn dann getrennt wurde, kommt der Vermeidende oft auch wieder zurück – zumindest „emotional“ und macht sich Gedanken, ob die Trennung richtig war und der Verlustängstler freut sich, dass der andere wieder zurück kommt. Typische On-Off-Scheiße, auf die ich später nochmal genauer eingehe.

Der „verlustängstliche“ Pluspol müsste sich eher zurücklehnen und den Vermeidenden machen lassen, damit der wieder klarkommt und zurückfindet. Aber ist das die Lösung? Nein, eigentlich nicht. Beide „Pole“ sollten an ihren „Baustellen“ arbeiten. Der Verlustängstler bleibt ja oft auch in einer Beziehung, die nicht guttut! Wird eine Beziehung zu eng – will man z. B. zusammenziehen, steht die Heirat bevor, baut man ein Haus – dann gibt’s oft Probleme und der Minuspol kriegt kalte Füße, da Nähe bei ihm ja eher die Angst- und Stresssysteme aktiviert, natürlich unbewusst. Das kann sich dann auch in körperlichen Symptomen wie Reizdarm, Schmerzen, Schlafstörungen o. ä. widerspiegeln; also alle Symptomkomplexe, welche mit hyperaktiven Stresssystem in Verbindung stehen. Der Verlustängstler kriegt auf der anderen Seite Probleme, wenn der Partner mal 20min länger beim Einkaufen war, oder so. Beides führt zu Spannungen innerhalb der Beziehung und am Ende wie gesagt meist zu einer instabilen Partnerschaft.

Das ist den jeweiligen Statisten allerdings nicht immer bewusst. Der „Minuspol“ checkt’s ja selbst oft gar nicht (der Pluspol natürlich auch nicht; hier gibt es kein gut oder böse, sondern es geht nur um die Dynamik!). Er antwortet nicht, er arbeitet eventuell unbewusst mit Liebesentzug, hält auf Abstand und vermeidet klare Ansagen. Dieser emotional nicht verfügbare Partner macht’s aber nicht nur dem „Verlustängstler“ schwer, sondern auch dem sicher Gebundenen – denn irgendwann wird’s selbst dem zu bunt und er rutscht stärker in Richtung Pluspol und sucht nach Antworten. Eine „offene Beziehung“ haben zu wollen oder Blickkontakt während des Aktes zu vermeiden, kann eventuell schon auf einen eher vermeidenden Bindungstypen hinweisen, so die Annahme einiger Paartherapeuten und Psychologen.

Naja, der verlustängstliche Pluspol in seiner extremsten Ausprägung ist aber auch nicht immer geil – Kontrollanrufe, (extreme) Eifersucht, Misstrauen, unterstellen, naja, klammern und vereinnahmen, kann natürlich auch erdrückend für eine schöne Beziehung sein. Wenn du dem extremen Pluspol nicht alle 5 min ein Herzchen sendest, dann zweifelt der die Beziehung an und das kann natürlich auch extrem nervig sein. Ich erinnere mich: Auf einem Seminar von mir – ich hab’s gegeben und war da halt beschäftigt – hatte ich >16 Anrufe in Abwesenheit und mehrere Nachrichten und die Worte „ich weiß, wen du da grad fickst“ – naja, das war dann auch das Ende der Beziehung, auf so ein Theater hatte ich wirklich keine Lust.

Was ich sagen möchte? Die „Extremformen“ machen’s schwer, eine „sinnvolle“ und „erfüllende“ Beziehung zu führen, da es mehr „Dramen“ gibt als Quality-Time. Und unter uns? Ich persönlich will einfach eine ruhige und schöne Beziehung mit Liebe, Loyalität, tollen Gesprächen und wissen, da ist jemand, den ich mit allem, was ich habe, unterstützen darf und jemand, der mich mit allem, was er/sie hat, unterstützt. Fast fertig.

Drama ist nämlich keine Leidenschaft! Auch wenn es sich oft so anfühlt – immer Action, immer was zu tun, es wird nie langweilig. Drama ist meist das „Nicht-Haben“ – ich erkläre das gleich noch neurophysiologisch genauer – was unter anderem dopamin-gesteuert ist. Wir kennen es auch als heiß & kalt – an & aus. Was wir haben? Das wollen wir nicht mehr, zumindest fällt der Dopaminspiegel ab. Immer dann, wenn es weg ist, dann steigt das „Haben-wollen-Hormon“ Dopamin wieder an. Man könnte sagen: Einer sicheren Bindung fehlt nicht nur das Drama, sondern manchmal sogar etwas die Leidenschaft, und sie kann sich manchmal nicht nur „sehr ruhig“ anfühlen, sondern auch „langweilig“ – und je nachdem, was du aus deiner Kindheit kennst, kommst du damit halt (noch) gar nicht klar!!! Andersrum sind in Drama-Beziehungen die Dopamin-Kicks zwar da – ähnlich wie das Drogenhigh – aber die sind deeeeutlich kürzer als die Kack-Phasen, wenn man wirklich ehrlich zu sich ist. Das Problem: Im Nachgang erinnern wir uns dummerweise immer nur an den „Kick“. Wollen zurück und merken dann: Ok, ist eigentlich scheiße. Aber wenn das Dopamin nicht wäre – die Dauerschleife beginnt.

Wenn du dich wiedererkennst? Dann hör auf zu retten, hör auf das Opfer zu spielen, hör auf zu klammern und hör auch auf auf Distanz zu gehen und schau mal wo deine eigenen Anteile liegen und was du eigentlich wirklich willst, tust und kommuniziere das dann auch authentisch & vernünftig.

Liebe Verbindung Dopamin und Oxytocin

Bildquelle: Babková, J.; Repiská, G. The Molecular Basis of Love. Int. J. Mol. Sci. 2025, 26, 1533. https://doi.org/10.3390/ijms26041533

Ich denke tatsächlich manchmal (oft?) an meine „Drama-Beziehungen“, die ich verlassen habe, und muss mich dann immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen: JUNGE, DAS GING GAR NICHT, WAS WAR DA LOS! Es ist halt wie eine „Droge“, die dich „high“ macht, und es wäre unklug, nach deinem „Entzug“ wieder eine Kneipentour zu starten, weil du denkst, jetzt würdest du das im Griff haben (ich hatte es einigermaßen im Griff, aber man hätte auch ein paar Monate früher rausgehen können, aber längere Geschichte… EINFACH NUR IRRE [und unvergesslich…]!).

Es gibt also einen fließenden Übergang vom einen Extrem über eine sichere Bindung zum anderen Extrem.

Ob hiervon irgendetwas toxisch ist? Naja, ich möchte diesen Begriff nicht inflationär verwenden – wenn ich im weiteren Verlauf „toxisch“ sage, meine ich primär dysfunktionale Bindungen, ohne hierfür die genauen Gründe aufzuführen; die Gründe sind sowieso mannigfaltig und reichen von ein paar negativen Erfahrungen in der Vergangenheit bis zu extremen Persönlichkeitsstörungen oder mal, dass es halt einfach nicht matcht. Am besten ist natürlich eine Beziehung zweier sehr sicherer Partner, die sich im Klaren darüber sind, was sie wollen (aber wer weiß das schon?), die auch noch die gleichen Interessen und Vorlieben mitbringen – denn trotz all der Bindungsgeschichten muss man sich ja auch immer noch verstehen, anziehend und sich sexy finden, ähnliche Interessen und Gemeinsamkeiten mitbringen, sonst ist eine langfristige Beziehung vermutlich auch nicht erfüllend. Willst du Kinder, ja nein? Alleine diese Frage sortiert ja schon viele Partner aus.

Aber generell ist der „eher sichere Part“ oft „heilsam“ für die beiden anderen Extreme. Je mehr Sicherheit – von einem oder von beiden – in die Beziehung gebracht wird, desto besser die Beziehungsqualität. Allerdings gehen die Extremformen von Plus- oder Minuspol auch einem eher sicher gebundenen Partner mit der Zeit auf den Sack. Aber: Sicherheit, Konsistenz und Kongruenz, ist ja das, was in der Kindheit gefehlt hat und was zu den Extremformen geführt hat – so kann ein sicherer Partner auch alte Muster „korrigieren“ durch emotionale Verfügbarkeit, ausreichend Raum und Stabilität – damit das überaktivierte Stresssystem sich beruhigen kann und alte Muster – theoretisch zumindest – überschrieben werden können.

Aber Vorsicht: Oft willst du gar keine neue Geschichte schreiben, sondern suchst Bestätigung: Dein Gehirn sucht oft unbewusst nach Bestätigung für das, was du bereits glaubst („Confirmation Bias“) – egal wie falsch die Geschichte ist, die du dir erzählst, und das führt dann zur selbst erfüllenden Prophezeiung. Du suchst Fehler, du suchst Probleme, du suchst Bestätigung im Freundeskreis, nicht nach einer Lösung und das muss nicht bewusst ablaufen; wer nimmt seine Baustellen denn schon wirklich bewusst wahr?

Ein Beispiel?

Du fühlst dich unsicher in der Beziehung, obwohl es eigentlich gar keinen Grund gibt. Du hast einen loyalen und liebevollen Partner, einen ruhigen Alltag, genug finanzielle Ressourcen, eine gute Kommunikation, und trotzdem fühlst du dich unsicher und gestresst – diese Unsicherheit kommunizierst du, der Partner versteht es nicht, du fühlst dich bestätigt und bekommst noch mehr Angst und Unsicherheit – dadurch distanzierst du dich, der Partner reagiert weniger verständnisvoll und du wirst schon wieder bestätigt. Wichtig dabei ist immer die selbstkritische Reflexion der eigenen Anteile, Projektionen und Fantasien. UND DAS IST GAR NICHT SO EINFACH IMMER HERAUSZUFINDEN!

Ich erinnere mich dabei an einen Patienten, der eigentlich eine super Ehe hatte: 2 Kids, beide gute Jobs, Haus gebaut und er meinte, dass das irgendwie langweilig zuhause ist und sie ständig diskutieren müssen. Ich fragte, was er mit ständig meint? Er meinte, mehrmals im Monat. Ehm sagte ich: Kann es auch sein, dass du eigentlich eine normale und gut funktionierende Beziehung hast und es vielleicht normal ist? Was sind die positiven Seiten deiner Ehe? 

Darüber hatte er sich tatsächlich noch gar keine Gedanken gemacht! Es ging nur um das Negative.

Persönlich habe ich mit 22, dann nochmal mit 24, mit 26 usw. mehrere Aus- und Fortbildungen gemacht, wo es auch um diese Themen ging – sich selbst besser kennenlernen, seine Schwachpunkte finden, und glaub mir, da gibt es viele, und auch Jahre später, jetzt immer noch, entdecke ich „Löcher in meiner Aura“ (deine Rüstung?), welche bewusst oder unbewusst von anderen Menschen angegriffen werden bzw. die Interaktionen mit Menschen erklären und beeinflussen.

Alles toxisch oder was?

Begriffe wie „Narzissmus“ oder „toxisch“ werden leider oft inflationär verwendet. Manchmal ist die Beziehung einfach nur scheiße, manchmal passt es nicht, manchmal bist du mit einem Wichser (oder einer Wichserin…) zusammen und dann ist das auch gut, wenn man sich trennt. Ich möchte das hier gar nicht „diagnostizieren“ – ich möchte das eher als „egozentrisch“ oder „egoistisch“ oder „selbstliebend“ definieren. Wobei „selbstliebend“ ja erst mal etwas Gutes ist, solange es nicht auf Kosten der anderen Person ausgelebt wird!

Alles was ich hier schreibe soll dir dabei helfen selbstliebender zu sein, ohne jemanden anderen gegenüber boshaft zu werden. Kurz: Sei ein guter Mensch zu anderen, aber lass dich nicht verarschen und achte manchmal auch auf Nuancen und dafür hast du dir deine Standards & Dealbreaker ja zurechtgelegt: Da ist es egal WIESO jemand scheiße zu dir ist, du akzeptierst bestimmte Verhaltensweisen nicht mehr.

Und auch was das Thema „toxisch“ angeht, möchte ich gar nicht sagen, dass es toxisch ist, nur weil man streitet oder eine Meinungsverschiedenheit hat. Toxisch ist eher eine bewusste (oder unbewusste?) Manipulation des Gegenübers (oder sich selbst?), um „seine eigene Weste reinzuwaschen“ oder „seine Sicht als Wahrheit aussehen zu lassen“. Diplom-Psychologe und Paartherapeut Christian Hemschemeier schreibt in seinem Buch „Vom Opfer zum Gestalter“ folgendes:

„Häufig ist Menschen gar nicht bewusst, dass sie eventuell neidisch sind“ oder „Wenn man auf der „Täterseite“ steht, sieht man die Beziehung eventuell distanzierter, man sieht sich ja häufig nicht selbst als „Täter“, sieht häufig nicht, was man mit dem Partner anstellt, und will es oft auch gar nicht sehen“.

Der Vollständigkeit halber: Viele Paarberater und Psychologen sprechen bei negativen bzw. „toxische“ Beziehungs-Dynamiken über Beteiligung narzisstischer Persönlichkeitszüge oder auch der narzisstischen Persönlichkeitsstörung (aber auch Borderliner, Psychopathen, Machiavellismus und andere Problematiken mit stärker ausgeprägten dunklen Seiten der Persönlichkeit und hohem D-Faktor [Dark Factor of Personality = mach da gerne mal einen Test!!!]); wobei es mir hier nicht um die klinische Diagnose geht, die ist gar nicht so einfach zu stellen und die es in dieser Form bald eh nicht mehr geben wird. „Narzissmus“ soll hier nur stellvertretend für andere ähnliche Problematiken stehen – wobei viele psychoemotionale Diagnosen in Kombination auftreten, z. B. Bordis, Depression Narzissmus, Psychopathie, Histrionie und und und, überschneiden sich an vielen stellen – und ich möchte noch einmal klarstellen: Es ist scheiß egal WIESO du scheiße behandelt wirst, dafür nutzt du ab jetzt deine Standards und Dealbreaker, ok? Ok. Ich möchte dir dennoch ein paar (manchmal nur subtil wahrnehmbare) Red- und Yellow-Flags auflisten, nur für den Fall:

Narzissmus erkennen in Beziehungen

Es gibt unterschiedliche Typen und Ausprägungsgrade des Narzissmus, von leicht narzisstischen Zügen bis hin zu ausgeprägtester Persönlichkeitsstörung usw. usf., daher nur ein paar Generelle Infos zum Thema.

Also: Auffällig sind v.a. bei narzisstischen Zügen die Übertreibungen, Lügen, Täuschungen und sogar die Selbsttäuschung! Eine ausgeprägte Gier nach Bestätigung, Anerkennung und Selbstüberschätzung.

Denn in der Regel sind sich Narzissten ihrer Problematik gar nicht bewusst!

Narzissten selbst leiden primär unter den Folgen, wie z. B. Beziehungs- und Bindungsprobleme, anstatt das (eigene) narzisstische Verhalten als solches zu erkennen und der Partner der Narzisstin leidet ebenfalls unter den Folgen, oft längere Zeit unbemerkt. Frage also direkt schon im Dating-Prozess nicht nur, ob der Gegenüber Single ist (sooo traurig, dass das nicht mehr selbstverständlich ist!), sondern auch, wie lange die längste Beziehung ging!!! Immer nur kurze Liebschaften und vielleicht die Aussage, dass der / die Ex toxisch war und immer die anderen Schuld, sollte den Dating-Prozess schon fast beenden. Sagt dir jemand, dass er / sie Bindungsprobleme hat? Dann stimmt das vermutlich und dann würde ich vermutlich schon abbrechen. Hier ein Satz, der immer funktioniert und niemandem auf den Schlips tritt: „Ahhhh Mist, ich glaub ich habe die Klorolle falsch herum aufgehängt, ich muss sofort los, melde mich!“

Naja. Eine Diskussion mit jemanden der sich nicht in Frage stellt ist z. B. selten (erfolgreich) zu beenden und selten befriedigend, da es selten um eine Lösung geht, sondern um das Problem an sich und darum, einen Schuldigen zu finden. Häufiges kritisieren und Entwertung der anderen Person, bei geringer eigener Kritikfähigkeit (beim ersten Date schon Kritik?) sind definierend.

Denn der Narzisst ist ja perfekt (denkt er zumindest) und macht niemals Fehler, leugnet, bagatellisiert und manipuliert, bewusst oder unbewusst und vielleicht nicht immer mit böser Absicht, aber das ist egal: Dem Partner geht es dadurch zunehmend schlechter!

Stattdessen kommt es zu Schuldzuweisungen, statt die Schuld bei sich zu suchen! Es fehlt hier an Selbstwahrnehmung und auch Empathie für andere. Die Manipulation ist dem Narzissten allerdings oft, nicht immer, sogar bewusst und wird genutzt um sein eigenes Selbstkonstrukt aufrecht zu erhalten und teilweise werden auch gesetzliche Grenzen überschritten! Und glaub nicht, dass die Manipulation immer offensichtlich sein muss, denn eine gute Manipulation ist nahezu unsichtbar. Es läuft oft so subtil ab, dass du nach der Aufdeckung eigentlich nur noch den Hut vor diesen Spielchen ziehen kannst.

Interessant ist auch, dass oft andere Menschen ins Theaterstück eingespannt werden: Hier werden sogenannte fliegende Affen genutzt, um das Opfer weiter zu schädigen. Diese „Affen“ sind andere Menschen, die noch nicht realisiert haben, dass es sich um manipulatives Verhalten des Narzissten handelt. Was machen die Affen? Den Affen werden (falsche oder unvollständige) Geschichten erzählt, welchen sie nur zustimmen können und dann mitmachen bei der Beschuldigung und Beschämung der anderen Person (des „Opfers“); Narzissten erzählen oft Lügen und können anderen Menschen erzählen wie schlecht du bist. Sie können Wut auf dich entwickeln und würden alles versuchen um dich, also ihren „Gegner und Konkurrenten“ schlecht dastehen zu lassen, damit ihre Fassade der eigenen Überlegenheit beibehalten wird. Und dabei ist es auch nicht selten, dass das „Opfer“ sozial isoliert wird, denn die Umgebung des Opfers würde das von Außen früher bemerken und vermutlich helfend und stabilisierend einschreiten.

Neben dem Verlangen nach übermäßiger Bewunderung der eigenen Leistungen, welche meist als „besonders“ wahrgenommen und dargestellt werden (ohne, dass sie es im direkten Vergleich wirklich sind!), verhalten sich Personen mit dieser Störung oft ausbeuterisch (nutzen z. B. andere aus, um ihre Ziele zu erreichen) und sind häufig neidisch auf andere Personen oder glauben auch, dass andere neidisch auf ihn / sie wären. Alles was hier geschieht basiert oft auf einem geringen eigenen Selbstwert und einem extremen Bedürfnis nach Anerkennung (ob verdient oder nicht). Viele Narzissten gehören übrigens nicht zu den grandiosen Narzissten (erkennt man schneller: GOTT SEI DANK, DASS ICH DA BIN! WER WILL EIN AUTOGRAMM!?), sondern zu den verletzlichen, mit selbstzweiflerischen Grübeleien, niedrigem Selbstwertgefühl und sie empfinden es als Schwäche auf andere Menschen angewiesen zu sein. Einige Bücher zum Thema beschreiben, dass der grandiose Typ eigentlich nur will, dass er bewundert wird, der verdeckte oder verletzliche Typ im Gegensatz dazu, aber Menschen mit höherem Status „brechen“ möchte, um sich selbst größer fühlen zu können. Ob böswillig oder nicht juckt da aber nicht, das Ergebnis ist schäbig.

Egal mit welcher Bindungsstörung oder „Diagnose“ du es zu tun hast, hier gibt es auf jeden Fall immer schön Drama und es wird sicher nicht langweilig (schön wirds aber auch nicht).

Interessant finde ich auch folgendes: Es ist zwar nicht jeder Narzisst ein Psychopath, allerdings teilen beide oft ähnliche Merkmale wie einen Mangel an Empathie und Manipulationsfähigkeiten und es scheint so zu sein, dass sie sich über unbewusste Sprachmuster auch gegenseitig erkennen und oft nicht mögen! Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist, dass Psychopathen oft berechnender und emotionsloser sind, während Narzissten eher ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Aufmerksamkeit haben.

Alle diese Konstrukte sollen, so die Studien zum Thema und Aussagen erfahrener Psychologen und Paarberater, fast wie eine Schablone verwendet werden können. Was ich da teilweise durch Patientengespräche mitbekomme, ist zu Teilen wirklich unglaublich! Also denke dran: Ist es komisch im Dating-Prozess, werde hellhörig. Verletzt jemand deine Standards und hilft es auch nicht, wenn du diese thematisierst, darfst du ohne schlechtes Gewissen auch aussteigen.

Apropos Neid: Neid, Missgunst und Konkurrenzdenken statt gegenseitige Unterstützung, scheint in (toxischen) Beziehungen und Freundschaften ebenfalls eine große Rolle zu spielen! Und das ist beispielsweise schon der Inbegriff der Toxizität. Lass uns Gemini mal antworten: „Ständige Konkurrenz in der Beziehung ist toxisch, da sie den Partner (unbewusst) herabsetzt, sein Selbstwertgefühl schwächt und zu (unbewusster) psychischer Gewalt führt. Anstatt ein Team zu sein, herrscht ein „Duell-Modus“, der zu Unsicherheit, Abhängigkeit und Isolation führt, weil ein Partner den anderen kleinmacht, um sich selbst besser zu fühlen.“

Ich erinnere mich noch an einen Kollegen, der recht strange reagierte als ich sagte: Hey, ich lauf grad eine tiefe 11er Zeit auf 100m, wie geil wäre es eine 10er zu laufen? Da kam nur ein: Schaffst du eh nicht. Ja wenn das mal nicht toxisch ist????? Natürlich kann das motivierend gemeint sein. Aber will man so etwas hören, wenn man jemanden voller stolz erzählt, was man grad erreicht hat? Ich bin zumindest nicht so.

Toxisch korreliert meist auch sehr stark mit der „Fantasie“. Eine toxische Beziehung ist quasi ein Fantasieraum und nicht die Wirklichkeit. Du wirst da oft nicht von ganzem Herzen geliebt, Loyalität spielt dort keine riesige Rolle, es wird gelogen, betrogen, es kommt vielleicht sogar zu Gewalt, ein hin und her, kein Commitment und du redest dir ein, dass es eine super tolle Beziehung ist? Das ist pure Fantasie! Ein Wechsel zwischen „Love Bombing“ (du bist die eine, nur mit dir will ich… oder ein ICH LIEBE DICH beim zweiten Date…) und „Abweisung“ („Schatz, ich denke, wir brauchen mal Abstand“) ist nicht selten.

Nicht vergessen: Dieser Abschnitt ist voller Yellow (und Red) Flags, welche du nicht einfach so dulden solltest. Dafür noch einmal zur Wiederholung: WIESO jemand scheiße zu dir ist ist egal, es bedarf dafür keine Diagnose und auch keinen Grund – ist jemand scheiße zu dir, missachtet jemand deine Grenzen, deine Standards, deine Bedürfnisse und deine Dealbreaker, dann ziehst du daraus DEINE Konsequenzen. Du entscheidest selbst, was du für eine Beziehung führen möchtest!

Wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht!

Betrifft es dich aber selbst und merkst du, dass du irgendwie immer mit ähnlichen Partner zusammen bist ODER hast du immer nur kurze Liebschaften und fehlt es an wirklicher Tiefe? Dann versuch da wirklich offen und ehrlich mit dir zu sein. Fehler einzugestehen ist kein Fehler, sondern oft die Lösung und das Ziel, für wirklich tiefe, liebevolle und langfristig stabile zwischenmenschliche Beziehungen!

Wahre Liebe

Und: Oft ist ja auch noch nicht mal die Beziehung die so toll war oder ist, sondern unsere Gedanken darüber, unsere Vorstellungen, die Illusion und unsere Fantasien, die wir uns „zusammenspinnen“ – das geht zum Positiven wie auch zum Negativen. So kannst du ein und dieselbe Beziehung, je nach deinem Filter, je nach deiner Perspektive, als „das ist sie“ sehen oder eben als „der geht gar nicht“.

Dieses Glas halb leer oder halb voll Beispiel ist gar nicht mal sooo dumm: Du kannst dich freuen, dass du in deiner Tasse noch einen Schluck Kaffee hast ooooder du kannst dich ärgern, dass die Tasse schon wieder fast leer ist. ES IST DIE GLEICHE SITUATION ABER DEINE BEWERTUNG VERÄNDERT DEINE INNERE WELT!

Naja. Und ich meine gar nicht so sehr, dass wir alle unterschiedlich sind und andere Vorlieben und Bedürfnisse haben – das ist so und auch vollkommen ok –, sondern, dass wir wirklich über bewussten Wechsel unseres „inneren Filters“ die Dinge ganz anders wahrnehmen können: Where attention goes energy flows! Denn: Die Geschichte, die du dir erzählst, ist nicht immer vollständig wahr oder um Kurt Krömer zu zitieren:

„Glaub nicht alles, was du denkst!“

… das betrifft nicht nur romantische Beziehungen!

Doch Vorsicht, was ich hier schreibe, betrifft nicht nur romantische Liebesbeziehungen, sondern auch „normale Freundschaften“. Ich hab das in Gänsefüßchen gesetzt, weil es leider häufig vorkommt, dass eigentlich nur jemand von dir profitieren möchte und gar nicht dein Freund oder deine Freundin ist – und solange du schön die Fresse hältst, ist auch alles in Ordnung. Ab dem Zeitpunkt, an dem du nicht mehr mitmachst, geht meist auch die „Freundschaft“ den Bach runter. Aber dann ist auch egal – lass dich nicht ausnutzen. Ich erinnere mich an einige Leute, die ich wirklich hart unterstützt habe und wirklich kein Wichser war, die aber anfingen, schlecht über mich zu reden – und hey, ich kenne so viele Leute und teilweise sind meine Patienten und Kunden mir gegenüber loyaler als die, die ich mal als „beste Freunde“ bezeichnet habe – meistens, weil da irgendwas mit Neid und Missgunst eine Rolle gespielt hat. Das haben dir mir teilweise im Nachgang auch gesteckt. Auch kamen Klienten (= Kunden!) auf mich zu und haben mich gefragt, wieso XY so schlecht über mich redet? Das ist kein schönes Gefühl UND ein Dealbreaker für diese „Freundschaften“.

Beispiel? Wenn du als eher zuvorkommender, leicht pluspoliger „Helfer“, Menschen von dir aus hilfst, aber irgendwann bemerkst, dass das schamlos und ohne Dankbarkeit ausgenutzt wird, dann sagst du irgendwann etwas ODER hilfst halt nicht mehr von dir aus. Wozu das führt? Dass die „guten Freunde“, die im Gegenzug halt wirklich selten etwas unentgeltlich für dich getan haben, sich nicht mehr melden oder dich als „komisch“ empfinden – eigentlich setzt du hier nur deine Standards und Grenzen durch, weil du keinen Bock mehr hast, ausgenutzt zu werden. Meist führt das dazu, dass „Freundschaften“ sich in Luft auflösen.

Aber was sehr wichtig ist – das habe ich schon gesagt – wieso jemand sich dir gegenüber scheiße verhält – ob’s jetzt irgendein Bindungsproblem ist oder die Person einfach ein Spast ist oder dich einfach nicht mag – ist ja vollkommen egal! Die Person benimmt sich dir gegenüber nicht korrekt, nicht so wie du es dir für dich wünscht und du ziehst FÜR DICH deine Schlüsse.

Ich wurde mal von meinem besten Freund geghostet – einfach so, zack, weg. Auf meine Anfragen wurde nicht reagiert. Mittlerweile haben wir wieder Kontakt, er hatte nach einigen Jahren Kontakt aufgenommen und sich entschuldigt. Aber der jetzige Kontakt ist sehr oberflächlich, und mich juckt’s auch nicht – ICH HAB JA EIN GEILES LEBEN UND BIN GLÜCKLICH! Was nicht bedeutet, dass ich das nicht ultra schade finde – aber Menschen sind, wie sie sind. Wer spricht, dem kann geholfen werden, oder? Aber was soll man sich über solche Dinge den Kopf zerbrechen, da lass ich den Stoiker in mir noch einmal zu Wort kommen:

Toxische Personen aus seinem Leben zu entfernen bedeutet nicht, sie zu hassen – es bedeutet, sich selbst zu lieben und Respekt vor sich zu haben!

Dabei soll der Begriff toxisch einfach nur als Synonym für Menschen stehen, die dir irgendwie, warum auch immer, nicht so gut tun oder die dir irgendwie, warum auch immer, nicht so wohlgesonnen sind.

Ich glaube, das Zitat stammt von Sigmund Freud, aber ist auch egal, es geht darum, dass du äußeren Umständen, die du nicht beeinflussen kannst, nicht die Macht geben solltest, deinen Ärger und Groll zu provozieren, denn ihnen ist es vollkommen egal. Wut, Hass, Groll, hält dich meist in der Vergangenheit fest und bremst dich auf deinem Weg – alles korreliert mit geringeren Sexualhormonspiegeln, Erektionsproblemen und weniger Kraft- und Muskelaufbau. Für alle Leser dieses Blogs – wo es ja meist eher um Sport, Fitness und Co. geht – ist das vielleicht keine schlechte Info.

Ich weiß, ist alles merkwürdig und vielleicht eine ganz andere Art, mit Wichsern, „Freunden“ – und Beziehungen – umzugehen, aber am Ende ist es auch scheißegal, oder? Die Handlung ist „ich will keinen Kontakt mehr mit dir“, ja, ok, dann will ich auch keinen Kontakt mit dir. Fertig.

Wenn´s so einfach wäre? Kommen wir damit zum nächsten Kapitel:

Liebessucht und psychologische Folgen

Wie man mit Liebeskummer umgehen kann, erklär ich dir gleich, aaaber erstmal möchten wir uns ein wenig dem Thema Neurotransmitter und „Beziehungen aus Sicht der Psychoneuroimmunologie“ widmen. Wir hatten ja schon: Schöne Beziehungen verlängern quasi das Leben und verbessern die Gesundheit – hast du oben gelesen. Jetzt geht es darum, nicht loslassen zu können – jemanden nicht loslassen können, der/die dich eigentlich gar nicht will – und was das mit Drogensucht zu tun hat.

Jemanden nicht loslassen können der dich nicht will sorgt ja leider wohl oder übel dafür, dass du die Chance auf eine wirklich erfüllende Beziehung nicht wahrnehmen kannst. Schon mal darüber nachgedacht?

Apropos Drogen: Vielleicht ist die Wichtigkeit des Verliebens, Oxytocin, Dopamin und Verbindungen für uns Menschen einer der Ursprünge für Drogensüchte!!! Hier nennen wir es aber „Liebessucht“.

Bei Liebessucht geht es oft nicht um die geliebte Person selbst, sondern um Fantasien über eine mögliche Zukunft. Die intensiven Gefühle nach einer Trennung, wie das Gefühl des „Ego-Crashs“ oder die demütigende Vorstellung, dass der Ex-Partner mit jemand anderem intim ist, sind typisch liebessüchtige Gefühle. Du hast deinem Partner gegenüber allerdings keine rechtlichen Besitzansprüche, jeder ist frei bei dem, was er oder sie tut, muss aber mit den Konsequenzen zurecht kommen. Ebenfalls das „zurückwollen“, obwohl die Beziehung im Grunde genommen gar nicht mal so geil war, ist typisch für Liebessucht. Diese Gefühle zeigen oft nicht, wie sehr man geliebt hat, sondern wie verstrickt man war – und wie viele eigene „Issues“ man vermutlich noch hat: Selbstwert, Selbstliebe, (negative) Erfahrungen aus der Kindheit, die halt noch nicht aufgearbeitet sind.

Meme liebe Sex in der Nacht

Eigentlich geht hier vieles auf das „Haben wollen“ zurück – ich will aber, ich will aber, ich will aber (na du kleiner Fratz, kommt dir das bekannt vor?). Problem: Wenn du’s hast, willst du’s nicht mehr haben. Denk mal an die Cola in der Wüste – ein Beispiel, welches Stefanie Stahl oft verwendet – diese Cola ist doch extreeeem geil, wenn du fast am Verdursten bist? Da juckt Low Carb, Phosphorsäure und kaputter Zahnschmelz nicht, du willst sie haben. Wenn du mehr Optionen hast? Dann ist vielleicht das eiskalte Wasser geiler – naja, machen wir uns nichts vor, die Cola bleibt geiler, hat aber Nebenwirkungen. Und was ist, wenn du alles getrunken hast? Dann brauchst du erst mal keine Cola – oder Wasser – mehr. Immer das, was halt nicht da ist, das ist interessanter als das, was da ist.

Kommen wir also mal zum Dopamin: dem „Haben-wollen-Hormon“ (wanting), welches zeitgleich motivierend, glücklich-machend und belohnend wirkt. Eigentlich schon klar, worum es geht?

  1. Du hast etwas nicht (mehr). Dopamin steigt an (und belohnt dich leider jetzt schon).
  2. Du bekommst es (wieder). Dopamin sinkt und deine Motivation gleich mit.

Dopamin (DA) und die „Sucht“ der Liebe…

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass im Wort „Sucht“ die „Suche“ enthalten ist? SUCHEN entspricht quasi der Motivation, etwas zu finden, was man nicht hat, was über Dopamin vermittelt wird. Romantische Liebe teilt leider neurologische Mechanismen von Suchtverhalten, was dann die Intensität von „Liebesverlust“ erklärt:

  1. Aktivierung des Belohnungssystems: Intensive romantische Liebe aktiviert die neuronalen Belohnungs- und Motivationssysteme des Gehirns, ebenso wie Drogen- oder Glücksspielsucht (Fisher et al. 2016, Earp et al. 2013). Was passiert wohl, wenn man „seine Liebe“ verliert? Man läuft ihr wie ein Hund hinterher, wie ein Junkie dem nächsten Schuss (Spoiler: Es gibt auch andere „glücklich machende Drogen“ mit weniger Nebenwirkungen – ruf mich an, Nick gibt dir meine Nummer.)
  2. Verlangen nach Ablehnung: Die Ablehnung in der Liebe (romantic rejection) ist mit Aktivitäten in Gehirnbereichen verbunden, die mit Verlangen (craving) assoziiert sind (Fisher et al. 2016, Song et al. 2015) – Craving? Kommt uns das nicht aus der Drogen- oder Fresssucht-Szene bekannt vor?
  3. Trauer und Belohnungszentrum: Bei komplizierter Trauer (complicated grief) nach dem Verlust eines geliebten Menschen korrelierte die Aktivität im Nucleus accumbens (NAcc), einem wichtigen Dopamin-Bereich, mit der Intensität der Sehnsucht (yearning) nach dem Verstorbenen (Pohl et al. 2018). Und eine Trennung ist gefühlsmäßig sehr ähnlich wie der Tod des Partners.

Unser „Suchzentrum“, das ventrale Tegmentum, arbeitet mit Dopamin und ist sehr wichtig für die Paarbindung, und auch unser „Belohnungszentrum“ im Nucleus accumbens arbeitet mit Dopamin – und leider auch die Zentren, die für Größenwahn, Schizophrenie und so weiter „zuständig“ sind, laufen über Dopamin. Ein Mischmasch aus Fantasie, fehlender Belohnung und Suche/Sucht.

Romantische Liebe ist quasi eine oder DIE „natürliche Sucht“?

Wissenschaftler betrachten nämlich intensive, leidenschaftliche romantische Liebe als eine natürliche Sucht (natural addiction), die sich aus evolutionären Mechanismen zur Förderung der Paarbindung entwickelt hat. Eine Paarbindung ist wichtig, naja LEBENSWICHTIG, für die Erhaltung unserer Art! Das kleine süße Baby kann nicht ohne Mama und Papa – und es dauert MINDESTENS 12–16 Jahre, bis dieser kleine Mensch „einigermaßen“ alleine klarkommt. Vermutlich länger. Diese Bindung zwischen 2 Menschen ist evolutionär notwendig und wird extrem stark über natürliche Mechanismen verstärkt.

Diese Sichtweise als „natürliche Sucht“ wird durch zahlreiche Verhaltens- und neurobiologische Parallelen zwischen intensiver romantischer Liebe und Substanz- oder Verhaltenssüchten (wie Glücksspiel) gestützt:

Personen in der frühen Phase intensiver romantischer Liebe zeigen grundlegende Symptome von Suchterkrankungen, wie Euphorie, Verlangen (craving), Toleranz, emotionale und körperliche Abhängigkeit sowie Entzugserscheinungen und Rückfälle. Charakteristisch ist auch das zwanghafte Denken (obsessive thinking) an die geliebte Person. Bei abgewiesenen Liebenden (oder Stalkern) aktiviert dieses Verhalten ebenfalls Aspekte des Belohnungssystems im Gehirn, was einer Sucht ähnelt.

Das Dopamin-System wird mit Energie, Fokus, Lernen, Motivation, Ekstase und Verlangen in Verbindung gebracht. Die dopaminerge Überlappung dieser ganzen Hirnbereiche könnte z. B. erklären, warum das Erleben von Liebe oder sexueller Aktivität sich wie ein Kokainrausch anfühlen kann – oder umgekehrt. Studien zeigen ebenfalls, dass die Aktivierung des rechten ventralen Tegmentums beim Betrachten des Partners das „Wollen“ (wanting), also die süchtigen Aspekte der romantischen Liebe, vermittelt, im Gegensatz zum reinen „Mögen“ (liking).

Ja, und was passiert jetzt, wenn der Partner dann in den Sack haut und dich sitzen lässt?
(Unter uns: Oft selbst Schuld, du bist ultra hot und gut so wie du bist! […manchmal muss ich mir einfach positiv zureden um das alles zu verstehen…])

Auswirkungen von Liebesentzug und „liebessüchtigen Gefühlen“

Es kommt, wer ahnte es? Es kommt zu Entzugserscheinungen! Bei romantischer Ablehnung oder dem Ende einer Beziehung können erhebliche negative psychische Folgen auftreten, die von klinisch diagnostizierbaren Depressionen bis hin zu suizidalem Verhalten reichen. Diese Situationen werden oft durch Liebesentzug (withdrawal) verursacht. Deine Stresssysteme tanzen Lambada, du fühlst dich alleine, unsicher, demotiviert und es können sogar körperliche Schmerzen verstärkt werden, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Ja, Oxytocin fehlt, Cortisol und Adrenalin steigen – du bist in dieser „großen weiten Welt“ plötzlich nicht mehr mit Partner, sondern „alleine“. Es gleicht im Grunde dem „Crash“ nach einer Drogeneinnahme – das geile Gefühl ist halt nicht mehr da und du möchtest es gerne wiederhaben!

Und jetzt zeige ich dir, wie diese ganze (normale) Scheiße auch noch verstärkt wird, aber extrem verstärkt! Kommen wir zur:

Intermittierende Verstärkung: Die Spielothek in deinem Gehirn!

Wir lernen mit einer Belohnung stärker. Und die Belohnung fällt stärker aus, wenn wir nicht jedes Mal durch unser Verhalten belohnt werden – wenn es „nicht vorhersehbar“ ist. Wie in der Spielothek: Mal gewinnst du, dann verlierst du. Du verlierst, verlierst, verlierst… erinnerst dich aber an das Hochgefühl des Gewinns – was machst du? Du spielst so lange weiter, bis du wieder gewinnst, und DIE BELOHNUNG FÜHLT SICH SOOOO INTENSIV AN. Es wird gebumst, gewichst, geblasen, geleckt, mehrmals hintereinander… also in der Spielothek, mit dem Türken, der sich draußen vor der Spielo eine raucht – oder so. Ich hoffe du musst auch schmunzeln. Du weißt, was ich meine.

Spielothek Foto

Wenn du nicht jedes Mal belohnt wirst, dann ist es immer etwas Besonderes. Vorhersehbar? Naja, da entscheidest du, wann du belohnt wirst, und da verliert sich der Reiz.

Also sorgt die sogenannte „intermittierende Verstärkung“, du kannst es auch hot´n´cold oder „heiß & kalt“ nennen, dafür, dass diese ganze „Liebessucht“-Scheiße noch potenziert wird.

Diese Hot-n-Cold-Dynamik nutzt also oft das Prinzip der intermittierenden Verstärkung und führt zum sogenannten Trauma-Bonding – und diese Thematik hat u. a. etwas mit inneren Kind-Themen zu tun; apropos „inneres Kind“, es gibt vermutlich hierzu verschiedene Abstufungen, „inneres Kind“, „innerer Jugendlicher“, „innerer Erwachsener“ – das Verständnis darüber, was in deiner Vergangenheit welchen Aspekt geprägt hat, hilft dir, dass der Erwachsene das Steuer übernimmt – manchmal darf unser inneres Kind natürlich wieder raus, aber es sollte nicht unser (erwachsenes) Leben auf Basis der Vernachlässigung und Traumata der Kindheit bestimmen. Ein Kind sollte nicht zu lange auf der Autobahn fahren während der Erwachsene auf dem Beifahrersitz pennt… oder? Oder!

Vorsicht: Diese intermittierende Verstärkung kann auch bewusst als Manipulationstechnik eingesetzt werden um das wanting zu erhöhen! #dasperfektedate

On-Off-Beziehungen und „Liebessucht“

On-Off-Beziehungen sind meist durch die mangelnde Stabilität gekennzeichnet. Man ist halt mal zusammen, dann wieder nicht, dann wieder zusammen uuuund dann wieder nicht. Diese Muster sind sehr ähnlich wie die schon kennengelernten An-Aus/Heiß-Kalt-Dynamiken und sind im Grunde typische Symptome liebessüchtiger Beziehungen.

Man will, dann doch nicht – oder man kann, dann doch nicht. Eigentlich spielt das Thema „dich selbst kennen, deinen Wert und wissen, was du willst“ eine entscheidende Rolle bei dieser Thematik. Wer will denn einen Partner, der einen ständig abweist? Willst du das Drama? Bist du dir so wenig wert, dass du jemandem, der dich abgewiesen hat, hinterherläufst wie ein Hund? C´mon. Charakteristisch für diese On-Off-Dynamik ist, dass eine Person Nähe sucht und dann wieder ablehnend reagiert – also ein und dieselbe Person – besonders, wenn über die Zukunft gesprochen wird oder es halt „näher“ wird – also: Wenn’s ernst wird, dann verpisst sich eine Partei, merkt dann, dass es doch irgendwie cool war, und nimmt wieder Kontakt auf. Gerade habe ich einen Patienten der startet nach 2 (!) Monaten schon eine On-Off-Beziehung, JUNGE LASS DAS SEIN! Aber der Sex ist geil sagt er… JA IST ER IMMER (v.a. am Anfang). An-Aus ist im Grunde der „Move des Bindungsängstlers und Minuspols“ oder des manipulierenden Egozentrikers oder des immer unsicheren, achja, es gibt viele Gründe dafür, kommt gleich noch. Allerdings tendieren die warmen Phasen dazu, weniger zu werden, während die kalten Phasen zunehmen – schaurig unschön. Der emotionale Zustand ist oft geprägt von Liebe und Verzweiflung, Haare raufen (saufen) und bumsen.

Oft hängt man hier in der Schleife einer „Krümel-Beziehung“ fest – also es ist kein richtig geiler Kuchen zum Sattessen, sondern du bekommst immer wieder kleinere „Liebes-Krümel“ und hoffst, dass du irgendwann endlich den ganzen Kuchen bekommst. Spoiler: Kriegst du nicht.

Ursachen für On-Off-Beziehungen? Ja, die gibt es.

  1. Herausforderungen mit zu viel Nähe: Aufgrund von Kindheits- oder früheren Beziehungserfahrungen können Menschen Ängste entwickeln, wenn es zu eng wird, da diese Nähe nicht mit Geborgenheit verknüpft ist, sondern mit Gefahr! Wenn Papa und Mama dich z. B. primär angeschrien und verprügelt haben, dann ist Nähe halt für dich keine „Sicherheit“, sondern Abstand ist für dich Sicherheit – wenn nämlich keiner da war, hast du nicht aufs Maul bekommen!
  2. Abhängigkeit und Selbstwert: Der Partner kann zur Bestätigung des eigenen Selbstwertgefühls oder zur Übernahme der Verantwortung für die eigene Sicherheit genutzt werden. Fällt der Partner weg, wird dies als Angriff auf den Selbstwert empfunden, und die Person fühlt sich allein nicht handlungsfähig – und man will wieder zurück.
  3. Angst, keinen besseren Partner zu finden: Die irrationale Angst, nie wieder einen guten Partner zu finden, kann dazu führen, dass man in eine unpassende Beziehung zurückkehrt, obwohl man sich bereits getrennt hatte.
  4. Disruption der inneren Homöostase: Große Veränderungen, wie eine Trennung, fühlen sich oft unwohl und UNGEWOHNT an, da das innere Gleichgewicht (Hormone und Neurotransmitter aber auch Tagesablauf) gestört wird. Dieses schlechte Gefühl kann fälschlicherweise als Zeichen interpretiert werden, dass die Trennung die falsche Entscheidung war und dass man wirklich geliebt wurde (oder hat) – eigentlich braucht es nur Zeit, sich etwas zu akklimatisieren.
  5. Fundamentale Inkompatibilität: Die Partner haben möglicherweise unterschiedliche Lebensvorstellungen, Werte oder Lebensstile (z. B. Karriere-Mensch vs. entspannter Mensch), was zu ständigen Konflikten führt und einfach akzeptiert werden sollte. Die Liebe zur Person steht im Widerspruch zur Inkompatibilität des Lebensweges. Der eine will Kinder, der andere nicht? Der eine ist hardcore Veganer, der andere Carnivore auf Basis von Morbus Crohn? Schwierig, es wird zumindest schwierig. Gegensätze zieh’n sich an, GEMEINSAMKEITEN AUS! Diese Kategorie ist halt: Passt nicht, fertig. Und das ist ok! Lass uns doch Freunde bleiben funktioniert in diesem Fall eventuell!

„Kein Partner fühlt sich so richtig an wie der falsche“

… das sagt Paartherapeut Hemschemeier in jedem zweiten seiner Videos und naja, ich muss da leider mal meine Erfahrung schildern: Ich hatte da mal eine „Seelenverwandte“, junge, war das intensiv. DAS IST SIE… war DAS Liebe? Es fühlte sich stellenweise EXTREM liebevoll an, aber naja, bis die Süße komplett durchgeknallt ist, wirklich süße… JUUUUUNGE – ich hab zum Glück genug Selbstliebe, Selbstbewusstsein und Reflektionstalent, dass ich da „schnell raus war“, aber auch für mich war das gar nicht so einfach, und das, was war, war halt – und das war unglaublich intensiv und bis auf diese wirklich irren Sachen wunderschön, unvergleichlich schön. Allerdings sollte dieser „Kick“ vermutlich nicht die Referenz darstellen – denn oft triggern dich oder „ziehen dich“ Dinge an, die irgendein „Loch in deiner Aura“ bedienen (… das Drogenhigh ist ja auch mega, aber eben nicht von Dauer und nicht ohne Nebenwirkungen…). Also es war kurz, intensiv UND TOTAL IRRE (und unvergesslich)… ich schwärme grad immer noch, ich merke das – ich habe da sehr viel über mich gelernt. Also man weiß halt nie, wofür es gut war. Und in diesem Fall war es echt, naja, ich sag mal: verändernd.

Achte also auf AUFFÄLLIG POSITIVES (und Negatives) im Dating-Prozess. Extreme Needyness? Ein ich Liebe dich im zweiten Date? Eine Seelenverwandtschaft (eine (un)bewusste Spiegelung zur Manipulation?)? Ein mal ja, mal nein? Inkonsistenzen? Schalte einfach dein Gehirn im Dating-Prozess nicht aus man. Vertrau mir.

Aber das geht leider auch deeeeutlich subtiler, ohne Ausraster, ohne offensichtlich toxisches Verhalten, und du wirst – egal wie gesund du bist – schrittweise „kompromittiert“ und „unterwandert“ – das muss ja gar nicht offensichtlich passieren. Einer der „apokalyptischen Reiter der Kommunikation“ von Gottman, dazu später mehr, ist z. B. „Kritik am Partner“. Ok, da hast du dann jemanden, den du liebst und für den du viel getan hast und tust und den du wirklich gerne hast. Und dann wirst du tagtäglich wegen jedem Scheiß kritisiert. Und versteh mich nicht falsch, das ist kein Einzelfall, das kommt extrem häufig vor, sonst würden Paartherapeuten und Wissenschaftler nicht sehr oft davon sprechen und das hat jeder sicherlich schon einmal erlebt und hatte bei all der ständigen Kritik viele Fragezeichen im Kopf. Schau dir mal die Themen Schwächenzoom und Perspektiven genauer an, enorm lehrreich.

Da sind wir dann bei 2 wichtigen Themen: Respektvolle Kommunikation innerhalb Beziehungen und Schwächenzoom des „unsicher-vermeidenden Bindungsstils“ (oder einfach bei demjenigen, der raus aus der Beziehung möchte, ohne, dass es da eine Diagnose geben muss). Da ist das Wasser zu heiß, zu kalt, die falsche Teesorte, da hängt die Klorolle falsch herum oder du pennst zu lange oder hast ihren Papagei zu viel Hirse gegeben – eigentlich völlig irrelevante Dinge. Worauf ich hinaus will: Du kannst dir vorstellen, dass das etwas mit dir macht? Dieser Partner, dem du vertraust, erzählt dir, was du nicht alles falsch machst. Und du wehrst dich zwar, aber es läuft irgendwie ins Leere – kriegst du gar nicht so bewusst mit. Dann bröckelt dein Selbstwert und du fühlst dich irgendwie nicht mehr so „richtig“. Jetzt wirst du leider angreifbarer, da deine „Aura“ abgeschwächt wurde – egal ob unbewusst oder bewusst. Und das fühlt sich elendig an. Du versuchst deine „Aura“ wieder aufzubauen, indem du auf die „Kritik“ eingehst, versuchst, es besser zu machen – ABER ES GEHT NICHT BESSER, bzw. es nutzt nichts, weil da gar nichts wirkliches ist – außer die „toxische Kritikphase“ der vielleicht bindungsängstlichen Person mit Schwächenzoom, die mit der ganzen Nähe nicht klarkommt. Das beschreiben z. B. Größen wie Hemschemeier oder Stahl in ihren Büchern als häufige Dynamiken in zwischenmenschlichen und romantischen Beziehungen.

Es ist dann oft nicht dein eigenes „Versagen“. Es juckt nämlich nicht, ob du die Socken ausrollst und in die Wäsche schmeißt ODER SIE EINFACH IN DIE WÄSCHE SCHMEIßT und es ist auch egal, wie herum die Klorolle hängt oder wie lange du pennst. Der Papagei hat sich ja auch nicht beschwert! Du sollst geil aussehen, aber nicht zu lange trainieren – ja, kommt schon. Das sind nur ein paar allgemeine Beispiele, aber solche und ähnliche „Banalitäten“ ziehen sich durch den gesamten Alltag in vielen Beziehungen und irgendwann glaubst man es eventuell selbst, und das verunsichert. Es schwächt dich! Und reduziert irgendwie deine, komisch das zu sagen, aber ich denke das ist es: Männlichkeit bzw. Weiblichkeit. Die wird weniger. Und das ist unsexy! Ein Learning oder einen Denkansatz, was ich dir mit auf den Weg geben möchte und es geht gar nicht um speziell eine Sache:

Würdest du solche Sachen von einer Person akzeptieren und mitmachen, die du „nicht liebst“? Wenn dir jemand auf der Straße erzählt, dass die Klorolle so oder so rum gehört, du würdest doch nur müde lachen? Dann mach das auch in der Beziehung. 

Vorsicht: Beziehungs-Hopping ist nicht gesund!

Bei allem, was wir gerade gelesen haben – und es kommt noch viel mehr –, ist es vielleicht wichtig zu verstehen, auch zum Zwecke der eigenen Entwicklung, nicht von Beziehung zu Beziehung zu springen. Was du allerdings „in der Praxis“ oft beobachtest, ist das sogenannte „Monkey Branching“: Ein Affe, der von Baum zu Baum schwingt, lässt nie beide Äste gleichzeitig los!!! Worauf ich hinaus will? Oft ist es so, dass man eine Beziehung dann verlässt, wenn man schon einen anderen „Ast“ (also Partner / Option) in der Hand hält, das erleichtert den Absprung oder der vorherige Partner wird dabei nicht immer vollständig losgelassen.

Das Problem? Man wird für dieses aaaaasoziale Verhalten auch noch belohnt: mit ficken, bumsen, blasen, lecken, Hautkontakt, Dopamin und Oxytocin. Kurz dazu: WÄHREND einer Beziehung mit anderen schreiben, daten, treffen, ficken, DAS GEHT GAR NICHT! Es gibt immer eine(n) Dritte(n), der/die verletzt und hintergangen wird – denk auch mal daran, wie du dich fühlen würdest?

Ich höre das in der Praxis leider sehr häufig und das lässt mich leider schon etwas an festen und loyalen Partnerschaften zweifeln.

Monkey Branching Beziehungen

Vergiss nämlich dabei nicht: Die ersten 6 Monate – egal wie toll oder behindert der neue Partner:in ist – könntest du eigentlich überspringen, denn da ist eh noch alles geil – mit alles meine ich ALLES. Die „Fehlerchen“ sind süß, man schmunzelt, und es gibt nichts auszusetzen. Irgendwann geht es dir aber auf den Sack, dass du wie eine Gummipuppe oder ein Dildo behandelt wirst und da eigentlich gar nichts anderes ist als liebloses „Geficke“; endlich mal wieder eine andere Muschi und ein anderer Schwanz nach einer langen Beziehung, ehem – fühlt sich erstmal gut an, kennen wir doch alle, aber das ist halt die Honeymoon-Phase mit dem geilen Sex der nicht aufhört, den ganzen Idealisierungen und der Euphorie JETZT ENDLICH den richtigen gefunden zu haben. Pardon für die „derbe Sprache“, aber ist halt so, oder?

Im Alltag? Naja, die Fassade bröckelt irgendwann und nach 2–8 Monaten checkst du, dass es doch nicht die „Liebe deines Lebens“ ist, sondern auch hier wieder – wie beim Ex-Partner:innen – irgendwas nicht sooo geil ist, schon wieder ein normaler Mensch, mit Stärken und Schwächen und du stehst wieder am Anfang: Vor deinen alten Mustern und immer noch sind die anderen Schuld. Und der Affe springt weiter…

Hemschemeier beschreibt das als die 200 Tagesgrenze, also irgendwann zwischen (3) 6-12 Monaten werden Inkompatibilitäten unübersehbar und es geht los. Oder weiter.

Aber naja, NEU IST HALT ERSTMAL IMMER BESSER! Die neuen Schuhe, die dich 3 Tage fühlen lassen, als wären es die fliegenden Schuhe von Hermes, dem Götterboten, sind spätestens nach 4, 5 Tagen „normal“, dreckig und werden bei der Urwaldwanderung getragen und jucken dich auch nicht mehr – dreckig, durchgelatscht schmeißt du sie einfach in die Ecke, obwohl es die schönsten Schuhe waren, die du jemals hattest. So ist das mit Autos, einer neuen Hose, einem neuen Partner.

Das kennt man auch als Coolidge-Effekt – dieser beschreibt nämlich, dass bei Einführung eines neuen „Paarungspartners“ die Sexualität wiederbelebt wird und halt ALLES GEIL IST. Und was machst du danach? Dann fängt wieder die (toxische) Kritikphase an – weil du als Bindungsängstler ja irgendwie mit keiner tieferen Bindung klarkommst – weil du ja von einer Beziehung in die andere gesprungen bist – vermutlich ein Muster von dir – und du findest wieder alles kacke und dann geht’s zum nächsten, ohne, dass du einmal wirklich klarkommst und deine Muster erkennst und „behandelst“. Das was hier eventuell funktioniert ist, wenn du mit einem ultra Narzissten zusammen bist, der dich lieblos wegstößt, so, dass wieder ein Gefälle entsteht und du diesmal zum Verlustängstler wirst, also zumindest relativ zum wegstoßenden egozentrischen Mega-Minuspols. Was dieses Beispiel auch zeigt: Es geht immer um die Interaktion, die Dynamik zwischen 2 Personen. Mal bist du plus, mal minus, aber nichts davon ist wirklich SICHER und erfüllend!

Aber weißt du, wann alleine sein mal wirklich gesund ist? Gerade dann, wenn eine zwischenmenschliche Beziehung irgendwie anders gelaufen ist, als du dir das anfangs gewünscht hast und du eine Beziehung verlässt wie du sie begonnen hast und eine beginnst, wie die vorherige. Wenn du bei dir sich wiederholende Muster erkennst, dann ist das auffällig, oder? Es ist nämlich leicht, mit dem Finger auf den anderen zu zeigen und die Schuld einfach von dir wegzuschieben – aber woher weißt du, dass du wirklich richtig liegst und nicht selbst eine Problematik mitbringst, welche dir gar nicht bewusst ist? Eben.

Davon können wir uns nämlich alle nicht freisprechen. Jeder bringt seine Anteile mit. Mal mehr. Mal weniger.

Nicht selten versuchen die „Exen“ dann nach einigen Wochen oder Monaten wieder Kontakt aufzunehmen – wer kennt’s nicht? Mir wurden schon Dinge an den Kopf geschmissen bei einer Trennung und 3 Monate später stand sie wieder vor der Tür. Müde schmunzelnd musste ich ihr sagen, dass sie doch nicht ganz sauber tickt… der Wermutstropfen des Verlassenen. Die Spasten checken halt irgendwann schon, dass sie etwas wertvolles verloren haben.

Warum du dich trennen wirst? Nach John Gottman

Der Beziehungsforscher John Gottman fand heraus, dass etwa 69 % aller Beziehungskonflikte sogenannte perpetuelle Probleme sind, die aufgrund fundamentaler Unterschiede in Persönlichkeit oder Lebensstil (z. B. Ordnungsliebe vs. Chaos) nicht vollständig gelöst werden können.

Das Problem dabei ist nicht das Auftreten dieser Probleme, sondern der Umgang damit! Glückliche Paare reden über diese Unterschiede mit Akzeptanz, Humor und Zuneigung. Sie versuchen, „Good enough“-Kompromisse zu finden. Die unglücklichen Paare steigern sich in diese „nicht änderbaren Dinge“ (perpetuell = ständig) hinein und statt Humor und Zuneigung gibt es Kritik und Drama. Ich glaube, dass Humor UND EINE FUCKING UMARMUNG viele Probleme lösen könnten – natürlich sollte man dann nach wie vor offen und sauber miteinander kommunizieren. Aber da beginnt das Scheitern schon: Wenn Partner versuchen, diese perpetuellen Probleme wie lösbare Probleme zu behandeln und den Partner reparieren zu wollen. Dies führt zum Gridlock (einer festgefahrenen Situation, in der sich Partner im Kreis drehen und verletzen). Dir wird dann z. B. vorgeworfen, dass du dich nicht anpassen oder ändern willst, oder es wird oft gesagt „ich will dich (nicht) ändern“ – aber irgendwie ja doch, sonst würden diese perpetuellen Probleme nicht so dramatisiert und ständig wieder auf dem Tisch liegen. Und hey, das ist keine eigene Erfindung von mir, sondern einer der vermutlich größten Beziehungsforscher des Jahrhunderts hat das herausgefunden; und eine Problematik, die wir doch alle aus vermutlich jeder einzelnen Beziehung in irgendeiner Form kennengelernt haben!

John Gottman und seine Erkenntnisse über die Natur von Konflikten in Beziehungen beschreiben auch die 4 apokalyptischen Reiter der Kommunikation, welche im Grunde das Ende einer Beziehung voraussagen können:

  1. Kritik am Partner: Siehe perpetuelle Probleme.
  2. Verachtung/Verachtende Sprache: „Ach, das ist doch nicht so wichtig“ – doch, vielleicht ist es für deinen Partner wichtiger als für dich.
  3. Abwehr und Kampf: Sarkasmus, dumme Witze, Beleidigungen.
  4. Mauern und Rückzug: Gar nicht mehr sprechen, nur noch mit Freundinnen oder „Coaches“ sprechen, statt mit dem Partner – auch wenn du glaubst, du hättest dem Partner alles gesagt, sprichst du sehr, sehr, seeehr selten über deine „Kernemotionen“ und besprichst quasi nur Nebenkriegsschauplätze und nicht das eigentliche Problem.

Aber Kommunikationsprobleme sind gar nicht der Anfang, sondern oft nur ein Symptom!

Kommunikationsprobleme sind ein Symptom tief liegender emotionaler oder bindungsbezogener Probleme! Z. B. die Unzufriedenheit oder das EIGENE gestörte innere Gleichgewicht ist oft die Ursache für die schlechtere Kommunikation!

Beispiele? Gern(e):

  1. Verletzte Bindungsbedürfnisse: Hinter fast jedem Vorwurf steckt ein verletztes Bindungsbedürfnis. Wenn jemand aggressive Worte wählt (z. B. „Du bist nie für mich da“), ist das oft ein verzweifelter Versuch zu sagen: „Ich brauche dich, ich habe Angst, dir nicht wichtig zu sein“. Der Vorwurf ist nicht selten eine emotionale Maske, die wahre Gefühle (Angst, Sehnsucht, Unsicherheit) verbirgt (Schutz?). Die schlechte Kommunikation ist also die Folge der unerfüllten emotionalen Not, aber letztere wird gar nicht ausgesprochen!!!
  2. Sekundäre Emotionen: In der emotionsfokussierten Therapie (EFT) wird  z. B. zwischen Kernemotionen (Angst, Traurigkeit, Einsamkeit, Scham) und sekundären Emotionen unterschieden. Sekundäre Emotionen (Wut, Ärger, Zynismus) dienen als Schutzmechanismus, um die verletzlicheren Kernemotionen zu maskieren. Wenn Personen hauptsächlich sekundäre Emotionen ausdrücken, sorgt dies für Missverständnisse und verstärkt negative Zyklen. Kennt doch vermutlich jeder? Die oberflächliche (schlechte) Kommunikation ist hier das Ergebnis eines Schutzmechanismus, der die wahre emotionale Not nicht zulässt. Du willst z. B. dasselbe sagen, sagst aber deiner Schwester oder deinem Vater etwas anderes als deinem Partner – und dann reagieren irgendwie alle mit Unverständnis! Wenn du sagen würdest: „Hey, ich fühle mich unsicher und nicht gesehen, ich habe Angst, dich zu verlieren, ich liebe dich wirklich, aber ich weiß gar nicht so recht, was los ist“ – würde man eher eine Lösung GEMEINSAM finden, als wenn man über die Spülmaschine spricht oder wie die Messer in der kack Schublade sortiert sind.
  3. Äußerer Stress: Äußere Probleme und Stress (Beruf, Stau…) verschlechtern die Kommunikation signifikant und erzeugen innere Distanz. Die darauf folgende gereizte oder verschlossene Reaktion ist eine Folge der Überlastung – deine Umgebungsbedingungen verändern also unweigerlich deine Kommunikation und deine eigene Wahrnehmung. Es entsteht schnell ein „Mückenelefant“, der sich größer anfühlt, als er in Wirklichkeit ist.

Das heißt, die Unzufriedenheit oder die innere Not (verletzte Bedürfnisse, Stress, ungelöste Traumata u. v. m.) steht zuerst und manifestiert sich dann in dysfunktionalen Kommunikationsmustern.

Aber unter uns? DAS IST FUCKING SCHWER DAS WIRKLICH IM MOMENT UMZUSETZEN!!!

Ok, warum auch immer, es kommt mal zu Trennungen von Menschen, egal ob bei Freundschaften oder romantische Beziehungen. Und die fühlen sich uncool an. Wirklich. Meistens aber eher für den „pluspoligen“ oder „sicheren“, der eigentlich viel Hoffnung in diese Beziehung oder Freundschaft gesteckt hat. Der sich halt nicht auf die „negativen Dinge“ fokussiert hat, sondern „abgewogen“ betrachtet und keinen Schwächenzoom hat. Wobei die extreme Ausprägung des Plus-Pols und der Angst vor dem Allein sein vermutlich auch keine wahre Liebe sein wird, was auch immer das ist. Wie dem auch sei, lass uns das Thema Liebeskummer und Trennung mal besprechen, denn es kann abartig hart sein… Nutz gerne mal die Kommentarfunktion und schreib mir, was dir selbst nach einer Trennung und bei Liebeskummer geholfen hat? Aber: Bleib respektvoll.

Liebeskummer & Trennungen…

Das Ding bei Trennungen ist, dass du plötzlich jemand anders bist und ein anderes Leben leben MUSST – notgedrungen und vielleicht ohne, dass du es vorher gecheckt hast, noch wolltest. Deine Stresshormone steigen an, deine Sexualhormone verringern sich, dein Dopamin steigt („Such(t)hormon“) und Oxytocin fällt stark ab – Hormone entscheiden u. a., wie wir uns fühlen und verhalten. Das hat Einfluss auf deine Libido, deinen Schlaf, dein Wohlbefinden, deinen Stoffwechsel, naja, auch deine Gedanken, dein Schmerzempfinden, dein Immunsystem – alle Systeme innerhalb eines biologischen Organismus stehen in enger Interaktion miteinander.

Liebskummer lernen

Kurz: Alles anders und erstmal „ungewohnt unschön“.

Wenn jemand geht, geht er. Egal warum. Er, sie, es, ist weg. Wegen Bindungsangst, weil er bzw. sie dich nicht mehr liebt, einfach gar keinen Bock mehr hatte oder was anderes gesucht hat, es spielt keine Rolle. Stell so jemanden nicht auf ein Podest und das ist nicht abwertend gemeint, es geht, zumindest bei der Trennung, um dich und dein Wohlergehen!

Eine Übung für dich: Stell dir vor deinem inneren Auge vor, WIE DU DIESE PERSON MIT EINEM BASEBALLSCHLÄGER VON DIESEM SCHEIß PODEST SCHLÄGST!

Bitte nur vor deinem inneren Auge vorstellen.

Kein Mensch ist perfekt – du nicht und dein Lebensabschnittsgefährte:in nicht. 2 Arme, 2 Beine – meistens zumindest – 2 Augen und „seine/ihre Issues“. Nichts Besonderes. Ich möchte das nicht zu rational und unromantisch darstellen, aber naja: Es gibt genug andere – auch wenn man das erstmal nicht sehen will. Aber:

Kämpfe nicht darum, dass dich jemand liebt.

Und auch selbst wenn du selbst ein Vollotto warst und einfach alles verkackt hast: Mach´s beim nächsten Mal besser und lerne draus. Bettle nicht. Zeige. Wachse.

Die Scheiß-Phasen des Liebeskummers…

Normalerweise läuft das so: Schock und Leugnung, Trauer, (etwas) Wut auf dich und den Partner, Selbstreflexion und Neuorientierung, neuer Haarschnitt, etwas mehr ins Gym und dann Akzeptanz. Das ist so die „normale Trennung“ und der „normale Liebeskummer“. Dann gibt es noch 2 weitere Arten von Liebeskummer bei Trennungen, die ich dir im Folgenden aufzeige.

„SAG MAL, VERARSCHT DU MICH“-Trennung

  1. Schock und Leugnung
  2. Trauer
  3. Wut
  4. Trauer
  5. Noch mehr Wut
  6. Selbstreflexion und Neuorientierung
  7. Noch viel mehr Wut und Hass
  8. Trauer
  9. Selbstreflexion, Hass
  10. Akzeptanz

Oder so ähnlich! Hier werden dir meist 10.000e Sachen klar, zusätzliche Infos, Gespräche und eine wirklich tiefe Reflexion der Geschehnisse helfen dabei, Dinge klarer zu sehen – und meist auch dich besser kennenzulernen und vermutlich das ein oder andere nie wieder mitzumachen. Kenne deinen Wert!

„Oh, ich liebe ihn/sie, das war mein(e) Seelenverwandtschaft, nie finde ich jemanden wie ihn/sie“-Liebessucht-Trennung:

  1. Schock und Leugnung
  2. Tiefe Trauer, kaum Wut.
  3. Trauer, Trauer, Such(t), Verlangen, Craving… wie bei einer Drogensucht.
    Hier stellst du den Ex – die Echse oder Hexe – auf ein Podest und idealisierst und checkst vielleicht gar nicht, WIE SCHEIßE EURE BINDUNG EIGENTLICH WAR! Du vermisst deine Fantasie, das Potenzial, das „was hätte sein können“, im Grunde vermisst du die idealisierte Phantasievorstellung der gescheiterten Beziehung – und nicht die Person und auch nicht diese Kack-Beziehung. Das dauert aber oft etwas länger bis du das bemerkst.

Ich kann mir vorstellen, dass jemand mit geringerem Selbstwertgefühl eher in die Liebessucht rutscht und jemand, der sich selbst lieben kann, sich eher verarscht vorkommt.

Naja, je nachdem, nichts ist absolut – jeder trägt ja in irgendeiner Weise seine eigenen Anteile dazu bei, dass eine Beziehung am Ende beendet wird oder werden muss.

So oder so: Man sollte lernen. Man sollte das Beste mitnehmen, was man kann. Die Situation ist immer scheiße, machen wir uns nichts vor, aber LERNE DADURCH UND WACHSE DARAN! Einfach „hinnehmen“ und das Opfer spielen bringt dich nicht weiter – wisch die Tränen weg, mach dir eine Shitlist, schau, welche DEINER Verhaltensweisen nicht korrekt waren (ohne, dass du alle Schuld auf dich nimmst), und schau, was auf der anderen Seite nicht korrekt war. Mach dir deine Bedürfnisse bewusst, was du DIR wirklich wünschst – und was für dich halt gar nicht geht bzw. ging. Und dann bewerte auf Basis dieser „Listen“ nochmal neu.

Lerne. Aus Fehlern. Aus Mustern. Aus deinen Anteilen und den Anteilen des Partners. Lerne.

Für eine wirklich gute Beziehung (und Leben?) solltest du die „Löcher in deiner Aura“ und deine eigenen Marotten kennen. Dir über deine Bedürfnisse, Standards und Dealbreaker im Klaren sein. MACH NICHTS MIT, WAS DICH SCHLECHT FÜHLEN LÄSST! Es ist DEIN Leben – respektiere dich selbst.

Naja.

Die Hormone sind nach einer Trennung im Chaos – lass dich also nicht nur vom „Bauchgefühl“ leiten, denn das entscheidet oft auf Basis von Erfahrungen, Hormonen, Gewohnheiten und immunologischen Faktoren und ist nicht immer der objektivste Ratgeber. Denn was würde jemand mit Drogensucht machen, wenn er nur auf sein „Bauchgefühl“ bzw. sein „Gefühl“ hört? Er gibt sich den nächsten Schuss oder sitzt wieder in der Kneipe – koste es, was es wolle.

Naja.

WARUM IST SIE/ER WEG!?

Du fragst dich vielleicht wie Philipp Poisel, wie ein Mensch das ertragen kann. Unter uns? Ich hatte schon öfter Liebeskummer und es ist grausam – mal mehr, mal weniger. Du möchtest mit einem Menschen dieses eine Leben verbringen, was du geschenkt bekommen hast, und dann gibt es Momente, dass man sich doch trennt. Wie soll ein Mensch das ertragen? Ciao Kakao.

Auch das geht vorbei.

Klar ist es immer geiler, Gründe zu kennen. Aber egal welcher Grund, eine Tatsache bleibt: Der Partner, die Partnerin, ist weg und hatte keinen Bock mehr auf dich. Warum auch immer. Fühlt sich erstmal doof an – aber ist das wirklich doof? Jemand, der dich nicht will, der sollte doch gehen dürfen? Und unter uns: Die Menschen, die einfach so eine Beziehung verlassen, ohne es vom ganzen Herzen versucht zu haben, haben meist größere Probleme mit sich und ihren „Dingen“ als du. Oft darfst du froh sein, dass eine Maskerade, ein Theaterstück zum Ende gekommen ist.

Ich weiß, klingt alles voll rational, aber hey, ich versuche dich hier zu motivieren dein Krönchen zu richten und nach vorne zu schauen. Bleib nicht im Fantasieraum und der Vergangenheit hängen!!!

Persönlich und auch in Gesprächen mit Patienten und Freunden gab es schon Beziehungen, wo ich (im Nachgang) dachte: Warum macht man das denn überhaupt mit? Aber es ist vermutlich wie der Frosch im Wasser: Die Temperatur wird langsam erhöht und der Frosch merkt gar nicht, dass er da grad gekocht wird. Aus der Meta-Ebene ist alles immer einfach und logisch.

2 Regeln, die ich dir ans Herz legen kann:

Erinnerst du dich an das Liebessucht-Kapitel und die Ähnlichkeit zur Drogensucht?

Wenn du von einer Droge, sagen wir Alkohol, wegkommen möchtest, wie geht das am besten? Du lässt die Finger davon. ABER KOMPLETTO! Und wenn du dann trocken bist, was denkst du? „Ok, komm, ich gehe mal wieder in die Kneipe, krieg ich schon hin“ – nein, oder? Du weißt nämlich, was passieren wird: Du liegst vollgekotzt und sturzbetrunken unter dem Tisch, fandest den Rausch geil (gewohnt?), aber hast am nächsten Tag einen Kater, mieses Gewissen, und die „Cravings“, das Verlangen in dir, kommt wieder hoch.

Also: No Contact, aber komplett. Stalk ruhig einige Wochen ein bisschen, weil du brauchst am besten ein paar Infos, manchmal nur kleine Dinge, weil: Deep Learning, also quasi kognitive Verhaltenstherapie, beeinflusst deine Emotionen extrem stark. WENN DU WEIßT, DASS DER ANDERE EIN PISSER IST, DANN FÄLLT ES DIR EINFACHER ZU VERGESSEN. Ja, selbst zu vergeben (dir, aber auch dem anderen). Der arme Teufel lässt DICH doch sitzen? Du liebevoller, loyaler und toller Mensch!!!

Ich möchte dir hier wie gesagt positive Worte mit auf den Weg geben, weil eine Trennung mies ist, ja, eben wie ein Drogenentzug und der ein oder andere Satz hoffentlich hilft. Was ich aber nicht möchte ist, dass ich dich hier unreflektiert bestätigen möchte. Du bist toll, sind wir alle, aber erkenne auch deine eigenen Fehler an. Ok?

Zurück: Was bedeutet das? Dass du nicht um diese Person trauern musst. Es kommt wer Neues, versprochen. Irgendwann auch jemand, der dich wirklich liebt – DÖNER MIT ALLES! Nicht ohne Tomaten, ohne Zwiebeln, ohne Salat, sondern MIT ALLES! Schmeckt gut, ja? Denn es gibt halt Leute, die bestellen einen Burger und sagen der Bedienung: „Bitte ohne Tomaten“ – solche Menschen möchtest du nicht daten. Und schon gar nicht heiraten. Hi Nick, danke, dass es dich gibt – nur das Tomatending müssen wir regeln und deshalb heiraten wir vermutlich nie.

Abgeschweift.

Stalk* aber NICHT zu lange – und kenne dich selbst, bevor du 2, 3 Wochen mal etwas „guckst“. Weil: Hilft es dir, dass der andere fremdgefickt hat und jetzt mit irgendeinem Halbaffen zusammen im Urlaub ist, oder schadet es dir eher? Mir persönlich: Es heilt. Will ich dann eh nicht mehr haben, wenn man so leicht vergessen wird oder wenn gar Illoyalität in der Zeit bestand, als wir noch zusammen waren, dann ist das eher ein so elendiger Move, dass die Person keinen Wert mehr für mich hat. Keinen Wert heißt keinen. Aber kommst du damit klar? Für manche Personen kann es besser sein, einfach GAR KEINE INFOS mehr zu bekommen und das „Hormon-Chaos“ erstmal ruhen zu lassen.

*mit stalken meine ich nichts Kriminelles wie vor der Tür auflauern und heimlich ins Haus einsteigen, sondern Gespräche, mal auf den sozialen Medien schauen, fehlende Puzzleteile finden die dir bei der Verarbeitung helfen könnten. Übertreibs nicht und lass den anderen dabei auch in Ruhe.

Ich erinnere mich an eine Beziehung, da war ich grad verletzt – Cauda-Equina-Syndrom mit Totalausfall – da sagte mir meine Umgebung schon: „Deine Freundin ist aber kalt, du bist grad voll im Arsch und was macht sie?“, ja, hab ich damals nicht gesehen. Ich war mit Reha beschäftigt und habe die auch wirklich geliebt, wirklich, wirklich. Aber die fickte mit wem anders, als ich kaputt war, das war dann wohl mein Weihnachtsgeschenk. Ich war „temporärer Krüppel“ und sie holte sich den größten Gorilla aus ihrem Studio und ließ mich dann einfach fallen. Das war hart. Heiligabend habe ich geheult wie ein Schlosshund. Aber es hat mich so dermaßen motiviert, dass darauf vielleicht ein Großteil meiner „Karriere“ aufgebaut wurde. Ich machte Diät, meine Reha zu Ende, beschäftigte mich extrem viel mit Psychologie, NLP, Reframing, Beziehungen und war das erste Mal so RICHTIG in Form (physisch und psychisch) – ich denke, dass ich ohne diese damalige Form nicht die Reichweite bekommen hätte, wovon ich fast 20 Jahre später immer noch zehre. „Geil aussehen“ ist halt ein Gamechanger auf den sozialen Medien. Der Phoenix steigt nicht aus der Asche hervor, wenn er nicht RICHTIG BRENNT!

Ich weiß noch als ich die beiden zusammen im EDEKA gesehen habe und sie mich nicht, wirklich gar nicht, angeguckt hat (aber knallrot wurde). Kennst du das? Du weißt, sie haben dich gesehen, aber schauen extra weg? Ich wollte am liebsten mein Oberteil ausziehen und meine neue Form präsentieren, haha. Einmal traf ich sie in einem anderen Supermarkt und sie kaufte Toastbrot, Eier aus Bodenhaltung und Rotwein oder sowas, ich schaute sie an und musste leicht schmunzelnd sagen: Richtig guter Einkauf, läuft bei dir. Also hey: Danke Jey für diese Lehrstunde. Rückblickend war diese Erfahrung bereichernd!

Aber das ist bei mir so – wenn dich so etwas in Selbstzweifel und Eiskonsum stürzt, wenn du mehr Infos bekommst (oder du liebessüchtig reagierst oder klammerst), dann ist es besser, wenn du das nicht weißt, was da gerade Phase ist.

Aber so oder so, was ich sagen will: Liebeskummer geht vorbei.

Ok.

Chris Eikelmeier Training Warstein

Es gibt natürlich auch normale Trennungen – man passt einfach nicht und akzeptiert das. Spricht mal kurz drüber und entscheidet sich zusammen, dass das halt nicht so gut hinhaut. Hatte ich. Eigentlich gut verstanden, immer schöne Zeit miteinander verbracht, tolle Gespräche, Knitzeknatzi, war alles schick, auch Werte und so weiter, aber wieso dann Trennung? Vermutlich, weil wir einfach zu wenige Gemeinsamkeiten hatten und in der Freizeit gar nicht mal so viel miteinander unternehmen konnten. Das ist dann ok, abgehakt. Schön war’s. Viel gelernt. Da fielen zwar am Ende ein paar wirklich blöde Worte, in Maßen ist etwas Kränkung vermutlich fast normal, aber eigentlich war die Beziehung fast sehr gut – bis auf die fehlenden Gemeinsamkeiten und paar andere Kleinigkeiten. Glaub mir: Gemeinsamkeiten sind wichtig. Frag dich: Könntest du mit deinem Partner auch einfach so Zeit verbringen, ohne sexuelle Anziehung? Gespräche führen? Spaß haben? Falls nicht: Vielleicht schwierig.

Also entweder macht man Dinge zusammen oder man unterstützt sich und ergänzt sich – ich persönlich glaube nicht, dass es da so viel dazwischen gibt. Aber was weiß ich schon: Wichtig ist, dass du glücklich bist. Bist du in der Beziehung (auch der ehemaligen) wirklich glücklich? Wenn nicht, hak’s ab.

Aber es gibt auch Trennungen der „etwas anderen Art“, will ich mal sagen, habe ich ja auch schon oben erzählt. Quasi:

Wenn du aus Fleisch und Blut bist und der Partner (scheinbar) aus Stein.

Ein Patient hatte z. B. eine Frau kennengelernt. Sie waren 9 Monate zusammen, er war aber nicht bei Tinder abgemeldet sagte er mir (JUNGE!?). Sie wurde schwanger. Er hat sie DIREKT verlassen. Was ich ihm sagte? Naja, dass das gar nicht geht, was ist das für eine Art? Aber er war wegen Schulterbeschwerden bei mir, nicht wegen einer Beziehungsberatung. Unter uns? Macht man nicht, wirklich nicht.

Oft sind Trennungen halt nicht „einvernehmlich“ und manchmal auch „dirty“ – und damit meine ich gar nicht unbedingt ehemals toxische Beziehungen – sondern einer der Parteien wird AUS SEINEN WOLKEN GESCHOSSEN! Aber wie schon gesagt: Stell deinen Ex (Exe? Hexe?) nicht aufs Podest. Ist ein normaler Mensch. Wie du. Nicht mehr, nicht weniger. Vermutlich kannst du fast alles besser, bist besser, hast bessere Werte, also sollte die andere Seite trauern, nicht du. Ok? #motivation

Aber für denjenigen der sich trennt: Du darfst natürlich gehen, es ist und bleibt immer deine Entscheidung. Aber bleib fair!

Irgendwo für ist vermutlich alles gut, zumindest im Nachgang! Wofür?

2 wichtige Dinge:

  1. Du entdeckst die Löcher deiner Aura. Und bekommst die Chance, diese zu bearbeiten.
  2. Du lernst etwas über dich, über Menschen und… machst es beim nächsten Mal halt besser! Und wirst danach vielleicht die beste Version deiner selbst.

Welche Störung oder Probleme oder Gefühle der Gegenüber hat(te), ist ja im Grunde gar nicht mehr so entscheidend? Wen juckt es denn – du musst niemanden heilen, retten oder von dir überzeugen und ob du jetzt „Recht hast“ oder irgendetwas „geRECHT“ ist, spielt doch auch keine so große Rolle mehr. Nimm es hin – du willst niemanden von dir überzeugen müssen. Okay? Liebe dich selbst – wie soll’s jemand anders, wenn du es nicht kannst.

Die Stoiker sagen:

„Du kannst deine Umwelt nicht beeinflussen, aber du kannst dich selbst und deine Gedanken über die Umstände beeinflussen.“

Tu das. Konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst. Dich, dein Leben, deine Gedanken.

Denn was vermutlich mit am schmerzvollsten ist? Während du dich in einem schwarzen Loch ohne Licht und ohne Ende in Sicht im freien Fall befindest, wartest du leider insgeheim, dass der dich ehemals liebende Partner dir aufhilft. Aber ER IST WEG JUNGE!!! Und liebende Partner… hat er oder sie das überhaupt jemals (bedingungslos) getan? Oft wird dir im Nachgang klar, dass da einiges nicht so „richtig“ lief, und du fragst dich vielleicht, wie du dieses Theater mitmachen konntest?

Ich denke, eine „gute Trennung“ muss nicht scheiße ablaufen und vielleicht kann man sogar auch befreundet bleiben, irgendwie zumindest. Eine „böse“ schon – und dieser solltest du nicht nachtrauern. Es braucht halt manchmal schon echt Empathielosigkeit, starke Egozentrik (Ich-Bezogenheit) oder (un-)bewusste Manipulation, um eine Person, die man einst liebte, am Ende recht feige und schäbig abzuservieren. Wird halt häufig gemacht. Denk an das Beispiel mit dem Tinder-Typen der dich erst schwängert und dann abhaut! Ist nicht schön.

In der Beratung von „Psychoneuroimmunologischen Gesundheitsstörungen“, spielt das Thema Beziehungen und Partnerschaft oft eine echt große Rolle. Da sitzen gestandene Männer vor dir und wenn es um das Thema geht werden sie blass, fangen teilweise an zu heulen und erkennen einige Ursachen für ihre Beschwerden auch in diesem Gebiet. Man kann Beziehungen, Verbindungen und Soziales nie von Gesundheit ausklammern.

Zurück zur Trennung: Also wenn du dich – ob zurecht oder auch nicht – unfair behandelt fühlst, dann mach dir doch klar, dass die Art und Weise, wie du weggeschossen wurdest, vielleicht nicht cool und auch nicht respektvoll war. Also klar, wenn jemand dich schlägt oder auch „psychisch misshandelt“, dir fremdgeht oder anderen Shit mit dir macht (Dealbreaker), da kannst du einfach gehen, Nummer löschen, blockieren und musst eigentlich nichts mehr sagen als JA FICK DU DICH DOCH SELBST.

Worte sind vermutlich auch weniger wichtig als Handlungen, und es ist eigentlich schon befreiend, wenn du bemerkst, wie kackegal du in diesem Theaterstück eigentlich für den Ex-Partner warst. Oder?

Dir fehlen bei Trennungen oft Informationen und das ist irgendwie nicht fair, zumindest nicht nach längeren Beziehungen, aber auch da juckt es nicht, was ist schon fair und wer entscheidet das. Die vielleicht wichtigste Info, die du brauchst und bekommst: Du bist dem anderen halt scheißegal und er will dich nicht in seinem Leben. Hol dir jemanden, der dich wirklich will – Döner mit alles! Auch mit Tomaten… ohne, dass du dafür betteln musst!

Döner mit alles

Ich meine – wer im Datingprozess merkt, dass der Gegenüber so gar nicht passt, kann ja einfach gehen. Ein kurzes: „Hey, sorry, ich glaub, das matcht nicht“, wäre zwar immer nett, aber auch keine Pflicht. Ein „persönliches Gespräch“ – also Drama, bevor die Beziehung eigentlich losgeht… – halte ich auch für sehr fragwürdig und unnötig.

Aber eine längere Beziehung – wo der Partner immer supportiv und liebevoll war, auch wenn er das Besteckfach „falsch eingeräumt“ hat – sollte nicht „feige“ per Whatsapp oder am Telefon beendet werden, während man schon den nächsten fickt. Da habe ich schon Storys gehört, JUUUNGE! Hier denke ich schon, dass der Gegenüber ein paar Infos verdient hat. Naja was heißt verdient? Wer entscheidet das überhaupt… Aber man hat schließlich einen Teil des Lebens miteinander verbracht. Allerdings ist das natürlich auch eine Ansage, wenn man keine richtigen Infos bekommt: Der Gegenüber weiß vielleicht gar nichts Genaueres – weil er sich mit eigenen Themen doch nicht so tief auseinandergesetzt hat – oder will gar nichts Genaueres sagen. So oder so, ich wiederhole mich: Kannst du abhaken, weil du solltest dir deutlich mehr wert sein als so eine Scheiße.

Echte Liebe ist langweilig: Warum du immer die falsche triffst?

Leider muss ich zugeben, dass ich schon verschiedene Arten von Beziehungen hatte. Leider? Naja irgendwie schon. Man macht zwar viele Erfahrungen, aber eigentlich wäre es doch schön, wenn du weißt, dass da jemand ist, der dich wirklich liebt und bei dir bleibt, komme was wolle. Ob das unrealistisch ist? Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben, aber ich werde mit der Zeit zunehmend „abgewichster“ und mein Herz fängt an, langsam schwarz zu werden.

Alle Arten von Beziehungen? Naja, einige zumindest. ACTIONREICHE, wo nur „geballert“ wurde, oder auch ruhige, On-Off, betrogen worden, einvernehmlich getrennt usw usf. Und ja, die „ruhigen“ sind manchmal etwas langweilig, aber eigentlich sehr schön? Keine Dramen, keine großen Streits, einfach „Ruhe“ – damit muss man aber auch klarkommen?

Man muss eine gute Beziehung aushalten können!

Das sagt Stefanie Stahl des Öfteren. Können viele nicht.

Maskerade

Wenn du beispielsweise in deiner Kindheit nie gelernt hast, wie eine gute romantische Beziehung abläuft – Mama und Papa schnauzen sich an, es wird geschrien und sich in die Fresse gehauen – dann weißt du nicht, wie „es sein sollte“. Da gibt’s laut Paarpsychologen und Psychotherapeuten mehrere Möglichkeiten, wozu das dann führen kann: Es gibt kein Drama? Dann machst du halt selbst Drama! Weil? Weil es sich gewohnt (und normal) anfühlt. „Mama und Papa haben’s doch so vorgelebt“. Oder eine andere Variante wäre, dass dir Drama so gewohnt vorkommt und du die toxische Scheiße deines Partners „liebend gerne“ mitmachst – naja, eigentlich findest du es kacke, aber irgendwie ist es halt, naja, WIE IMMER. Du kennst es eben nicht anders und bleibst drin. Oder du sitzt als kleiner Junge nichts-sagend auf der Treppe und Mama und Papa streiten sich ständig? Oder Mama und Papa waren irgendwie nie da und für dich ist es normal, dass der Partner abweisend zu dir ist? Liebe Eltern: Seid vorsichtig, das was ihr tut, verändert. Auch wenn ihr es nicht extra macht.

Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler Watzlawick sagte:

„Wir haben 2 Dramen in diesem Leben. Das eine ist, nicht zu bekommen, was wir wollen, und das andere ist, das zu bekommen, was wir wollen“.

Sind wir nie zufrieden? Viele zumindest nicht. Das nennt sich auch – auch in anderen Bereichen des Lebens – die hedonische Tretmühle: Du erreichst ein Ziel und es wird zum neuen Plateau, zum neuen Normal, und dann? Dann ist es so normal für dich, dass es dich wieder langweilt, und du gehst auf die Suche (Dopamin?) nach Neuem.

Tiefe Verbindungen sind Ruhe, Anti-Stress und Oxytocin. Wackelnde Bindungen sind voller Drama, Dopamin, Stresshormone, ACTION UND MOTIVATION!

So verrückt es sich anhört, aber man sollte mal darauf achten und sich die Frage stellen: Warum komme ich nicht mit der Ruhe und Sicherheit einer stabilen Verbindung klar? Warum verbinde ich mit einer guten Partnerschaft Nervenkitzel?

Hollywood zeigt uns meist nur die Verliebtheitsphase, die immer schön ist und perfekt zu sein scheint. Danach ist der Film meist zuende und alle glauben, dass das wahre Liebe wäre…

Was Liebe ist und wie man Liebe erhält? Und wie nicht…

Liebe wächst dort, wo Ehrlichkeit und Verletzlichkeit zugelassen werden. Wahre Intimität entsteht nämlich erst, wenn die Masken fallen. Die tiefsten Grundmuster des menschlichen Zusammenlebens sind Verbindung und Partnerschaft! Das sehen wir ja schon daran, wie viele gesundheitliche Prozesse durch Liebe und Verbindung positiv beeinflusst werden!

Vermutlich verzeiht Liebe, ist nicht nachtragend, will nicht ändern, ist authentisch und ehrlich. Und hier entsteht schon ein sehr schmaler Grad zwischen verändern wollen und ehrlich sein, zwischen meckern und liebevoller Kritik. Siehst du hier diese feinen Abstufungen und wie schwer es dadurch werden kann, die ehrliche Kommunikation sauber und ohne Verletzungen zu gestalten?

Das moderne Dilemma ist auch, dass die gestiegene Wahlfreiheit und Individualisierung, obwohl sie positive Fortschritte mitgebracht haben, gleichzeitig tiefe Verbindung erschweren. Denk an die hedonische Tretmühle: Irgendwie denkt man, man braucht immer etwas Besseres!? Partnerschaft wurde im Laufe der Jahre von einer Notwendigkeit zu einer freien Wahl, bei der Partner oft nach ihrem Beitrag zur eigenen Selbstverwirklichung bewertet werden (Kostennutzen-Denken) – was irgendwie meeega unromantisch ist, oder? Man kennt das auch als „Hypergamie“: Es wird ein Partner gewählt, zu dem man aufschaut und von dem man dann quasi in irgendeiner Art und Weise profitieren kann. Ob das evolutionär biologisch so sein musste? Vielleicht. Aber das bedeutet auch, dass es immer jemand Besseres gibt – und dieses „besser“ ist dabei aber abhängig vom Kontext! Der beste Wissenschaftler, der beste Diplomat, der beste Strongman, der beste ultimative Athlet, der beste Dozent, der beste Ficker usw. usf.; wen wählst du also? Wechselst du je nach Kontext einfach den Partner? 

Wie dem auch sei: Echte Verbindung ist frei von Dramen, ist loyal, ehrlich, ruhig. Ob’s wirklich bedingungslos ist, weiß ich nicht, aber es sollte in diese Richtung gehen.

Apropos bedingungslos? Mal ein etwas dramatischeres Beispiel: Man verliebt sich, es passt alles. Wirklich, perfekt. Es ist nicht nur die toxische Übertriebenheit einer Seelenverwandtschaft, sondern es ist wirklich schön, ruhig, ehrlich. Ihr fühlt euch zueinander hingezogen, habt gemeinsame Interessen und Ziele im leben, kurz: Wahre Liebe die passt. Seid mehrere Jahre zusammen. Jetzt wird einer der Statisten krank, Unfall, etwas genetisches, also er / sie kann nichts dafür. Stimmungsschwankungen, soziale Isolation, meckert ab jetzt vielleicht täglich mit dir, hat Schmerzen, ist unzufrieden, es verändert sich, aber, es ist die Krankheit. Der kranke Part benötigt Unterstützung, ja, auch Liebe und Therapie. Der verletze Part ist nicht mehr derselbe, nicht mehr die gleichen Ziele, nicht mehr die gemeinsamen Interessen, keine Sexualität mehr und es kommt wenig Liebe zurück. Was machst du? Ohne Bedingungen weiterlieben und den Therapeuten spielen, auch wenn es sich für dich nicht mehr gut anfühlt? Offene Beziehung? Trennung und im Stich lassen?

Unter uns? Schwierig. So selbst aufopfernd und bedingungslos, so unromantisch es sich anhört, ist Liebe vielleicht doch nicht?

Naja.

Gibt es „Taktiken“, wie man die Liebe und Beziehungen verbessert? Ja, bestimmt. Was ich dazu denke und was ich auch gefunden habe, schreibe ich dir einmal nieder,

  1. Kommunikation: Denk immer an die 4 Reiter der Apokalypse in der Kommunikation, deine Kernemotionen und den Kontext, in dem du dich befindest (äußere Stressoren killen eine positive Kommunikation!).
  2. Vorwürfe als Liebesbriefe? Hinter fast jedem Vorwurf steckt ein verletztes Bindungsbedürfnis. Wie schon gesagt: Ein Vorwurf wie „Du bist nie für mich da“ ist eigentlich ein verzweifelter Versuch zu sagen: „Ich brauche dich, ich habe Angst, dir nicht wichtig zu sein und dich zu verlieren“ – wenn du DAS sagen würdest, dann machst du dich zwar verletzlich, schaffst aber auch die Voraussetzung für echtes Verständnis und eine tiefe Verbindung!
  3. Verletzlichkeit kommunizieren: Um toxische Dynamiken zu durchbrechen, müssen Vorwürfe in die Sprache der Bedürfnisse und Gefühle übersetzt werden. Statt anzugreifen, sollte man die eigenen Ängste und Sehnsüchte offenlegen. Statt: JA DANN TRENN DICH DOCH, sagst du besser: „Ich verstehe dich wirklich nicht, ich liebe dich und habe Angst, dass wir uns trennen, wenn wir so weiter streiten, was ist denn eigentlich los?“
  4. Heilung durch korrigierende Erfahrungen: Alte Bindungsprogramme (die uns als Kind schützten, uns aber als Erwachsene sabotieren) können durch neue heilsame Erfahrungen überschrieben werden – wir können im Grunde „sichere Bindungen“, zumindest stellenweise, neu erlernen. Diese Erfahrungen bestehen darin, Verletzlichkeit zu zeigen und stattdessen Verbindung, Annahme, Sicherheit und Geduld zu erfahren, anstatt Zurückweisung. Das fühlt sich im ersten Moment strange an, weil das ja eigentlich gar nicht das ist, was du gewohnt bist, aber neue Erfahrungen schaffen eben auch neue Verhaltensweisen, Gedanken und ja, Erfahrungen.
  5. Emotionale Sicherheit schaffen: Emotionale Sicherheit entsteht, wenn wir die Tränen und negativen Gefühle des Partners einladen, anstatt sie wegzuwischen. Man signalisiert, dass man da ist, auch wenn es weh tut. Gefühle, die wahrgenommen und kommuniziert werden, beruhigen sich, wenn man sie nicht versucht, einfach mit voreiligen Lösungen wegzureden. Aber da geht es um die Kernemotionen – nicht um oberflächliches Geplänkel, wobei der Partner gar nicht checkt, was eigentlich Phase ist.
  6. Körperliche Nähe: Berührung ist die Muttersprache der Liebe. Berührung setzt Oxytocin frei, reduziert Stresshormone und deaktiviert Angstzentren im Gehirn, was emotionale Verbindung schafft. Stell dir vor: Du streitest. Nimmst dich aber dabei in den Arm. Der Kontext ändert sich: Statt ein gestresstes Gegeneinander entsteht ein lösungsorientiertes und liebevolles Miteinander. Probier’s aus. Generell darf man sich in einer Beziehung auch einfach so in den Arm nehmen. Und wenn mal die „Bumserei“ weniger wird? Dann massiert euch, küsst euch – oft kommt der Appetit beim Essen.
  7. Polarität, Weiblich- und Männlichkeit: Dieses Thema ist viel zu präsent in der Psychotherapie und Paarberatung (und Natur!), als dass man dieses Thema ausklammern könnte. Letztendlich bedeutet „Polarität“ aber keine Stigmatisierung oder ein „so muss Mann und so muss Frau sein“-Scheiß, sondern, dass man sich ergänzt, dass man sich committet, dass man zu seinem Wort steht und sich selbst zu schätzen weiß, dass man für sich selbst und sein Leben (und seine Gefühle) Verantwortung übernimmt und dem Partner gegenüber nicht bedürftig wird – das gilt für beide Geschlechter. Ein arbeitsloser Plus-Pol welcher der Partnerin mit 2 Kindern und Job Vorwürfe macht, dass zu wenig Zeit für ihn hat, wäre ein Beispiel für seeehr ungünstige Polarität, oder?

Echte Liebe

Was man selbst tun kann, damit man „beziehungsfähiger“ werden könnte?

  • Emotionale Exploration: Man muss lernen, Emotionen zu entpacken und seine Muster zu erkennen. Der Fokus liegt dabei auf den schon kennengelernten Kernemotionen (Angst, Traurigkeit, Einsamkeit, Scham), die wie gesagt oft durch sekundäre Emotionen (Wut, Ärger, Zynismus) geschützt oder maskiert werden. Kernemotionen ermöglichen echtes Verständnis und Verbindung über dich selbst und die Beziehung.
  • Arbeit am Selbstbild: Das, was als Kind rettete, sabotiert oft die Liebe. Es ist ja schön, dass du alleine klarkommen musstest und „autonom sein möchtest, damit dich niemand mehr verletzt“ – aber eine Beziehung funktioniert halt nicht, wenn du dich nicht drauf einlässt! Du darfst dich weiterentwickeln: Du hast dir als Kind auch in die Hosen geschissen und machst es heute nicht mehr – also hör auf, in der Vergangenheit festzuhängen, und komm einfach mal klar. Gesunde Freundschaften, die nicht aus Ja-Sagern bestehen, oder mit expressivem Schreiben und Affirmationen kann man alte Programme und Glaubenssätze vermutlich verändern und umschreiben.
  • Selbstreflexion bei Konflikten: Bevor man Konflikte anspricht, sollte man selbstkritisch die eigenen Anteile (eigene Unterlegenheitsgefühle, Neid, Projektionen) reflektieren, um nicht unfair zu sein oder die andere Person durch die „Dominanzbrille“ wahrzunehmen – je sicherer du dir bist, desto mehr Unrecht hast du meistens. Kennst du das Zitat: „Es ist komisch, dass der Dumme so selbstsicher und der Kluge voller Selbstzweifel ist“? Ja.
  • Umgang mit Stress: Äußerer Stress erzeugt leider innere Distanz – und das ganz unabhängig vom Partner oder deiner Beziehung. Es ist wichtig, dyadisches Coping (gemeinsamer Umgang mit Stress) zu betreiben: Der gestresste Partner kommuniziert seine Not, der Partner erkennt die Not und reagiert dann hilfreich (z. B. durch Reduzierung externer Stressoren oder durch Geben emotionaler Sicherheit). Das ist vermutlich immer einfacher, wenn man grad keinen Stress hat, haha.

Warum Beziehungen scheitern?

Naja, oft, weil es halt einfach nicht passt. Das merkst du erst nach einigen Monaten und das ist dann halt so.

Aber Beziehungen scheitern auch oft, weil sich einer oder beide Partner in negativen Mustern verstricken, die durch tiefe, oft unbewusste Programme aus der Vergangenheit ausgelöst werden. Und da hat dann vielleicht nicht der eine oder die andere Schuld, sondern die eigenen Issues kollidieren mit den Issues des Partners und es entwickelt sich eine merkwürdige Dynamik die keiner so richtig versteht.

Das Problem der Bindungsmuster und Kindheitsstrategien?

Ja, vermutlich scheißt du dir – im übertragenen Sinne – immer noch in die Hose und bist noch gar nicht „erwachsen“ geworden.

Die Strategien, die uns mal als Kinder halfen, zu überleben und Schmerz zu vermeiden (z. B. Distanz halten oder klammern), werden uns als Erwachsene in der Liebe zum Verhängnis. Zu sehr klammern und zu große Distanz sind ultra die Liebestöter!

Ein Problem beim „falschen Partner“ ist oft, dass sich ängstlich Gebundene (Klammernde, suchen Nähe und Bestätigung) und vermeidend Gebundene (ziehen sich zurück, fühlen sich überfordert) anziehen! DAT FUNKTIONIERT IN DER REGEL NICHT! Dieses Muster verstärkt die negativen Beziehungsmodelle beider Partner: Der Klammernde fühlt sich noch unwichtiger, der Vermeidende fühlt sich noch mehr in seiner Freiheit bedroht. Diesen Attacke-Rückzugs-Konflikt haben wir ja bereits besprochen und der ist sehr real.

Naja, und die moderne Gesellschaft und Technik mit den Dating-Apps (Tinder & Co.) erzeugen das „Paradox of Choice“ und eine „Escalation of Expectations“ bzw. „Überansprüche“. Dir wird suggeriert, dass du ja „mal eben per Klick und Swipe“ den Partner „austauschen“ kannst UND NATÜRLICH immer etwas Besseres bekommst (und selbstverständlich auch verdienst – wenn jemand dumm ist, dann natürlich dein Partner:in, du hast natürlich nie Schuld, bist perfekt und hast das Beste verdient… jaja) – wenn was nicht passt, nimmst du einfach einen anderen. Aber meist hast du mit „anderen Menschen andere Probleme“ – ist so, bleibt so.

Das Ding bei Dating-Apps ist ja auch, dass die suggerieren, dass sie dir „wahre Liebe und tiefe Bindungen“ versprechen – was ja wie gesagt sehr wichtig für uns Menschen ist – aber, diese Plattformen verdienen mit ihrem Rotz Geld und VERKAUFEN? UND DIE VERDIENEN KEIN GELD, WENN SIE WIRKLICH MENSCHEN LANGFRISTIG ZUSAMMEN VERBINDEN! Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Bzw. naja, wie viele Menschen auf diesen Datingplattformen sind gar nicht Single? 50–70 %? Ihr dreckigen Schweine – macht man nicht. Wo sind eure Werte?

Wahre Freiheit bedeutet nicht, sich jederzeit umzuentscheiden und tiefe Bindungen durch Apps zu ersetzen – wahre Freiheit ist, zu wissen, was du wirklich willst.

Auf alle Fälle sinkt durch diese Technik, diese Apps, die Hemmschwelle, mal eben aufzugeben und am gleichen Abend noch mit jemand anders bumsen zu können – dieser „Rebound“ ist aber selten die langfristige Lösung und bringt dich vermutlich immer weiter weg von dem, was für uns Menschen so wichtig ist: Tiefe Verbindungen, Loyalität und das Gefühl „anzukommen“.

Es geht nicht – auch nicht in tiefen Verbindungen – immer nur darum, „was krieg ich vom Partner“, sondern auch darum, was DU deinem Partner eigentlich geben kannst und möchtest. Wir wollen immer haben haben haben, aber was wollen und können wir geben? Wenn wahre Liebe jedoch nur an Bedingungen geknüpft ist, nur ein „Tausch von Dingen“ ist, dann findest du immer jemanden, der irgendwas besser kann oder mehr hat, und dann bist du raus und es entwickelt sich eigentlich nie echte Tiefe und Verbundenheit? Jammerschade?

Denn auch wenn du „angekommen“ bist, ist es nicht so, dass alles schön ist, es keine Probleme mehr gibt, die es zu lösen gilt, und all deine „Traumata wie weggeblasen“ sind – aber diese „Probleme“, vor die jede, auch sehr sichere, Beziehung irgendwann steht, zu lösen, schafft dann irgendwann eine tiefe Verbindung, welche durch keinen Swipe oder Wochenend-Fick ersetzt werden könnte.

Das Problem der Inakzeptanz nach Gottman:

Beziehungen scheitern, wie schon besprochen, wenn Partner versuchen, die 69 % (!!!) der perpetuellen Probleme so zu behandeln, als wären sie lösbar. Der Wunsch, den Partner reparieren zu wollen, führt unweigerlich zu Konflikten, Verletzungen und zunehmender Distanz. Glaub mir: Manche Dinge SIEHT UND FÜHLT DEIN PARTNER/DEINE PARTNERIN HALT NICHT WIE DU, und da kannst du dir den Mund fusselig reden, es wird dafür keine Lösung geben – bzw. die Lösung ist, auf die falsch herum aufgehängte Klorolle zu scheißen und dir im Klaren darüber zu sein, was du (verloren) hast.

klopapier rolle rückwärts

Naja, und viele Konflikte scheitern, weil Partner ihre eigenen Anteile nicht reflektieren, bevor sie den anderen ansprechen (oder weil die Klorolle rückwärts angebracht wurde…). Im Stoizismus gibt es ein Zitat, Marc Aurel sagte das, O-Ton: Eine Klorolle ist nur eine Klorolle.

Sorry, jetzt ernsthaft, was er sagte: Einfach mal die Fresse halten.

Naja, so ging das Zitat auch nicht exakt, aber so ähnlich: Aber dem anderen einfach mal zuhören, ehrlich zuhören, ohne etwas zu sagen oder sagen zu wollen, einfach mal den Mund halten, ohne schon zu überlegen was du jetzt sagen könntest und durch deine eigenen Gedanken schon wieder abgelenkt sein.

Und nur weil du denkst, du wärst ach so reflektiert, muss das nicht stimmen. Es gibt selten die eine Wahrheit, sondern meist mehrere und diese können je nach zusätzlichen Informationen und Kontexten nochmal ganz anders bewertet werden. Uncool in Beziehungen sind auch Unsicherheit oder Unterlegenheitsgefühle. Diese führen oft dazu, dass man den Partner durch (s)eine „Dominanzbrille“ wahrnimmt und alles, was er zur Verteidigung sagt, als weiteren Beweis für seine eigene Dominanz interpretiert. Dann wird aus normaler Kommunikation, aus einem normalen Erklärungsversuch wie „Hey Schatz, du verstehst mich da falsch“, der Vorwurf, Gaslighting zu betreiben – und aus dieser schuldumkehrenden Zwickmühle (Gridlock) kommst du nicht mehr heraus. Gottman beschreibt das ja sehr schön bei den 4-Reiter-Modell der Kommunikation.

Nicht zuletzt – so meine Gedanken zum Thema – ist Liebe und Partnerschaft, vor allem die monogame, die sich nicht hinter ihrer Bindungsangst mit Polyamorie, offenen Beziehungen und Rumgeficke versteckt, nicht nur eine bewusste Entscheidung für eine Person, jeden Tag aufs Neue, sondern sich auch mal verletzlich zu zeigen und „fallen zu lassen“. Auch ist vermutlich ein „übergeordnetes Ziel“ als Paar nicht uninteressant. Sei es Kinder kriegen, ein Haus bauen, eine Firma führen, eine Weltreise, einen Eselzuchtverein gründen oder was auch immer dir da einfällt – wir werden vermutlich in den seltensten Fällen für immer die rosa-rote Brille tragen und hechten dann von einer (Zweck) „Beziehung“ in die nächste, in der Hoffnung, dass „diesmal alles anders wird“. Ja, viel Glück dabei.

Naja. Das Leben ist geprägt von ständigem Wechsel. Von Liebe des Lebens zu Beziehung zuende. Immerhin bleibts spannend? Immerhin.

Etwas Persönliches? Ich wollte einmal wirklich heiraten, einmal – naja heiraten so semi, aber zumindest war das Gefühl da, mit dieser Person mein Leben wirklich zu verbringen, das eine, was ich habe, und naja, was soll ich sagen, Ciao Kakao. Da geht dann nicht nur deine Frau und deine beste Freundin, sondern da stirbt auch etwas in dir. Und einmal war ich sehr lange mit jemandem zusammen, fast 8 Jahre, wo es „einfach nicht so perfekt passte“ wegen den (fehlenden) Gemeinsamkeiten, ich aber ihre Loyalität und Werte extrem zu schätzen wusste. Und dann war da dieses ÜBERTRIEBENE HIGH!? War DAS Liebe? War das toxisch? War das nur Dopamin? Ich weiß es gar nicht. Sollte vielleicht alles 3 nicht sein und ich habe dabei sehr viel mitgenommen und muss mich am Ende auch eigentlich bei euch allen bedanken, ihr Bit… (schmunzel ruhig)

Alle anderen zwischenmenschliche und romantische Beziehungen waren mal gut, mal schlecht, teils toxisch, teils unvergesslich schön, hatten positive und negative Ereignisse, Erinnerungen und Momente, und ich hab durch alle, jede einzelne und auch jedes Date – egal wie unangenehm es manchmal war – extrem viel gelernt – über Menschen, über mich, über Kommunikation, Patienten, Gesundheit, Werte und und und.

Einen kleinen Teil meiner Learnings habe ich dir in diesem Artikel niedergeschrieben und hoffe sehr, dass er bei dir, bei euch, vielleicht in der (Beziehungs)Welt eine klitzekleine Spur hinterlassen wird – für mehr Liebe, mehr Verbindung und am Ende auch eine bessere Gesundheit.

Ich geh jetzt erstmal den Papagei füttern!

Chris Eikelmeier Bizeps Muskelaufbau

Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels basieren auf allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnissen, anonymisierten Fallbeispielen sowie persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen aus der Praxis. Alle dargestellten Situationen, Gedanken und Beispiele sind verallgemeinert und dienen ausschließlich der Reflexion psychologischer und sozialer Dynamiken. Es besteht keine Verbindung zu konkreten Personen. Ähnlichkeiten mit realen Menschen oder Ereignissen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Mehr lesen

Quellen:

Algoe SB, Kurtz LE, Grewen K. Oxytocin and Social Bonds: The Role of Oxytocin in Perceptions of Romantic Partners‘ Bonding Behavior. Psychol Sci. 2017 Dec;28(12):1763-1772. doi: 10.1177/0956797617716922. Epub 2017 Oct 2. PMID: 28968183; PMCID: PMC5734372.

Apostolou M, O J, Esposito G. Singles‘ Reasons for Being Single: Empirical Evidence From an Evolutionary Perspective. Front Psychol. 2020 May 6;11:746. doi: 10.3389/fpsyg.2020.00746. PMID: 32435217; PMCID: PMC7218110.

Balto JM, Pilutti LA, Motl RW. Loneliness in Multiple Sclerosis: Possible Antecedents and Correlates. Rehabil Nurs. 2019 Jan/Feb;44(1):52-59. doi: 10.1097/rnj.0000000000000128. PMID: 30601432.

Beal CC, Stuifbergen A. Loneliness in women with multiple sclerosis. Rehabil Nurs. 2007 Jul-Aug;32(4):165-71. doi: 10.1002/j.2048-7940.2007.tb00171.x. PMID: 17650784.

Bücher von Christian Hemschemeier, Stefanie Stahl uvm.

Carter CS, Bluthé RM, Connelly JJ, Kingsbury MA. Oxytocin: Not „just a female hormone“: A very special issue and a very special molecule. Compr Psychoneuroendocrinol. 2024 Oct 31;20:100273. doi: 10.1016/j.cpnec.2024.100273. PMID: 39801534; PMCID: PMC11725094.

Carter CS, Kenkel WM, MacLean EL, Wilson SR, Perkeybile AM, Yee JR, Ferris CF, Nazarloo HP, Porges SW, Davis JM, Connelly JJ, Kingsbury MA. Is Oxytocin „Nature’s Medicine“? Pharmacol Rev. 2020 Oct;72(4):829-861. doi: 10.1124/pr.120.019398. PMID: 32912963; PMCID: PMC7495339.

Carter CS, Porges SW. The biochemistry of love: an oxytocin hypothesis. EMBO Rep. 2013 Jan;14(1):12-6. doi: 10.1038/embor.2012.191. Epub 2012 Nov 27. PMID: 23184088; PMCID: PMC3537144.

Carter CS. Oxytocin and love: Myths, metaphors and mysteries. Compr Psychoneuroendocrinol. 2021 Dec 27;9:100107. doi: 10.1016/j.cpnec.2021.100107. PMID: 35755926; PMCID: PMC9216351.

Craft RM, Mogil JS, Aloisi AM. Sex differences in pain and analgesia: the role of gonadal hormones. Eur J Pain. 2004 Oct;8(5):397-411. doi: 10.1016/j.ejpain.2004.01.003. PMID: 15324772.

Earp BD, Wudarczyk OA, Foddy B, Savulescu J. Addicted to love: What is love addiction and when should it be treated? Philos Psychiatr Psychol. 2017 Mar;24(1):77-92. doi: 10.1353/ppp.2017.0011. PMID: 28381923; PMCID: PMC5378292.

Earp BD, Wudarczyk OA, Sandberg A, Savulescu J. If I could just stop loving you: anti-love biotechnology and the ethics of a chemical breakup. Am J Bioeth. 2013;13(11):3-17. doi: 10.1080/15265161.2013.839752. PMID: 24161170; PMCID: PMC3898540.

Esch T, Stefano GB, Michaelsen MM. The foundations of mind-body medicine: Love, good relationships, and happiness modulate stress and promote health. Stress Health. 2024 Aug;40(4):e3387. doi: 10.1002/smi.3387. Epub 2024 Mar 5. PMID: 38442034.

Esch T, Stefano GB. Love promotes health. Neuro Endocrinol Lett. 2005 Jun;26(3):264-7. PMID: 15990734.

Fisher AN, Stinson DA, Wood JV, Holmes JG, Cameron JJ. Singlehood and Attunement of Self-Esteem to Friendships. Soc Psychol Personal Sci. 2021 Sep;12(7):1326-1334. doi: 10.1177/1948550620988460. Epub 2021 Jan 27. PMID: 34394843; PMCID: PMC8358568.

Fisher HE, Xu X, Aron A, Brown LL. Intense, Passionate, Romantic Love: A Natural Addiction? How the Fields That Investigate Romance and Substance Abuse Can Inform Each Other. Front Psychol. 2016 May 10;7:687. doi: 10.3389/fpsyg.2016.00687. PMID: 27242601; PMCID: PMC4861725.

Forgeron PA, Stinson J, Birnie K, Finley GA, Jordan A, Qualter P, Candido L, Lamont M, Bradley C, Linkiewich D, Lowthian T, McNally S, Trehan N, Dick B. The Influence of Loneliness on Pain Outcomes for Adolescents: A Cross-Sectional Survey. Can J Pain. 2024 Oct 28;8(1):2404615. doi: 10.1080/24740527.2024.2404615. PMID: 39473457; PMCID: PMC11520531.

Gómez-López M, Viejo C, Ortega-Ruiz R. Well-Being and Romantic Relationships: A Systematic Review in Adolescence and Emerging Adulthood. Int J Environ Res Public Health. 2019 Jul 7;16(13):2415. doi: 10.3390/ijerph16132415. PMID: 31284670; PMCID: PMC6650954.

Hawkley LC, Cacioppo JT. Loneliness matters: a theoretical and empirical review of consequences and mechanisms. Ann Behav Med. 2010 Oct;40(2):218-27. doi: 10.1007/s12160-010-9210-8. PMID: 20652462; PMCID: PMC3874845.

Henriksen J, Larsen ER, Mattisson C, Andersson NW. Loneliness, health and mortality. Epidemiol Psychiatr Sci. 2019 Apr;28(2):234-239. doi: 10.1017/S2045796017000580. Epub 2017 Oct 30. PMID: 29081321; PMCID: PMC6998928.

Ito E, Shima R, Yoshioka T. A novel role of oxytocin: Oxytocin-induced well-being in humans. Biophys Physicobiol. 2019 Aug 24;16:132-139. doi: 10.2142/biophysico.16.0_132. PMID: 31608203; PMCID: PMC6784812.

Jaremka LM, Fagundes CP, Glaser R, Bennett JM, Malarkey WB, Kiecolt-Glaser JK. Loneliness predicts pain, depression, and fatigue: understanding the role of immune dysregulation. Psychoneuroendocrinology. 2013 Aug;38(8):1310-7. doi: 10.1016/j.psyneuen.2012.11.016. Epub 2012 Dec 27. PMID: 23273678; PMCID: PMC3633610.

Lawson EA. Understanding oxytocin in human physiology and pathophysiology: A path towards therapeutics. Compr Psychoneuroendocrinol. 2024 May 28;19:100242. doi: 10.1016/j.cpnec.2024.100242. PMID: 38974962; PMCID: PMC11225698.

Lee HJ, Macbeth AH, Pagani JH, Young WS 3rd. Oxytocin: the great facilitator of life. Prog Neurobiol. 2009 Jun;88(2):127-51. doi: 10.1016/j.pneurobio.2009.04.001. Epub 2009 Apr 10. PMID: 19482229; PMCID: PMC2689929.

Macchia L, Fett AK. The association between loneliness and pain, and the role of physical health and distress: an analysis in 139 countries. Sci Rep. 2025 Aug 20;15(1):30554. doi: 10.1038/s41598-025-15151-0. PMID: 40835671; PMCID: PMC12367996.

Medina II WA, Conermann T. Opioid-Induced Endocrinopathy. [Updated 2022 Nov 15]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK559211/

Murray DR, Haselton MG, Fales M, Cole SW. Falling in love is associated with immune system gene regulation. Psychoneuroendocrinology. 2019 Feb;100:120-126. doi: 10.1016/j.psyneuen.2018.09.043. Epub 2018 Oct 2. PMID: 30299259; PMCID: PMC6333523.

Naito R, McKee M, Leong D, Bangdiwala S, Rangarajan S, Islam S, Yusuf S. Social isolation as a risk factor for all-cause mortality: Systematic review and meta-analysis of cohort studies. PLoS One. 2023 Jan 12;18(1):e0280308. doi: 10.1371/journal.pone.0280308. PMID: 36634152; PMCID: PMC9836313.

Nakou A, Dragioti E, Bastas NS, Zagorianakou N, Kakaidi V, Tsartsalis D, Mantzoukas S, Tatsis F, Veronese N, Solmi M, Gouva M. Loneliness, social isolation, and living alone: a comprehensive systematic review, meta-analysis, and meta-regression of mortality risks in older adults. Aging Clin Exp Res. 2025 Jan 21;37(1):29. doi: 10.1007/s40520-024-02925-1. PMID: 39836319; PMCID: PMC11750934.

Park J, Zhu Y. Mortality risk of loneliness: Culture matters. Health Psychol. 2024 Nov;43(11):791-802. doi: 10.1037/hea0001401. Epub 2024 Aug 22. PMID: 39172390.

Pohl TT, Young LJ, Bosch OJ. Lost connections: Oxytocin and the neural, physiological, and behavioral consequences of disrupted relationships. Int J Psychophysiol. 2019 Feb;136:54-63. doi: 10.1016/j.ijpsycho.2017.12.011. Epub 2018 Jan 9. PMID: 29330007; PMCID: PMC6037618.

Ray JA, Kushnir MM, Meikle AW, Sindt JE, Strathmann FG. An exploratory study Evaluating the impact of opioid and non-opioid pain medications on serum/plasma free testosterone and free estradiol concentrations. Drug Test Anal. 2017 Oct;9(10):1555-1560. doi: 10.1002/dta.2174. Epub 2017 Mar 31. PMID: 28182836.

Schneiderman I, Zagoory-Sharon O, Leckman JF, Feldman R. Oxytocin during the initial stages of romantic attachment: relations to couples‘ interactive reciprocity. Psychoneuroendocrinology. 2012 Aug;37(8):1277-85. doi: 10.1016/j.psyneuen.2011.12.021. Epub 2012 Jan 26. PMID: 22281209; PMCID: PMC3936960.

Shankar R. Loneliness, Social Isolation, and its Effects on Physical and Mental Health. Mo Med. 2023 Mar-Apr;120(2):106-108. PMID: 37091945; PMCID: PMC10121112.

Song H, Zou Z, Kou J, Liu Y, Yang L, Zilverstand A, d’Oleire Uquillas F, Zhang X. Love-related changes in the brain: a resting-state functional magnetic resonance imaging study. Front Hum Neurosci. 2015 Feb 13;9:71. doi: 10.3389/fnhum.2015.00071. PMID: 25762915; PMCID: PMC4327739.

Waldinger RJ, Schulz MS. What’s love got to do with it? Social functioning, perceived health, and daily happiness in married octogenarians. Psychol Aging. 2010 Jun;25(2):422-31. doi: 10.1037/a0019087. PMID: 20545426; PMCID: PMC2896234.

Walsh LC, Gonzales AM, Shen L, Rodriguez A, Kaufman VA. Expanding relationship science to unpartnered singles: What predicts life satisfaction? Front Psychol. 2022 Sep 16;13:904848. doi: 10.3389/fpsyg.2022.904848. PMID: 36186400; PMCID: PMC9523881.

Yanguas J, Pinazo-Henandis S, Tarazona-Santabalbina FJ. The complexity of loneliness. Acta Biomed. 2018 Jun 7;89(2):302-314. doi: 10.23750/abm.v89i2.7404. PMID: 29957768; PMCID: PMC6179015.

Hier findest ein paar Bücher die mir sehr geholfen haben:*

*Einige dieser Links sind Amazon-Affiliate Links. Das heisst, du zahlst zwar für dieses Produkt keinen Cent mehr – jedoch bekommen wir von Strength First eine kleine Provision fürs bewerben – somit unterstützt du uns und diesen Blog um dir weiterhin kostenfreie und coole Inhalte und Rezepte zu liefern. Wir wählen nur saubere und qualitativ hochwertige Produkte aus die wir auch selbst verwenden. Aber: Wie du auch, können wir nur hoffen, dass das drin ist, was drauf steht.

Chris Eikelmeier Physiotherapeut Psychoneuroimmunologie Athlet

Über

Hi mein Name ist Chris Eikelmeier, Gründer von Strength First® und von der Nahrungsergänzungsmittel-Marke Götterspeise®. Ich bin Physiotherapeut (MT, MTT), Therapeut und Master in klinischer Psychoneuroimmunologie, Athlet und Trainer und ich liebe es zu schreiben. Ich saß im Rollstuhl, war dummerweise schon einige Male größer verletzt, hatte Reizdarm, Allergien und... schon lange nicht mehr. Patienten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum reisen zu uns an, für eine Beratung oder ein Event von uns. Was ich glaube? Ich glaube, dass sich schwere Gewichte nicht von alleine heben. Genauso bin ich der festen Überzeugung, dass sich dein Körper, deine Gesundheit, von jeder Situation wieder erholen kann. Und auch, dass Gesundheit nicht kompliziert sein kann. Wenn du weißt wie? Deshalb schreibe ich diesen Blog. Achso: Und wieso Leistung und Gesundheit? Ich denke Gesundheit ohne Leistung ist wie Heino ohne Brille. Beides gehört zusammen und ist untrennbar miteinander verknüpft. Ps: Manchmal schreibe ich etwas derber, manchmal witziger, manchmal fachlicher... mir ist es zwar wichtig alle Infos möglichst objektiv wiederzugeben, aber nicht zu langweilig und nicht zu streng. Ich denke, dass Spaß haben ein großer Teil der Lösung für eine bessere Gesundheit und ein schöneres Leben ist. Also: Sei mir nicht böse, wenn du manchmal rote Ohren bekommst! #sorrynotsorry Mehr zu mir.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Psssst: Streng(th) geheime Insider­informationen!!!

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
Training, Sport und Leistung
Allgemeine Gesundheit
Physiotherapie und Rehabilitation


Hinweis: Hier geht es zu unserer Datenschutzerklärung und unseren Hinweispflichten.


BORING-BUT-BIG-900x600
DER-Assessment-Workshop-Manuelle Therapie Gelenkbefundung für Trainer und Physios

Gefallen Dir unsere kostenlosen Inhalte hier und auf Social Media?

Spendier’ uns einen Kaffee 🙂 #danke