Peptide, Regeneration und Verletzungen: Was steckt dahinter?

Chris Eikelmeier Physiotherapeut Psychoneuroimmunologie Athlet

Von Chris Eikelmeier

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Wie wäre es, wenn ich dir sagen würde, dass es eine geheime Möglichkeit gibt, – GEHEIM IST EIN MAGIC WORK AUS DEM MARKETING – Sehnenverletzungen, Schmerzen und Wundheilung innerhalb weniger Wochen in den Griff zu bekommen? Schneller regenerieren, schneller zurück ins Training, schneller wieder belastbar. Klingt nach dem Stoff, aus dem Reha-Träume gemacht sind, richtig?

Wenn du dich mal auf den sozialen Medien aufhältst, dann wirst du es schon mitbekommen haben: Alle Menschen reden von Peptiden oder sind „schon drauf“.

Und mit dieser MAGIE und dem Spiel mit den Wünschen werden aktuell bestimmte Peptide verkauft.

Nie mehr verletzt. Keine lange Reha-Phase bei Verletzung, schnell regeneriert, mehr trainieren, mehr Fortschritt und zum SUPER-SOLDATEN werden? Zu Wolverine?

Deshalb nennt man diesen „Stoff“ auch mal „Wolverine-Stack“ und verkauft es als GEHEIM-Tipp als smarten Biohacking-Hack für Menschen, die verletzt sind und verständlicherweise keinen Bock mehr auf Schmerzen, Schonung und langsame Reha haben. Denn NORMALERWEISE beträgt der Turnover unseres Kollagens 300-500 Tage und wir benötigen nach einer einigermaßen großen Verletzung MINDESTENS 9 Monate – meist sogar 16 Monate – um einigermaßen wieder Normalität im Training und Alltag zu leben. Solange dauert es, bis abgerissene Muskeln, Sehnen und Bänder wieder angewachsen sind – mindestens – und so lange benötigt der Meniskus, Kreuzband, Labrum und so weiter, bis sie wieder belastet werden wollen und können.

Wundheilung Zusammenfassung

ABER WER HAT ZEIT DAFÜR? Ich nicht. Du nicht. Wir nicht?

Und ja: Ich verstehe den Reiz komplett. Verletzt sein ist scheiße. Man leidet, man will funktionieren, man will wieder trainieren, man will eine Abkürzung.

Ein kurzes Geheimnis möchte ich dir aber nicht vorenthalten: DAS HIER ist das Geheimnis und die Abkürzung – klick ruhig mal und gönn dir das. Aber lass uns weiter über Peptide sprechen.

Peptide: Was sie sind, was sie können, wie sie funktionieren?

Der Reiz, der Wunsch, das Versprechen… Aber genau an dieser Stelle wird es gefährlich.

Denn was im Internet gerade als natürlich, sanft, regenerativ und fast schon harmlos verkauft wird, sind am Ende ungetestete und unreglementierte Medikamente beziehungsweise medikamentenähnliche Substanzen. Und viele dieser Peptide sind für die therapeutische Anwendung am Menschen nicht zugelassen. Erstmal kurz drüber nachdenken.

Sie werden online häufig als „nur für Forschungszwecke“ verkauft, während Wellness-Kliniken, Influencer und der Bro um die Ecke gleichzeitig erzählen, dass sie Muskelmasse steigern, Körperfett reduzieren, Schlaf verbessern, Heilung beschleunigen, Schmerzen senken, die Libido boosten, die Stimmung verbessern und dich im besten Fall zum kleinen Wolverine machen.

Das Problem: Für viele dieser Behauptungen gibt es keine belastbaren Humanstudien.

Das heißt? Es gibt außer den Wunsch und den „Gedanken und die Meinung“ keine kontrollierte Studie am Menschen die diese Aussagen bestätigen würden! Da wetterst du gegen die Impfung in der Corona-Zeit und machst dich lustig darüber, dass die Schlange am Bratwurst-Stand nicht länger sein könnte und dann knallst du dir unreglementierte Substanzen, welche dir auf Instagram von IRGENDWEM empfohlen werden? Erstmal kurz drüber nachdenken.

Es ist so als würde ich dir sagen, dass du für eine bessere Regeneration vom Stein lecken sollst. Oder besser: Steck dir den Stein für NOCH SCHNELLERE REGENERATION UND WUNDHEILUNG in den … Mexiko. Da gibts genauso wenig Studien und es ist genauso: Eine Aussage.

Da stehen wir nämlich gerade. So in etwa!

VLOG. Trainer spricht Tacheles

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Was und für was sind Peptide gut?

Peptide sind grundsätzlich nichts Mystisches. Unser Körper bildet selbst Peptide. Das sind im Grunde kurze Aminosäureketten, die als chemische Botenstoffe funktionieren. Sie helfen Zellen dabei, miteinander zu kommunizieren. Manche regulieren Stoffwechselprozesse, andere wirken im Nervensystem, wieder andere spielen bei Gewebereparatur, Entzündung oder Wundheilung eine Rolle. Endorphine, Oxytocin, Leptin, Ghrelin oder auch GLP-1 sind Beispiele für körpereigene Peptide beziehungsweise Peptidhormone. Also „Proteine“ mit weniger als 100 Aminosäuren nennt man also Peptide. Du kennst z. B. auch Kollagen-Peptide (Synonym ist Kollagenhydrolysat), das sind „zerstückelte“ Proteine in Aminosäureketten von 2 oder 3 Aminosäuren oder wenn du Lactoferrin aufnimmst, dann kommt das Lactoferrin nicht fix und fertig ins Blut, sondern wird in den Darmzellen zu Lactoferricin – auch einem (antimikrobioellen) Peptid – gespalten und dann aufgenommen.

Der wichtige Unterschied ist aber: Nur weil der Körper Peptide bildet, heißt das nicht, dass ein synthetisches Peptid aus dem Internet automatisch harmlos, physiologisch oder sinnvoll ist. Wird ja auch bei Testosteron erzählt: „Ist ein natürliches Hormon, kann nicht schädlich sein“ – naja, du stirbst halt früher, wenn du nicht aufpasst. Ja ich weiß, ich will grad etwas Angst schüren – aber du sollst einfach nicht alles glauben, ich möchte hier einmal die Gegenstimme zum Insta-Laien-Marketing-Hype sein, damit du nicht alles glaubst.

Ok. Körpereigene Peptide wirken meist kurz, präzise und werden danach enzymatisch wieder abgebaut. Peptid-Medikamente werden dagegen oft so gebaut, dass sie länger im Körper bleiben, stärker wirken oder natürliche Signale verlängern, imitieren oder blockieren. Das kann therapeutisch sinnvoll sein, wenn ein Medikament sauber entwickelt, geprüft, dosiert, hergestellt und überwacht wird. Es kann aber auch problematisch werden, wenn Menschen sich Substanzen injizieren oder oral einnehmen, deren Sicherheit, Wirkung, Dosis, Reinheit und Langzeitfolgen beim Menschen praktisch unbekannt sind – weil es dazu keine kontrollierte Untersuchung am Menschen gibt!

Wir können nicht einfach Mechanismen aus dem Reagenzglas oder einem Tierversuch nehmen und sagen: Wirkt beim Menschen genauso! SEIT WANN ARBEITEN WIR SO!?

Aber genau da stehen wir bei vielen dieser „Regenerations-Peptide“.

Peptide zur Regeneration: Wolverine-Stack*, BPC-157 & Co. – Was steckt wirklich dahinter?

Besonders häufig werden aktuell BPC-157, TB500 beziehungsweise Thymosin Beta 4, CJC-1295 und Ipamorelin beworben. CJC-1295 ist ein Analogon des Growth-Hormone-Releasing-Hormons und soll die Ausschüttung von Wachstumshormon und IGF-1 stimulieren.

*der Wolverine-Stack bei Peptiden ist die Kombination von TB500 (Thymosin Beta 4) mit BP-157 in der Hoffnung damit die Wundheilung zu maximieren.

Ipamorelin wirkt über den Ghrelin-Rezeptor beziehungsweise den Growth-Hormone-Secretagogue-Receptor und soll ebenfalls die natürliche Ausschüttung von Wachstumshormon anregen. Die Theorie klingt erstmal attraktiv: Statt Wachstumshormon direkt zu injizieren, gibt man dem Körper nur ein Signal, mehr davon selbst auszuschütten. Klingt „natürlicher“. Klingt sauberer. Klingt schlauer, besser?

Aber „klingt gut“ ist keine klinische Evidenz und auch kein Ersatz dafür. Immer noch nicht! Aber heute ersetzt scheinbar Marketing und ein 12 Sekunden Reel tatsächlich harte Evidenz. JUNGE!

Für CJC-1295 gibt es Human-Daten, die zeigen, dass eine einzelne Injektion Wachstumshormon über mehrere Tage und IGF-1 über mehrere Tage erhöhen kann. Die typischen Marketing-Claims – mehr Muskelmasse, mehr Kraft, weniger Körperfett, besserer Schlaf, bessere Regeneration, bessere Stimmung – wurden beim Menschen aber nicht entsprechend untersucht. Es gab außerdem Untersuchungen bei HIV-Patienten mit Lipodystrophie, die abgebrochen wurden, nachdem ein Patient einen Herzinfarkt erlitt. Daraus kann man nicht einfach eine klare Kausalität ableiten, aber es reicht definitiv, um nicht so zu tun, als würden wir hier über ein harmloses Wellness-Tool sprechen. Ich möchte nochmal die Brücke zur C-Impfung schlagen: WAS GAB ES DA FÜR EINE AUFRUHE! Und das ist eigentlich gerade ein sehr ähnliches Thema, vielleicht ist es bei Peptiden aber noch schlimmer und NOCH WENIGER GETESTET!

Also: Wir wissen ja nicht ob das die Todesursache war, aber ein wenig herben Beigeschmack hätte ich da schon, wenn ich mir das ballern soll.

Vor allem dieses MEHR WACHSTUMSHORMON – ja, es ist THEORETISCH gewebsregenerativ, aber es ist kein selektiver Wachstumsfaktor nur für „gutes Gewebe und gute Prozesse“ – denn Wachstumshormon ist auch diabetogen. Dann hast du mehr Muskeln und einen Diabetes oder was? VIELLEICHT einen Herzinfarkt und EVENTUELL irgendwas mit „Gewebe und Regeneration“? Ja, wenn das mal nicht überzeugend ist?

CJC-1295 und Ipamorelin: Wachstumshormon-Booster?

Bei Ipamorelin ist die Lage ähnlich wie bei CJC.1295: Es gibt ältere Human-Daten, die zeigen, dass Infusionen mit Ipamorelin, Wachstumshormon erhöhen können. In einer klinischen Studie wurde Ipamorelin nach Bauchoperationen untersucht, weil man hoffte, dass die ghrelinähnliche Wirkung die Magenentleerung und Darmfunktion beschleunigen könnte. Das Mittel wurde gut vertragen, war aber nicht besser als Placebo. Die ganzen Versprechen rund um Stoffwechsel, Schlaf, Sex Drive, Falten, Muskelmasse oder Körperfett sind beim Menschen nicht entsprechend untersucht. Und für die beliebte Kombination aus CJC-1295 und Ipamorelin gibt es ebenfalls keine Daten, die diesen „Stack“ sauber absichern.

Dann kommt BPC-157. Das ist vermutlich das Peptid, das im Verletzungs- und Reha-Bereich am meisten Fantasie auslöst. Danach werde ich in der Praxis – das ist ja einer meiner Schwerpunktbereiche worin ich arbeite – fast täglich gefragt. Gestern noch von einem BARBAREN, der grad an einer Verletzung etwas verzweifelt und fragte: „Hilft das? Das ist mein Leben, wenn ich schon dran denke… wenn du sagst was hilft, dann baller ich mir das alles“. Ok?

ICH KANN DAS ABSOLUT VERSTEHEN! Wenn eine deiner Identitäten wegbricht, etwas, worum du dein Leben baust, womit du deinen Tag strukturierst, dann willst du alles versuchen. Aber würdest du am Stein lecken, wenn ich dir sage, dass das hilft oder dir den größten, den du im Garten findest in den Mexiko schieben, weil das vielleicht noch besser hilft?

BPC-157: Das Regenerations-Peptid mit dem größten Hype

BPC-157 ist eine synthetische Form eines Peptids, das mit Magensaft in Verbindung gebracht wird. Es soll Geweberegeneration fördern, unter anderem über Angiogenese, Fibroblastenaktivität und Stickstoffmonoxid-Signalwege. Übersetzt: mehr neue Blutgefäße, mehr Aktivität von Bindegewebszellen, potenziell bessere Durchblutung, Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.

Neben BPC-157 wird in diesem Kontext auch häufig TB500 beziehungsweise Thymosin Beta 4 genannt. Auch hier drehen sich die Versprechen vor allem um Wundheilung, Geweberegeneration, Gefäßneubildung, Entzündungsmodulation und Fibroblastenaktivität. In deinem typischen Internet-Wolverine-Narrativ klingt das dann nach:

Mehr Gefäße bedeutet mehr Nährstoffe, mehr Fibroblasten bedeutet bei Sehnenverletzungen die Heilung beschleunigen. Schneller heilen, schneller belastbar werden, schneller zurück ins Training. Logisch, oder? Aber auch hier gilt der zentrale Punkt: Die spannenden Mechanismen stammen vor allem aus Tier- und Zellmodellen. Daraus entsteht noch keine belastbare Empfehlung für verletzte Menschen.

In Tiermodellen gibt es tatsächlich interessante Daten zu Sehnen, Bändern, Muskeln und Nerven. Genau daraus entsteht dieser ganze Wolverine-Vibe. Wenn Fibroblasten stimuliert werden, wenn Stammzellprozesse beeinflusst werden, wenn Wachstumsfaktoren, VEGF, bFGF, MMPs, NO-Signalwege oder Kapillardichte eine Rolle spielen, dann wirkt das im ersten Moment wie ein biologischer Reparatur-Booster. Vielleicht werden neue Zellen bereitgestellt. Vielleicht wird Gewebe regenerationsfähiger. Vielleicht heilt alles schneller.

Vielleicht.

Das Problem ist dieses kleine Wort: Vielleicht.

Das Problem mit Angiogenese und Fibroblastenaktivität

Biologisch aktiv bedeutet nicht automatisch klinisch relevant oder ungefährlich.

Denn fast alles, was dazu mechanistisch spannend klingt, stammt aus In-vitro- oder Tierstudien. Nicht aus belastbaren Untersuchungen am Menschen. Bei BPC-157 gibt es keine klinischen Humanstudien, die sauber zeigen, dass es beim Menschen Geweberegeneration, Entzündung, Verletzungsheilung oder Darmgesundheit verbessert. Es gab offenbar geplante beziehungsweise gestartete Untersuchungen, etwa bei Colitis ulcerosa oder zur Sicherheit und Pharmakokinetik bei gesunden Probanden, aber die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht beziehungsweise nicht eingereicht. Die publizierten Human-Daten sind extrem dünn: eine retrospektive Analyse mit 12 Patienten, von denen 7 über weniger Knieschmerzen berichteten, und eine Pilotstudie mit zwei Teilnehmern ohne messbare Effekte einer BPC-157-Infusion auf akute kardiale Blutmarker.

Das ist kein Fundament, auf dem man verletzten Menschen guten Gewissens eine Substanz verkaufen sollte? Noch wichtiger: Viele der angeblich positiven Mechanismen sind nicht automatisch positiv. Mehr Angiogenese klingt gut, wenn wir verletztes Gewebe besser versorgen wollen. Aber Angiogenese ist nicht grundsätzlich „gut“. Tumorwachstum und Metastasierung profitieren ebenfalls von Gefäßneubildung. Mehr Fibroblastenaktivität klingt gut, wenn wir Wundheilung wollen. Aber Fibroblastenaktivität kann in anderen Kontexten auch problematisch sein, zum Beispiel wenn Gewebe fibrotisch umgebaut wird – Lungenfibrose, Dupuytren-Kontraktur, stärkere Vernarbung bei Bandscheibenvorfall…

Mehr Gefäße in einer Sehne klingt nach besserer Heilung, kann aber in Sehnen auch mit pathologischen Veränderungen und geringerer Stabilität zusammenhängen – denn zu viel Kollagen und zu hohe und nicht „selektiv ausgerichtete Stiffness“ steht mit höherer Rissgefahr in Verbindung. Also: Nur weil es etwas macht, bedeutet das nicht, dass es das SELEKTIV MACHT NUR DORT WO DU ES DIR WÜNSCHT!!!!

Und Entzündung ist sowieso eines der am meisten missverstandenen Wörter im ganzen Gesundheitsmarkt.

Entzündung ist nicht der Feind…

„Peptide sind entzündungshemmend“? ist so das totschlag-Argument.

Entzündung ist ABER NICHT der Feind. Entzündung ist Teil des Aufräumprozesses. Immunzellen beseitigen beschädigtes Material, Erreger und Zelltrümmer. Erst danach kann Wundheilung sinnvoll weiterlaufen. Wenn du Entzündung pauschal und ungezielt „runterdrückst“, ist das nicht automatisch besser.

Entzündung ist nicht das Problem. Entzündung ist die Lösung!

In manchen Fällen kann genau das den Heilungsprozess sogar stören. Ein Bandscheibenvorfall kann beispielsweise von einer ausreichend starken Entzündungsreaktion profitieren, weil der Körper darüber vorgefallenes Bandscheibenmaterial abbaut und resorbiert. Schon bei klassischen Entzündungshemmern wie Ibuprofen wird diskutiert, dass sie bestimmte Heilungsprozesse beeinflussen können (liest du alles in meinem Buch Diagnose sportunfähig).

Bandscheibenvorfall Powerlifting

Deshalb ist dieses inflationäre Werfen mit Begriffen wie „Wundheilung“, „Entzündungshemmung“, „bessere Durchblutung“ oder „Regeneration“ so problematisch. Diese Dinge sind kontextabhängig. Eine biologische Wirkung ist nicht automatisch eine klinisch sinnvolle Wirkung. Und eine Wirkung im Nager ist nicht automatisch eine Wirkung beim Menschen. Auf der einen Seite sind wir alle „evidenzbasiert“ auf der anderen Seite stellen wir einfach theoretische Claims auf und verbreiten diese.

Wenn ich so drüber nachdenke… ICH SPRITZE MIR DOCH NICHT EINFACH IRGENDWAS ALTER (oder stecke mir einen Stein in den Mexiko…)! Wie absurd ich das schon finde?

Resoleomics

Sind Peptide in Deutschland legal?

Naja, Kollagenpeptide auf alle Fälle.

Aber die Peptide worum es gerade geht: Jein? Es sind meist nicht für den Menschen zugelassene „Research Chemicals“, die du zwar besitzen darfst, straffrei aber nicht verkaufen oder handeln darfst.

Die entscheidenden Fragen wären zudem: Wirken diese Peptide beim Menschen überhaupt relevant? In welcher Dosis? Über welchen Zeitraum? Bei welcher Verletzung? In welchem Gewebe? Selektiv? Mit welchen Nebenwirkungen? Was passiert langfristig? Welche Zellen profitieren von einer anti-apoptotischen Wirkung? Welche nicht? Anti-apoptotisch bedeutet „verhindert den Zelluntergang“ – ja, da freut sich jeder Tumor drüber, oder?

Also haben Peptide NUR die Wirkungen, die wir gerne hätten und profitieren NUR die Zellen, die wir gerne erhalten würden? Oder auch Zellen, die besser verschwinden sollten? Warum sollten Fibroblasten nur in verletzten Bereichen reagieren? Warum sollten nicht auch dort Matrix, Crosslinks oder Gefäße entstehen, wo wir sie gar nicht haben wollen? Und was passiert, wenn diese Substanzen mit anderen Medikamenten, Vorerkrankungen oder unentdeckten Prozessen im Körper interagieren?

Die ehrliche Antwort ist: Wir wissen es nicht. WIR WISSEN GAR NICHTS!

Crosslinking Bindegewebe Kupfer

Ich meine: Der Turnover von Labrum, Bandscheibe, Diskus, Meniskus, Sehnen ist wirklich lange und wenn etwas gibt, bei diesen bzw. einer Sehnenverletzung die Heilung zu beschleunigen, in einem klinisch relevanten Maße, dann wäre das tatsächlich ein Gamechanger, aber wir können bisher nicht zu einem relevanten Maße das Crosslinking beschleunigen, zeitgleich dabei die Strukturierung der einzelnen Kollagenfasern zueinander und die Kollagenbildung beschleunigen ohne Fibrosierungen. Das ist so furchtbar komplex was da abläuft, es ist verrückt, dass in der Biohacking-Szene bzw. der Bodybuilding-Szene, diese „Research Chemicals“ ohne Wissen über Wundheilungs- und Gewebsprozesse JEDEM EINFACH EMPFOHLEN WERDEN!?

Nur weil jemand Muskeln hat ist er ja kein Wundheilungs-Spezialist und Immunologe?

Sehne Wundheilung

Und damit meine ich nicht dieses pseudo-bescheidene „Wir wissen noch nicht alles“ – denn Wissenschaft stellt Fragen und bleibt offen, das ist wichtig. Aber ich meine: Für viele der großen Peptid-Versprechen wissen wir beim Menschen praktisch nichts Belastbares.

Verletzt. Was Essen?

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Das zweite große Problem: Qualität und Herstellung von Peptiden

Naja, das ist das zweite GROßE PROBLEM! Herstellung und Qualität.

Wenn ein Medikament zugelassen ist, wird es unter kontrollierten Bedingungen hergestellt. Reinheit, Dosierung, Lagerung, Verpackung, Sterilität und Kontamination werden überwacht. Wenn ein Peptid aber nicht zugelassen ist und als Research Chemical verkauft wird, sieht die Realität anders aus. Dann steht da gerne „not for human use“, während Menschen es sich trotzdem injizieren. JUNGE WER MACHT DAS DENN!

Wir wissen dann nicht sicher, ob die Dosis stimmt, ob es unter sterilen Bedingungen produziert wurde, ob es über- oder unterdosiert ist, ob es korrekt gelagert wurde oder ob Verunreinigungen, Bakterien oder Schwermetalle enthalten sind.

Ich meine… bei Nahrungsergänzungsmitteln machen alle eine Welle wenn 20% weniger Protein enthalten ist, wenn der D3 Gehalt mal 10% schwankt oder wenn Vitamin K2 nicht in der all-trans-Version vorliegt. Da kommt man in den Knast, wenn man als nicht-Arzt bei Osteoporose sagt, dass man „Mehr als 4000 I.E. Vitamin D3“ nehmen darf (Osteoporose ist eine medizinische Diagnose und zu dem Zeitpunkt darf nur noch der Arzt Vitamin D als „Medikament“ verschreiben und ich würde mich als nicht-Arzt strafbar machen…) oder Menschen haben Angst vor 25mg Sucralose – obwohl bisher nahezu alle Human-Daten zeigen, dass es sicher ist.

Also Peptide EINFACH SO ZU INJIZIEREN ist in meiner Welt nicht „optimierte Regeneration“. Das ist ein ziemlich wilder Blindflug?

Ich betreue seit knapp 20 Jahren verletzte Menschen, vor allem Sportler. Und ja, da waren auch immer wieder Leute dabei, die „voll bis oben hin“ waren und nach wenigen Wochen oder Monaten schmerzfrei wurden. Das klingt dann natürlich wie der perfekte Beweis für die Substanz. Nur: Ich habe auch sehr viele Menschen gesehen, die mit konsequenter, sauber geplanter Reha nach jahrelangen Sehnenproblemen plötzlich deutlich weniger Schmerzen hatten oder schmerzfrei wurden – teilweise nach 3 Tagen oder wenigen Wochen. Denn bei den Leuten die RICHTIG SCHNELL wieder fit sind, sind oft auch Menschen dabei, die geimpft sind, primär Bratwurst essen und nicht einmal Multivitamin rückwärts buchstabieren können – da sagst du auch nicht: Naja, die sind so schnell wieder fit wegen der Bratwurst! Aber genau das wird hier gemacht? Naja oder… müsste man mal untersuchen, vielleicht hat auch die Bratwurst „magische Effekte“ auf die Wundheilung. Erklären könnte man das über Arachidonsäure woraus Wundheilungs-steuernde Lipoxine gebildet werden (wie gesagt wenn du alles zu Wundheilung, Entzündungen, Gewebe und Regeneration lernen willst, schau dir mein Buch an).

Peptide bei Schmerz, Entzündung, Wundheilung, Regeneration…

Beispielsweise Schmerzen, besonders bei Sehnenproblemen, reagieren massiv auf Belastungssteuerung, Erwartung, Kontext, Training, Vertrauen, Schlaf, Stress, Zeit und Placeboeffekte.

Schau dir das Bild aus – auch aus meinem Buch – Schmerz ist so multikausal, dass alleine deine ERWARTUNGSHALTUNG ausreichend um dich sofort schmerzfrei zu machen (oder die Wundheilung zu verbessern):

Ok du hast eine Sehnenproblematik. Heavy Slow Resistance Training kann bei Sehnenbeschwerden innerhalb weniger Einheiten die Schmerzen deutlich reduzieren. Teilweise nach 5 Minuten!!!

Ein möglicher Mechanismus ist, dass schweres, langsames Training wasserbindende Proteoglykane zwischen den Kollagenfasern verschiebt beziehungsweise herausdrückt und dadurch die sehneninterne Spannung reduziert. Das kann teilweise relativ schnell zu weniger Schmerzen führen.

Schau dir dazu mein YouTube-Video an und folge gerne mal rein – ich gehe rabiat auf die 100.000 Abonnenten zu, sei also einer der letzten 96.000 (ICH BRAUCHE DICH!):

Achillessehnenschmerzen Soforthilfte Schmerzen der Achillessehne behandeln Behandlung Achillodynie

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Wenn jemand jetzt parallel eine „verbotene“ oder geheimnisvolle Substanz nimmt, daran glaubt, seine Sehne wieder mehr belastet, sich mehr zutraut und plötzlich konsequenter trainiert, ist die Geschichte halt schnell erzählt: „Das Peptid hat mich geheilt.“ Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht war es der natürliche Verlauf. Vielleicht war es Placebo. Vielleicht war es endlich ein sinnvoller Reiz. Vielleicht war es die Kombination aus Zeit, Erwartung und Training. Der natürliche Heilungsverlauf bei einer Verletzung DER JA TATSÄCHLICH EXISTIERT WENN DU DRAN GLAUBST? Denn:

Dein Körper kann das… dein Kopf auch?

Und genau deshalb sind Anekdoten so schwach. „Vertrau mir Bruder“ reicht nicht, wenn Menschen sich nicht-zugelassene Substanzen injizieren.

Haben diese Peptide Potenzial? Jein. Oder wissenschaftlich sauberer ausgedrückt gebe ich dir: ein klares Vielleicht – wir wissen es nicht.

Ebenso wissen wir das mit dem Stein im Mexiko nicht. Müsste man untersuchen? Zwinker, zwinker…

Es wäre natürlich der Wahnsinn, wenn bestimmte Peptide beim Menschen selektiv, sicher, nebenwirkungsfrei und klinisch relevant Geweberegeneration verbessern könnten und zwar in dem Ausmaß und so sauber, dass Crosslinking, Ausrichting, Kollagensliding, alles Wundheilungs- und Gewebsprozess in optimaler Weise optimal und relevanter Effektstärke beschleunigt werden… Wenn sie verletztes Gewebe reparieren, Schmerzen reduzieren und Return-to-Sport beschleunigen könnten, ohne gleichzeitig ungünstige Zellprozesse, Gefäßneubildung, Immunreaktionen oder andere Risiken zu verstärken oder fälschlicherweise abzuschwächen. Dann wäre das ein riesiges Thema. Ich meine, WENN, dann würde ich es direkt in die Sehne spritzen? Aber es gibt auch Daten die zeigen, dass allein ein Biopsie der Sehne in einer Untersuchung von Jill Cook dazu führte, dass das die Sehnenbeschwerden ausgelöst hatte – also am besten keine Nadel in die Sehne schieben…

Also was ist das das denn hier?

(Wie) Wirken Peptide bei Menschen!?

Wir bräuchten Humanstudien über längere Zeiträume. Mit sauberer Sicherheitsprüfung. Mit klaren Dosierungen. Mit klinischen Outcomes und Effektstärken. Mit verletzten Sportlern. Mit gesunden Sportlern. Mit Krebspatienten. Mit Placebo-Kontrolle. Und vor allem im Vergleich zu einer gescheiten Reha. Mindestens mehrere Gruppen: Peptid, Placebo, Reha, Reha plus Peptid. Und bei „Reha“ fängts ja schon an. Häufig wird gesagt: „ich habe Physiotherapie gemacht, wirkt nicht“, aber ja, Reha und Physiotherapie sind keine Entität – es gibt auch da richtige Scheiß-Reha! Grad ein Patient geschrieben der in die Reha ging – also richtig Reha-Einrichtung – und mir schrieb: „Das ist hier so Standard, ich fühl mich richtig unwohl. Ich soll Übungen mitmachen die schmerzen und meine Symptome verschlimmern. Die Ernährung ist schlecht und mir wird keine meiner Fragen beantwortet – ich bin froh wenn´s hier zuende geht“.

Naja. Erst wenn es mal wenigstens EINE GUTE UNTERSUCHUNG GIBT, dann könnten wir halbwegs sinnvoll bewerten, ob da wirklich etwas passiert, das über Erwartung, natürliche Heilung und gutes Training hinausgeht. Bis dahin bleibt der Hype größer als die Evidenz.

Und ja, ich weiß: Dann kommt schnell das Argument, dass diese Stoffe ja auf Dopinglisten stehen und deshalb wirken müssen. Oder dass „die da oben“ nicht wollen, dass normale Menschen zu Wolverine werden. Oder dass Big Pharma uns lieber krank hält. Nur: Wenn diese Substanzen wirklich so stark, sicher und breit einsetzbar wären, könnte man damit vermutlich unfassbar viel Geld verdienen, oder? Ich meine: Würde doch jeder haben wollen! Gerade bei unspezifischen Schmerzen, Sportverletzungen, Sehnenproblemen und dem riesigen Markt der „schneller wieder fit“-Medizin oder im Bereich longevity?

Alleine ich habe seit fast 20 Jahren 10 Patienten pro Woche, jede Woche, durchgehend und würde es jedem empfehlen und darüber schreiben, werben, verkaufen… und viele andere auch. Nichts würde sich so gut verkaufen wie dass! Bill Gates hätte Aktien, Peter Thiel, alle Superreichen fänden das geil, das wäre vielleicht neben Diabetes und Abnehmen der nächste RIESENMARKT. Aber nein? Einfach aber nein.

Dass etwas nicht zugelassen ist, ist also nicht automatisch ein Zeichen für unterdrückte Genialität. Manchmal ist es einfach ein Zeichen dafür, dass die Daten fehlen oder es in manchen Fällen vielleicht auch gefährlich sein könnte? Es gibt ja auch so etwas wie Verbraucherschutz. Aber auch hier: KEINE AHNUNG ob „die da oben“ das wollen, dass wir krank bleiben und deshalb keine guten Daten dazu publiziert werden oder weil es gefährlich ist oder weil es nicht selektiv wirkt oder weil es die Daten halt NOCH NICHT gibt.

Was wirklich hilft: Evidenzbasierte Reha bei Verletzungen?

Verletzt sein ist scheiße. Wirklich. Man will nicht warten, man will nicht langsam aufbauen, man will nicht schon wieder Reha machen. Eine langwierige Reha mit ungewissem Ergebnis. Man will eine Abkürzung. Man wünscht, hofft, betet, glaubt. Ist wütend und verzweifelt! Und genau deshalb sind verletzte Menschen eine perfekte Zielgruppe für große Versprechen.

Aber Stand jetzt gibt es keine belastbaren Human-Daten, die zeigen, dass diese Peptide die großen Claims erfüllen: mehr Muskelmasse, weniger Körperfett, besserer Schlaf, schnellere Heilung, bessere Regeneration, weniger Schmerzen, bessere Darmgesundheit, mehr Libido, bessere Stimmung oder weniger Falten. Wir wissen nicht sicher, ob sie kurz- oder langfristig sicher sind. Wir wissen nicht, wie man sie beim Menschen sinnvoll dosiert. Wir wissen nicht, welche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen auftreten können. Und bei unregulierten Produkten wissen wir nicht einmal zuverlässig, was genau drin ist. Beim Multivitamin forderst du eine Schwermetallanalyse – und das nimmst du oral ein, da ist´s ja fast noch scheiß egal – aber bei irgendeinem gepanschten Zeug was du dir spritzen willst auf Basis eines Instagram-Influencers wo du nicht mal weißt ob der wirklich mit Menschen arbeitet, willst du dir das unreglementierte und ungetestete Zeug SPRITZEN!?

Deshalb: Ich verstehe den Reiz. Ich verstehe auch, warum Menschen es ausprobieren. Aber ich würde daraus keine Empfehlung ableiten und wäre PERSÖNLICH auch wirklich vorsichtig. Zumal ich in der Praxis Leute sehe die es nehmen und halt, naja, dadurch auch nicht bessere regenerieren.

In meiner Welt ist es absurd, sich irgendeine Substanz oral reinzuziehen oder zu injizieren, ohne sauberes Sicherheitsprofil, ohne klare Human-Daten und ohne genau zu wissen, was im Körper passiert – nur weil ein Typ im Internet sagt, dass der Bruder seiner Bekannten jemanden kennt, der davon angeblich brutal schnell wieder fit war.

Ich arbeite mit Menschen die verletzt sind und ich habe noch niemanden gesehen in 20 Jahren, egal ob Peptide, Stoff oder nicht, der wirklich so viel schneller wieder auf den Beinen war!!!!!

Bei 99 Prozent natürlichem Heilungsverlauf, massiven Placeboeffekten bei Schmerzen und genug Barbaren, die sich bei Liegestützen auf der FIBO den Brustmuskel abreißen – passiert ja wirklich und die sind voll bis oben hin mit ALLEM –, bleibe ich da erstmal skeptisch.

Verletzt ist verletzt. Das ist kacke. Aber es gibt vermutlich keine große magische Abkürzung. Beziehungsweise gibt es schon: Wissen wie Reha und Wundheilung funktioniert und dann den längeren Weg wählen, der ist nämlich oft der kürzere.

Gute Diagnostik und Einordnung der Problematik, Belastungssteuerung, Training, Geduld, progressive Reha, sinnvolle Kommunikation, realistische Erwartungen und ein Körper, der ziemlich viel kann, wenn man ihm nicht permanent mit Panik, Hype und Bro-Science dazwischenfunkt.

We want to lift forever, oder? Ja, wollen wir!

Also: Mach erstmal die Basiscs, dein Körper kann mehr als du denkst, bzw.:

Dein Körper kann das… dein Kopf auch?

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Und na klar: Fürn Schnapper hol dir das BESTE* PHYSIO-FACHBUCH + PATIENTEN-RATGEBER was du kriegen kannst!

*nicht FDA approved .

Diagnose sportunfähig Ernährungsstrategien in der Physiotherapie Chris Eikelmeier

In Kürze: Kernpunkte zu Peptiden bei Regeneration und Verletzungen

  • Peptide sind kurze Aminosäureketten, die als biologische Botenstoffe wirken – körpereigene Peptide wie Endorphine oder GLP-1 auf der einen Seite, synthetische Peptide aus dem Internet auf der anderen Seite. Jedes Peptid hat eine andere Wirkung.
  • BPC-157, TB500, CJC-1295 und Ipamorelin werden als Regenerations-, Wundheilungs- und Muskelaufbau-Mittel vermarktet, aber für keinen dieser Claims gibt es belastbare, kontrollierte Studien am Menschen.
  • Tiermodelle und In-vitro-Daten lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen – biologische Aktivität bedeutet nicht automatisch klinische Wirksamkeit. Wir wissen nichts zu Effektstärke, genaue Wirkung und ob es wirklich selektiv im Wunschgewebe aktiv ist.
  • Angiogenese und Fibroblastenaktivität klingen regenerativ, können aber in anderen Körperkontexten negative Folgen haben (z. B. Tumorangiogenese, Fibrosierungen in Lunge, Hand, Sehnen).
  • Entzündung ist kein Feind, sondern Teil des Heilungsprozesses – pauschal Entzündung zu unterdrücken kann Heilung stören. Hört sich klasse an, aber ohne Entzündung keine Wundheilung, kein Immunschutz und auch weniger Muskelaufbau und Regeneration.
  • Unregulierte Research Chemicals haben kein gesichertes Sicherheitsprofil: Reinheit, Dosierung, Sterilität und Langzeitfolgen sind unbekannt.
  • Evidenzbasierte Reha – insbesondere Heavy Slow Resistance Training bei Sehnenproblemen – zeigt nachweisbar wirksame Effekte auf Schmerz und Belastbarkeit, dazu ein gutes Mindset, Glauben und eine adäquate Ernährung sind der Schlüssel für die meisten Verletzungen.

Häufige Fragen zu Peptiden für Regeneration & Verletzungen

BPC-157 ist ein synthetisches Peptid, das aus einem Magenprotein abgeleitet wird und in Tiermodellen Geweberegeneration, Sehnen- und Bänderheilung fördern kann. Beim Menschen fehlen jedoch belastbare, kontrollierte klinische Studien. Die verfügbaren Human-Daten beschränken sich auf eine retrospektive Analyse mit 12 Patienten und eine Pilotstudie mit 2 Teilnehmern und ein paar Tierstudien, was nicht für eine fundierte Empfehlung reicht.

Als „Wolverine-Stack“ bezeichnet man meist eine Kombination aus BPC-157 und TB500 (Thymosin Beta 4), manchmal ergänzt durch CJC-1295 und Ipamorelin. Der Name verspricht übernatürlich schnelle Heilung. Tatsächlich stammt der Großteil der positiven Evidenz aus Tier- und Laborversuchen; kontrollierte Humanstudien, die diesen Stack klinisch absichern, gibt es nicht. Und: Bindegewebe funktioniert nicht so einfach!

Als Injektionssubstanzen für den menschlichen Gebrauch sind BPC-157, TB500, CJC-1295 und Ipamorelin in Deutschland nicht zugelassen. Sie werden oft als „Research Chemicals – not for human use“ verkauft, während gleichzeitig Anwendungsempfehlungen für Menschen gegeben werden. Das ist rechtlich wie gesundheitlich ein Graubereich mit erheblichen Risiken. Also sie sind nicht grundsätzlich verboten, aber du darfst sie nicht verkaufen.

Für die häufig beworbenen Claims – mehr Muskelmasse, weniger Körperfett, besserer Schlaf, schnellere Wundheilung, weniger Schmerzen – gibt es beim Menschen keine ausreichend belegten kontrollierten Studien. Es existieren einzelne Hinweise auf bestimmte biologische Wirkungen (z. B. erhöhte Wachstumshormonwerte durch CJC-1295), aber ein überzeugender klinischer Beweis fehlt.

Das ist nicht belegt. Schmerzen, besonders bei Sehnenproblemen, reagieren stark auf Belastungssteuerung, Erwartung, Trainingskontext, Schlaf und Placeboeffekte. Heavy Slow Resistance Training zeigt in der Forschung nachweisbar gute Effekte auf Sehnenschmerz teils schon innerhalb weniger Einheiten. Dieser Ansatz ist evidenzbasiert; Peptide sind es nicht.

Gute Diagnostik, eine sauber geplante progressive Reha und geduldige Belastungssteuerung sind die Grundlage. Ergänzend können schlaffördernde Maßnahmen, Ernährung und Stressreduktion sinnvoll sein. Der Körper hat bemerkenswerte Regenerationsfähigkeiten, wenn man ihm den richtigen Reiz gibt ohne ihn mit unkontrollierten Substanzen zu belasten.

Weil die Datenlage für eine Zulassung nicht ausreicht. Ein fehlendes Zulassungsverfahren ist kein Beweis für Unterdrückung der Eliten – es bedeutet meistens, dass entweder die Daten fehlen, die Sicherheit nicht ausreichend nachgewiesen wurde oder der wirtschaftliche Anreiz für teure klinische Studien fehlt. Das ist kein Verschwörungsnarrativ, sondern Realität des Arzneimittelrechts und Verbraucherschutz (die sind nicht alle immer böse und gegen uns).

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Quellen:

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Chris Eikelmeier Physiotherapeut Psychoneuroimmunologie Athlet

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Hi mein Name ist Chris Eikelmeier, Gründer von Strength First® und von der Nahrungsergänzungsmittel-Marke Götterspeise®. Ich bin Physiotherapeut (MT, MTT), Therapeut und Master in klinischer Psychoneuroimmunologie, Athlet und Trainer und ich liebe es zu schreiben. Ich saß im Rollstuhl, war dummerweise schon einige Male größer verletzt, hatte Reizdarm, Allergien und... schon lange nicht mehr. Patienten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum reisen zu uns an, für eine Beratung oder ein Event von uns. Was ich glaube? Ich glaube, dass sich schwere Gewichte nicht von alleine heben. Genauso bin ich der festen Überzeugung, dass sich dein Körper, deine Gesundheit, von jeder Situation wieder erholen kann. Und auch, dass Gesundheit nicht kompliziert sein kann. Wenn du weißt wie? Deshalb schreibe ich diesen Blog. Achso: Und wieso Leistung und Gesundheit? Ich denke Gesundheit ohne Leistung ist wie Heino ohne Brille. Beides gehört zusammen und ist untrennbar miteinander verknüpft. Ps: Manchmal schreibe ich etwas derber, manchmal witziger, manchmal fachlicher... mir ist es zwar wichtig alle Infos möglichst objektiv wiederzugeben, aber nicht zu langweilig und nicht zu streng. Ich denke, dass Spaß haben ein großer Teil der Lösung für eine bessere Gesundheit und ein schöneres Leben ist. Also: Sei mir nicht böse, wenn du manchmal rote Ohren bekommst! #sorrynotsorry Mehr zu mir.

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