Warum lügst du eigentlich???
Hi und hallo! Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Also das Geheimnis kommt eigentlich von Dr. House – kennste?
Geheimnis: MENSCHEN LÜGEN!
Lass mich dir das im Nachfolgenden genauer erklären, denn das wird dir vermutlich auf deinem weiteren Wege helfen, damit du glücklicher bist UND, damit du mehr auf dich aufpasst und aufpassen kannst.
Also, starten wir mit UWE!!!!
Früher, mit 20 oder so, da war ich auf einem NLP-Workshop – also neurolinguistischer Programmierung – weil ich Kommunikation schon immer extrem spannend fand. Auf dem NLP-Workshop war Uwe. Uwe war ein sehr „toxischer“ Mann (lies das mit einem kleinen Schmunzeln…), der kein Ja-Sager war, sondern seine Meinung vertreten hat und ehrlich war zu sich und zu anderen – in meiner Welt eine super Charaktereigenschaft. Aber ja.
Das was ich am meisten von diesem NLP-Workshop mitgenommen habe war ein EINZIGER SATZ von Uwe:
„EIN MANN SAGT DIE WAHRHEIT!“
Ich war ja erst 20 und dieser Satz hat sich in meinen Kopf und mein Verhalten eingebrannt. Meine Mutter hat uns schon in unserer Erziehung häufig folgenden Satz gesagt: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht“ und jetzt lass mich dir erklären, warum Lügen kurze Beine haben und warum Uwe (und meine Mutter) die geilsten sind und wie DU davon profitieren kannst.
SEI EHRLICH UND SAG DIE WAHRHEIT – nicht nur mir, sondern auch dir selbst, weil…
… weil wenn du dich selbst belügst, dann wirst du nicht glücklich, denn du bist dann NIE – wirst du niemals – authentisch. Du musst dich kennen und bist DIR Rechenschaft schuldig – nicht mir, nicht Uwe, nicht meiner Mutter. Wenns bei dir scheinbar iiiiirgendwie nieeee so cool läuft? Dann trägst du vermutlich einen großen Anteil dazu bei. ES GEHT KAUM ANDERS! Dein Leben zeigt dir das, immer und immer wieder aufs Neue.
Vertraust du mir? Ich erzähle dir ein wenig mehr dazu.
Lebe DEIN Leben und das geht nur, wenn du EHRLICH BIST!
Das Problem dabei? Ehrlich zu sein ist nicht immer einfach. Es bedeutet Fehler einzugestehen – aber auch durch sie zu lernen und zu wachsen – es bedeutet (falsche) Freunde zu verlieren – aber richtige zu gewinnen – es bedeutet temporär unschöne Momente und Diskussionen – aber langfristig ein reines Gewissen und eine gute Zeit.
Ein Patient gestern erzählte sich z. B. (s)eine Geschichte: „Ja, ich bin 22, wenn ich das jetzt schon habe, dann bin ich mit 30 ja total Wrack“ – aber DAS ist (s)eine LÜGE! Ich fragte: „Wieso lügst du dich an? Woher weißt du denn, was mit 30 ist? Bist du Hellseher?“ und er schluckte.
Das was du dir erzählst, das glaubst du dir. Egal ob es richtig oder falsch ist. In der Psychologie nennt sich das selektive Wahrnehmung oder Filter oder Zoom und in der Spiritualität nennt sich das Perspektive.
Du glaubst diese Geschichte ist wahr? Ich muss dich leider enttäuschen, sie ist frei erfunden…
Und das Lügen geht z. B. beim Training weiter! Machst du keinen Fortschritt? Dann bedeutet das, dass du irgendwo Fehler machst. Na klar ist es immer der Coach, immer der Plan, immer die anderen – die Schuld von sich zu schieben ist halt mega einfach – aber wozu führt das? Genau: Wenn immer die anderen Schuld sind und du nicht siehst, dass DU HALT SCHEIßE MACHST, dann wirst du dadurch nicht wachsen – und immer wieder die gleichen Muster abspielen (oder das gleiche kack-Training durchziehen)…
Lügen ist etwas Böses – in meiner Welt zumindest. Auch etwas böses zu dir selbst! Im „Coaching“ bedeutet Lügen eigentlich auch jemanden etwas vorzumachen und dadurch den Klienten von seinem eigentlichen Glück abzuhalten oder dabei zu unterstützen vielleicht falsche Entscheidungen zu treffen. Z. B. eine OP-Empfehlung, obwohl sie nicht nötig ist. Oder eine Therapie zu empfehlen, die eigentlich nicht wirklich dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht, weil man denkt, man wüsste es besser als die Wissenschaft (alle anderen haben Unrecht, nur du selbst hast Recht...).
Oder Dinge zu bewerten, die du gar nicht bewerten kannst – und das disqualifiziert dich alles dafür ein guter Coach zu sein. Beispiel? Klaro:
Ein Klient erzählte mir in der Beratung bei Autoimmunproblemen von seinem Kack Job, seinem Hausbau mit Kredit, seiner Scheiß Partnerin, seinen schwierigen Bedingungen in der Kindheit und irgendwie war ALLES UND JEDER SCHEIßE – nur er halt nicht. Schlechte Coaches würden nicken und vielleicht sagen: „Uff, das sind rote Flaggen, du musst sehen was für dich gut ist, das ist toxisches Verhalten, du musst für dich etwas ändern“ und was macht ein guter Coach? Naja, was habe ich gemacht? #räusper
Ich sagte: Weißt du Klaus (er hieß natürlich anders…), weißt du, wenn alle immer schlecht sind, nur du gut, könnte es sein, dass du das falsch interpretierst? Was sind deine Anteile? Ist wirklich alles schlecht? Was gibt es für positive Dinge? Was kannst du selbst machen bzw. was trägst du zu der Situation bei? Bist du dir sicher, dass es so ist? Und dann sagte ich zusätzlich: Mir musst du das alles nicht erzählen, ich muss es weder glauben noch bewerten und ich kann das auch nicht objektiv bewerten, da ich nur deine Seite kenne – und wir wissen doch alle, dass wir uns gerne besser darstellen als wir sind, oder Klaus?
Stille im Raum. Unangenehme Stille. Er wurde rot. Er nickte.
Das waren 5 Minuten der Kurz-Therapie – und er schrieb mir eine Mail im Nachgang, dass er sich bedanke, weil alle anderen in seinem Umfeld immer nur auf seiner Seite waren und gar nicht mal gefragt haben OB s...