Schilddrüsenunterfunktion: Es gibt viel mehr als Jod!

Chris Eikelmeier Physiotherapeut Psychoneuroimmunologie Athlet

Von Chris Eikelmeier

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Eine Schilddrüsenunterfunktion ist relativ häufig und wird trotzdem oft sehr spät erkannt. Dabei betrifft die tatsächlich diagnostizierte Schilddrüsenunterfunktion etwa 5% der Deutschen und die subklinische nochmal 5-10% und vermutlich gibt´s da auch noch ein paar Grauzonen und Dunkelziffern.

Das Problem dabei ist nicht nur, dass die Schilddrüse „zu wenig Hormone macht“. Das eigentliche Problem ist, dass dadurch dein gesamter Energiehaushalt mehr oder minder lahmgelegt wird. Und genau deshalb sind die Beschwerden auch oft so vielfältig – UND TOTAL UNSPEZIFISCH!

Alles im Körper ist nämlich energieabhängig. Jede Handlung, jeder Gedanke, jede Regeneration, jede Anpassung. Und was steuert unsere Schilddrüse primär? Naja, die Energieproduktion! Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, läuft die mitochondriale Funktion, also die Energieproduktion nicht richtig – Schilddrüsenhormone stimulieren nämlich die ATP-Produktion in unseren Mitochondrien (ATPase + Mitochondrienbiogenese).

Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich über Müdigkeit, Probleme beim Abnehmen, Motivationsverlust, depressive Verstimmung, Haarausfall, Hautprobleme, Verstopfung oder auch Verdauungsprobleme wie SIBO (Small Intestine Bowel Overgrowth Syndrome) bemerkbar machen. Das Gemeine daran: Viele dieser Beschwerden sind unspezifisch. Genau deshalb wird die Ursache oft nicht direkt bei der Schilddrüse gesucht. Du hast beispielsweise bei der SIBO ein Darmproblem, machst erst mal eine Stuhlprobe, Anamnesen, Bluttest und dann noch eine Atemgasanalyse – und dokterst dann am Darm herum, müsstest dir aber eigentlich „nur“ die Schilddrüse angucken und etwas mehr Algensalat essen? Manchmal ist das so.

Aber es gibt ja physiologisch Sinn, dass eine „mangelnde Schilddrüsenleistung“  das gesamte System – und damit viele verschiedene Symptome – betrifft. Denn: It´s all about energy – jedes System benötigt eben ausreichend Energie!

Apropos Probleme beim Abnehmen: Es sind meist auch nur 10-20% Verlust der metabolischen Basalrate (BMR), also irgendwas zwischen 100 und 300kcal die man weniger am Tag verbraucht. Also eine gute halbe Schokolade und NICHT DIE AUSREDE FÜR ALLES!

Warum die Schilddrüsenunterfunktion so viele betrifft?

Mit 5-15%, vielleicht mehr Menschen, die von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen sind, oder eben mit einer latenten oder subklinischen Form, sind das schon recht viele. Letzteres bedeutet: Die Schilddrüse arbeitet nicht mehr optimal, auch wenn noch nicht alles komplett „entgleist“ ist. Häufig wird dann ein erhöhter TSH-Wert im Blut sichtbar. Alles über 2,5-3mU/l entspricht eigentlich schon einem reduzierten Output – oder reduzierter Wirkung – des aktiven Schilddrüsenhormones, allerdings liegen diese Werte im „Referenzbereich“ und somit wird erstmal niemand aktiv. Schwangeren wird da aber schon empfohlen etwas zu unternehmen, denn für Schwangere ist eine optimale Schilddrüsenleistung enorm wichtig und es werden werde <2,5 angestrebt; Schilddrüsenhormone sind wichtig für die Gehirnentwicklung des Fötus!.

Aber „alles ok“ wird oft gesagt, sofern man den Referenzbereich nicht sprengt, obwohl es einem wirklich beschissen geht. Man liest aber immer häufiger darüber, dass einige Endokrinologen diese Referenzwerte schon als „auffällig“ bezeichnen.

Frauen sind dabei 5-Mal häufiger betroffen!

Zudem ist Deutschland laut dem BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) nach wie vor ein Jodmangelgebiet. Das allein erklärt aber nicht alles, ist aber eine wichtige Grundlage. Denn ohne ausreichend Jod kann die Schilddrüse ihre Hormone nicht ordentlich herstellen.  Trijodthyronin (T3 = aktive Schilddrüsenhormon) besitzt „Tri Iod“ = also 3 Jodatome.

Kurz zur Bildung: Aus Protein bzw. der Aminosäure Tyrosin und etwa 200µg Jod wird über das Enzym TPO (Thyreoperoxidase), welches u.a. Zink und Eisen benötigt, T4 gebildet, welches über eine selenabhängige Deiodase in Leber und anderen Geweben zu T3 umgewandelt wird. Steigt der T3 Spiegel so sinkt der TSH-Spiegel, das ist im Hypothalamus (TRH) und der Hypophyse (TSH) dann rückgekoppelt.

Gleichzeitig reicht es aber nicht, das sieht man ja schon an diesem Beispiel nur auf Jod zu schauen, denn die Schilddrüse braucht deutlich mehr als nur einen einzigen Nährstoff!

Chris Eikelmeier erklärt Schilddrüsenprobleme

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Die Schilddrüse braucht mehr als nur Jod!

Jod ist wichtig, aber es ist nur ein Teil des Ganzen. Damit die Schilddrüse ordentlich funktioniert, braucht der Körper mehrere Dinge gleichzeitig: Vitamin A, Vitamin D, Selen, Zink, Eisen, ausreichend Protein beziehungsweise Tyrosin und ein Milieu, in dem nicht permanent Entzündung, Stress und Immunaktivierung dominieren.

Fehlt einer dieser Bausteine, dann kann entweder die Bildung, die Umwandlung oder die Wirkung der Schilddrüsenhormone schlechter funktionieren. Genau deshalb reicht es oft nicht, nur einen Wert isoliert zu betrachten – wird in der Praxis aber oft gemacht. Schaut man sich die nationale Verzehrstudie 2 an, dann erkennt man: Deutschland ist nicht nur ein Jodmangelgebiet!!!

Multivitamin

T3 ist das aktive Schilddrüsenhormon!

Das aktive Schilddrüsenhormon ist T3, welches peripher, also im Gewebe, über deine selenabhängige Dejodierung gebildet wird. Dieses Hormon wirkt an Rezeptoren im Zellkern und beeinflusst dort, wie gut bestimmte Prozesse überhaupt ablaufen können, vor allem den Energiestoffwechsel und unsere Mitochondrien betreffend. Entscheidend ist: Dieser Schilddrüsenhormon-Rezeptor arbeitet nicht allein. Er braucht Partner (Heterodimer = Ein Heterodimer-Rezeptor ist ein funktioneller Proteinkomplex, bestehend aus 2 verschiedenen Untereinheiten um Signale zu übertragen). Einer dieser Partner ist der RXR-Rezeptor (Retinoid-X-Rezeptor), und der hängt mit Vitamin A beziehungsweise Retinol zusammen. Das bedeutet? Selbst wenn Schilddrüsenhormone vorhanden sind, können sie unter Umständen nicht optimal am Rezeptor wirken, wenn Vitamin A fehlt (Capriello et al. 2022, Li et al. 2002).

Das ist ein Punkt, den viele gar nicht auf dem Schirm haben. Es geht nicht nur darum, Hormone zu bilden. Sie müssen auch richtig wirken können, oder?

Warum Vitamin A für die Schilddrüse so wichtig ist?

Vitamin A in Form von Retinol spielt für die Schilddrüse an mehreren Stellen eine Rolle. Beta-Carotin wird nicht besonders effizient in Retinol umgewandelt (Scott et al. 2000). Deshalb kann es sein, dass einige Menschen funktionell zu wenig Vitamin A haben, obwohl sie gefühlt „gesund“ essen und ausreichend Retinol-Äquivalenten in Form von Carotinoiden zuführen!

Vitamin A als Retinol unterstützt die Schilddrüsenfunktion dabei auf mehreren Ebenen: Es verbessert die Wirkung der Schilddrüsenhormone über das Rezeptorsystem. Es kann die Umwandlung von T4 in T3 in der Leber verbessern. Es fördert die Jodaufnahme, was gerade in einem Jodmangelgebiet relevant ist – das zeigen einige Tiermodelle. Und es wirkt sich zusätzlich positiv auf die Darmbarriere aus.

Gerade dieser letzte Punkt ist spannend. Eine stabile Darmbarriere bedeutet also weniger „Leaky gut“ (wenn du nicht weißt was das ist, lies mal hier mehr dazu). Und Leaky Gut ist vermutlich kein harmloses Nebenthema, sondern ein möglicher Treiber für immunologische Fehlreaktionen und ein „Danger Signal“ für Autoimmunerkrankungen! Autoimmunerkrankungen? Ja, sowas wie Morbus Basedow oder Hashimoto (Kaur et al. 2026)!

Schilddrüse, Darm und Autoimmunität hängen zusammen…

Viele Schilddrüsenprobleme haben also einen autoimmunen Hintergrund, etwa Hashimoto oder Morbus Basedow. Hashimoto wird im Grunde die letzten Jahrzehnte zu einer Volkskrankheit!? Deshalb lohnt es sich nicht, die Schilddrüse isoliert zu betrachten. Darm, Immunsystem und Schilddrüse hängen wie beschrieben zusammen – Hashimoto hat gefühlt jede zweite Frau!?

Neben einem Barriereproblem (Leaky) und der molekularen Mimikry, können Selenmangel, Jodüberschuss, viel psychoemotionaler Stress und Infektionen, zusammen mit einer genetischen Neigung, als Ursachen einer Hashimoto Thyreoiditis angesehen werden.

Zurück zum Vitamin A. Vitamin A unterstützt regulatorische T-Zellen (T-Reg), also jene Immunzellen, die überschießende Immun-Reaktionen bremsen können. Wenn dieses System besser funktioniert und gleichzeitig die Darmbarriere stabiler ist, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Immunsystem permanent auf Angriff programmiert bleibt und irgendwann fälschlicherweise den eigenen Körper angreift.

Lies hier mehr zu Autoimmunerkrankungen.

Vitamin D statt Hashimoto?

Und auch ausreichend Vitamin D scheint sich positiv auf entzündliche Prozesse und Autoimmunprobleme auszuwirken.

Besonders interessant ist das bei TPO-Antikörpern. Diese Antikörper richten sich gegen ein Enzym der Schilddrüse und sind typisch für Autoimmunprozesse an der Schilddrüse. Wenn Vitamin D ausreichend vorhanden ist, reduzieren sich oft die TPO-Antikörper (Chaudhary et al. 2016).

Wie Schilddrüsenhormone gebildet werden?

Die Hypophyse produziert TSH, das schilddrüsenstimulierende Hormon. Wenn zu wenig Schilddrüsenhormon vorhanden ist, steigt TSH an. Das ist im Grunde das Signal: Die Schilddrüse soll mehr leisten.

In der Schilddrüse spielt dann das Enzym TPO eine zentrale Rolle. Es verarbeitet Jod und verbindet es mit Tyrosin, sodass zunächst vor allem T4 entsteht. T4 ist die weniger aktive Form des Schilddrüsenhormones. Daraus kann später T3 gebildet werden, also das aktive Schilddrüsenhormon.

Allein an dieser Stelle wird schon klar, wie viele Voraussetzungen erfüllt sein müssen: Es braucht Jod, es braucht Tyrosin, es braucht Enzyme, und diese Enzyme brauchen wiederum ihre Cofaktoren. Welche?

Selen und Zink entscheiden mit über die Umwandlung!

Die Umwandlung von T4 in T3 erfolgt über Deiodasen. Dafür braucht der Körper unter anderem Selen und Zink. Wenn diese Nährstoffe fehlen, kann genau diese Umwandlung schlechter funktionieren.

Dann kann es sein, dass zwar Schilddrüsenhormon gebildet wird, aber nicht genügend davon in die aktive Form T3 überführt wird. Genau das ist einer der Gründe, warum manche Menschen typische Unterfunktionssymptome haben, obwohl nicht jeder einzelne Standardwert komplett aus dem Rahmen fällt? Vermutlich.

Selen und Zink sind dabei keine Nebendarsteller, sondern zentrale Faktoren für die Schilddrüsenfunktion welche oft vergessen werden!

Das soll kein Ärzte-Bashing sein, aber ich habe noch bei keinem Patienten in fast 20 Jahren Beratung gesehen, dass außer Jod, irgendetwas anderes empfohlen wird! Wenn Jodsalz nicht klappt, dann gibt´s meist eben eine Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie in Form von Levothyroxin.

Eisen und Protein sind ebenfalls unverzichtbar!

Für die Bildung der Schilddrüsenhormone braucht der Körper außerdem Tyrosin, also letztlich ausreichend Protein – Tyrosin ist eine Aminosäure. Wer dauerhaft zu wenig Protein aufnimmt, liefert der Schilddrüse schlechteres Ausgangsmaterial. Auch hier zeigt die nationale Verzehrstudie 2, dass viele Menschen tatsächlich zu wenig Protein essen. WIE KANN DAS SEIN? Neben Fleisch, Fisch, Eiern, Nüssen, Tofu, Tempeh, Linsen und anderen Hülsenfrüchten, gibt´s doch furchtbar leckere Proteinshakes bei Götterspeise!!!

Neben zu wenig Protein bzw. Tyrosin kommt noch der gute alte Eisenmangel! Häufig, auch wieder vermehrt bei Frauen! Das TPO-Enzym benötigt Eisen. Gerade Frauen haben häufig Eisenmangel, aber auch Männer können betroffen sein, wenn auch seltener – aber in der Praxis sehe ich das auch dort. Wenn dann gleichzeitig Jod, Selen, Zink, Eisen und Protein nicht ausreichend vorhanden sind, verschlechtert sich die Schilddrüsenfunktion fast zwangsläufig. Kann man sich das vorstellen?

Das Problem ist dabei oft nicht ein einzelner massiver Mangel, sondern die Summe mehrerer kleiner Defizite, die sich gegenseitig verstärken.

Nicht jedes T4 wird zu aktivem T3?

T4 kann nicht nur in aktives T3 umgewandelt werden, sondern auch in Reverse T3 (rT3). Das ist die ungünstigere Richtung, weil Reverse T3 inaktiv ist.

Genau diese Verschiebung wird durch mehrere Faktoren begünstigt: chronische niedriggradige Entzündungen, Infektionen beziehungsweise Immunaktivierung, Stress, psychoemotionale Belastungen, traumatische Erfahrungen und ein starkes Kaloriendefizit. Auch ein Mangel an den nötigen Cofaktoren macht die Situation natürlich nicht besser?

Das erklärt, warum Menschen mit chronischem Stress, Entzündungen oder Crash-Diäten oft Schilddrüsenprobleme entwickeln oder bestehende Probleme verstärken, obwohl sie nicht einfach nur „zu wenig Jod“ haben.

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Stress bremst die Schilddrüse auf mehreren Ebenen?

Stress ist nicht nur Zeitdruck oder ein voller Kalender. Stress kann auch aus Entzündungen, Infektionen, Kaloriendefiziten oder psychoemotionalen Belastungen, falschen Beziehungen oder der Jobwahl entstehen. Der Körper reagiert auf all das nicht neutral. Er schaltet in einen Modus, in dem weniger aktives Schilddrüsenhormon bereitgestellt wird. Prima! Dann bist du müde, energielos und das lässt dich Stressoren natürlich noch größer erscheinen…

Deshalb reicht es nicht, nur ein Supplement einzuwerfen, etwas Jodsalz und Algensalat zu essen und zu hoffen, dass alles besser wird, denn wenn parallel Stress, Entzündung und Unterversorgung weiterlaufen, bleibt die Schilddrüse unter Druck.

Apropos: Dann macht ein Darmproblem Probleme mit der Schilddrüse und Schilddrüsenprobleme mit dem Darm – siehe oben, was ich zu SIBO sagte – es ist ALLES EINS! Bei jeder Gesundheitsstörung muss das gesamte System und der gesamte Mensch beachtet werden.

Zink about it!?

Zink ist nicht nur an der Umwandlung und Produktion der Schilddrüsenhormone (u.a. TPO) beteiligt. Es wird auch für stabile Barrieren gebraucht, etwa im Darm, in der Haut, in der Lunge und sogar an der Blut-Hirn-Schranke. Gerade im Darm sind funktionierende Tight Junctions wichtig, damit nicht permanent Stoffe durch die Schleimhaut dringen, die dort nichts verloren haben. Unter anderem Zink wird dafür benötigt.

Wenn diese Barrieren geschwächt sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für chronische Immunaktivierung (Escalante et al. 2024). Und genau das ist wieder ein Faktor, der Autoimmunprozesse begünstigen und die Schilddrüse zusätzlich belasten kann. Sagte ich schon, dass alles eins ist und man alles beachten muss?

Schilddrüsengesundheit ist immer auch Grundlagenarbeit!!!

Wer seine Schilddrüsenfunktion verbessern will, sollte deshalb also AUCH an den Basics arbeiten. Dazu gehören eine ausreichende Versorgung mit Jod, Vitamin A als Retinol, Vitamin D, Selen, Zink, Eisen und Protein – aber auch Omega-3-Fettsäuren und dann gehört noch dazu, Entzündungsquellen zu reduzieren, die Darmbarriere zu stabilisieren und Stress ernst zu nehmen. Letzteres bedeutet: Auf seinen Körper hören und nicht immer nur wegdrehen von Problemen! Natürlich ist das im ersten Moment einfacher, aber langfristig bringt dir das nichts.

Und gerade bei Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion oder Autoimmunprozessen ist es oft sinnvoll, nicht nur auf Medikamente oder Laborwerte zu schauen, sondern auf das gesamte Milieu, in dem die Schilddrüse arbeiten muss.

Eigentlich könntest du 80% der Leute von der Schlachtbank holen, wenn sie einfach nur die Basistherapie machen würden. Weil?

GESUNDHEIT KANN NICHT KOMPLIZIERT SEIN!

Und interessant war auch die Schlussfolgerung einer Studie aus dem Jahr 2023 zum Thema Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse: Die Paleo-Diät liefert spezifische Makronährstoffanteile, die sich positiv auf die Reduzierung von AITD-Antikörpern (AITD = Autoimmune Thyroid Disease) auswirken und gleichzeitig die Schilddrüsenhormone verbessern können (Hollywood et al. 2023).

Sportler sollten Jod besonders im Blick behalten!

Wer viel trainiert und stark schwitzt, verliert nicht nur Wasser und Natrium, sondern auch Jod. Das ist praktisch relevant, weil gerade Sportler dadurch schneller in ein Defizit rutschen können. Wenn ohnehin schon ein Jodmangelgebiet vorliegt, verschärft starkes Schwitzen die Situation zusätzlich.

Das bedeutet: Wer regelmäßig intensiv trainiert, hat unter Umständen einen höheren Jodbedarf als jemand, der wenig schwitzt. Gerade dann reicht es nicht, sich nur Gedanken über Elektrolyte zu machen. Auch die Schilddrüse muss versorgt werden. 37µg/L Jod können das im Schweiß sein und bei 1, 2 oder mehr Liter PRO STUNDE schwitzen, kommt da eine ganze Menge zusammen – das könnte den Jodbedarf hier und da einmal verdoppeln!

Mehr zu Jod liest du hier.

Diese Lebensmittel liefern wichtige Bausteine für die Schilddrüse?

Sinnvolle Quellen für schilddrüsenrelevante Nährstoffe sind Fisch, Milchprodukte, Jodsalz, Algen, Meerestiere und Fleisch. Der Vorteil: Diese Lebensmittel liefern nicht nur Jod, sondern je nach Auswahl auch Selen, Zink, Eisen und Protein.

Gerade das Zusammenspiel ist ja wie gesagt entscheidend – „Monosubstanzen“ bringen oft nicht die gewünschte (vollständige) Wirkung! Es bringt wenig, nur einen Baustein zu erhöhen (essen Sie mehr Jodsalz…), wenn an mehreren anderen Stellen weiterhin Defizite bestehen – natürlich besser als nichts, aber nicht optimal.

Was ich machen würde? Ich würde mein YouTube-Video dazu schauen, in unserem Nährstofflexikon von Götterspeise stöbern, dann neben Jodsalz, Fisch und Algen und einer Art Paleo-Ernährung, ein simples Multivitamin und Multimineral nehmen, dazu Omega-3-Fettsäuren und D3 etwas höher dosieren und schauen wie sich meine Energie-Level, mein Wohlbefinden und meine Blutwerte innerhalb von 8 Wochen verändern. 

Zum Nährstoff-Lexikon geht´s hier entlang (klick mal aufs Bild):

Nährstofflexikon Nahrungsergänzungsmittel

Mehr lesen

Quellen

Capriello S, Stramazzo I, Bagaglini MF, Brusca N, Virili C, Centanni M. The relationship between thyroid disorders and vitamin A.: A narrative minireview. Front Endocrinol (Lausanne). 2022 Oct 11;13:968215. doi: 10.3389/fendo.2022.968215. PMID: 36303869; PMCID: PMC9592814.

Chaudhary S, Dutta D, Kumar M, Saha S, Mondal SA, Kumar A, Mukhopadhyay S. Vitamin D supplementation reduces thyroid peroxidase antibody levels in patients with autoimmune thyroid disease: An open-labeled randomized controlled trial. Indian J Endocrinol Metab. 2016 May-Jun;20(3):391-8. doi: 10.4103/2230-8210.179997. PMID: 27186560; PMCID: PMC4855971.

Escalante J, Artaiz O, Diwakarla S, McQuade RM. Leaky gut in systemic inflammation: exploring the link between gastrointestinal disorders and age-related diseases. Geroscience. 2025 Feb;47(1):1-22. doi: 10.1007/s11357-024-01451-2. Epub 2024 Dec 6. PMID: 39638978; PMCID: PMC11872833.

Hollywood JB, Hutchinson D, Feehery-Alpuerto N, Whitfield M, Davis K, Johnson LM. The Effects of the Paleo Diet on Autoimmune Thyroid Disease: A Mixed Methods Review. J Am Nutr Assoc. 2023 Nov-Dec;42(8):727-736. doi: 10.1080/27697061.2022.2159570. Epub 2023 Jan 4. PMID: 36598468.

Kaur J, Jialal I. Hashimoto Thyroiditis. [Updated 2026 Feb 6]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK459262/

Li D, Li T, Wang F, Tian H, Samuels HH. Functional evidence for retinoid X receptor (RXR) as a nonsilent partner in the thyroid hormone receptor/RXR heterodimer. Mol Cell Biol. 2002 Aug;22(16):5782-92. doi: 10.1128/MCB.22.16.5782-5792.2002. PMID: 12138189; PMCID: PMC133993.

Scott, K.J. & Rodriquez-Amaya, D.. (2000). Pro-vitamin A carotenoid conversion factors: Retinol equivalents – Fact or fiction?. Food Chemistry. 69. 125-127. 10.1016/S0308-8146(99)00256-3.

Chris Eikelmeier Physiotherapeut Psychoneuroimmunologie Athlet

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Hi mein Name ist Chris Eikelmeier, Gründer von Strength First® und von der Nahrungsergänzungsmittel-Marke Götterspeise®. Ich bin Physiotherapeut (MT, MTT), Therapeut und Master in klinischer Psychoneuroimmunologie, Athlet und Trainer und ich liebe es zu schreiben. Ich saß im Rollstuhl, war dummerweise schon einige Male größer verletzt, hatte Reizdarm, Allergien und... schon lange nicht mehr. Patienten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum reisen zu uns an, für eine Beratung oder ein Event von uns. Was ich glaube? Ich glaube, dass sich schwere Gewichte nicht von alleine heben. Genauso bin ich der festen Überzeugung, dass sich dein Körper, deine Gesundheit, von jeder Situation wieder erholen kann. Und auch, dass Gesundheit nicht kompliziert sein kann. Wenn du weißt wie? Deshalb schreibe ich diesen Blog. Achso: Und wieso Leistung und Gesundheit? Ich denke Gesundheit ohne Leistung ist wie Heino ohne Brille. Beides gehört zusammen und ist untrennbar miteinander verknüpft. Ps: Manchmal schreibe ich etwas derber, manchmal witziger, manchmal fachlicher... mir ist es zwar wichtig alle Infos möglichst objektiv wiederzugeben, aber nicht zu langweilig und nicht zu streng. Ich denke, dass Spaß haben ein großer Teil der Lösung für eine bessere Gesundheit und ein schöneres Leben ist. Also: Sei mir nicht böse, wenn du manchmal rote Ohren bekommst! #sorrynotsorry Mehr zu mir.

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