Ich bin dann mal fett… (Teil 3 der Challenge)
Heute war ein echt anstrengender Tag…
Es fing gefühlt schon viel zu früh an. Um 6.30 klingelte der Wecker – ausgeschlafen war ich natürlich noch nicht, die Nacht war kurz, aber dazu später mehr. Um 7.30 musste ich im Büro sein, da hatte ich einen ersten wichtigen Telefontermin und so richtig gut vorbereitet war ich nicht – ich hatte die letzten Tage einfach wenig Zeit dafür und irgendwie die gesamte Zeit etwas zu tun.
Also 6.30 klingelt der Wecker, aber erstmal: Kaffee!
Ohne Kaffee, ohne mich…
Schnell ins Bad – kurz zur Toilette nach dem Kaffee – alles was keine Miete zahlt muss raus – mal kurz Instagram checken… – dann Fenster auf, Zähne putzen, Hände waschen, nein, umgekehrt, erst Hände waschen, dann Zähne putzen, dabei Podcast hören und schnell in die Kleidung gesprungen, ab ins Auto und dann los. Dabei bemerke ich unscharf, dass ich ein Papier hätte mehr nehmen müssen – aber da wir am Point of no Return sind, ich habe keine Zeit.
Draußen ist es noch dunkel. Wie immer wenn ich zur Arbeit fahre und heim komme.
Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal die Sonne gesehen habe – Vögel habe ich auch schon ewig nicht gehört, wenn ich was mit Vögeln höre, dann primär den Nachbarn. Also wirklich ruhig ist es nachts nie. Ich wollte schon immer umziehen, ich wohne auch direkt an der Straße – aber irgendwie fehlt mir dafür die Power, aber auch die Zeit. Geld? Ist auch irgendwie nie genug da. Wir alles teurer.
Ins Büro, 7.19 dort, schnell Laptop angeschmissen, Kamera funktioniert nicht – Neustart, dann klappt’s. 5 Minuten habe ich noch – kurz noch Instagram checken…
7.29 – erster Termin geht los. Die Kimme juckt.
Der Termin war nur kurz, aber wichtig. 7.44 gibt’s den nächsten Kaffee und der erste Hunger meldet sich – kurz aber mal auf’s Klo, mal nachgucken – ich sollte Recht behalten.
Ich mache auch seit Neuestem dieses intermittierende Fasten – also lasse ich bewusst eine Mahlzeit ausfallen und halte mich mit Kaffee über Wasser. Den Hunger halte ich schon aus!
11.22, ich esse jetzt was – eigentlich wollte ich erst um 12.00 Uhr mit dem Essen starten, aber ich halte es kaum aus. Habe tierischen Hunger und die Kollegen im Büro essen die gesamte Zeit, die Süßigkeitenschale lächelt mich an und es riecht nach Gebäck. Also nehme ich mir ein Stückchen vom Kuchen, ein paar Süßigkeiten und esse dann meine Paprika, meine Gurke und mein Brötchen mit Salami. Satt bin ich nicht. Aber ich mache gerade FDH (Friss die Hälfte). Ich habe gehört, dass es eh nur auf die Kalorien ankommt – also muss ich da durch.
Wenn ich dann abgenommen habe, kann ich ja endlich wieder normal essen. Ich freue mich jetzt schon drauf.
Den Rest der Mittagspause verbringe ich zeitweise auf dem Klo, schau aufs Handy oder quatsche mit den Kollegen. Eigentlich würde ich gerne pennen, aber ich hab noch 4 Stunden Schicht – also erstmal Kaffee.
Das geht dann bis 18.00 Uhr so weiter – manchmal kommt der Chef um 17.55 und schiebt mir noch was rein, was JETZT UNBEDINGT NOCH FERTIG SEIN MUSS. Also sitze ich dann manchmal noch 20–30 min dort – mein Überstundenkonto platzt auch. Wie meine Shorts. Urlaub müsste ich noch einreichen – ich habe Hunger, bin müde, gestresst, muss mich unbedingt duschen. Jetzt geh ich aber eben schnell einkaufen und koche dann. Kurz am Süßigkeitenteller vorbei, 2 Lakritze und dann geht’s los.
Eigentlich habe ich wenig Zeit, ich hab um 19.30 eine Verabredung.
Im Supermarkt angekommen lächelt mich alles an. Die Brote, der Fruchtjoghurt, die Schinkenwurst, die Toffifee, Mars, Oreokekse, Schnickers, Schokolädchen, Gummibärchen, Chipse und die Pommes. Was geht am schnellsten? Richtig intensiv und zeitaufwendig kochen habe ich nach diesem Tag weder Zeit noch Lust zu. Es wird ein Smoothie – was tut man nicht alles für die Gesundheit – 1 Apfel, 3 Tomaten, paar Erdnusflipse und ein kleiner Fruchtjoghurt. Satt macht mich das nicht – aber FDH, also ich meine: Furz der Hölle – mein Darm tanzt irgendwie Lambada, also kurz zur Toilette.
Duschen, feucht durch den Schritt wischen, dann zur Verabredung.
Wir tranken Wein, ein paar Snacks dazu.
23.30 war ich zuhause. Endlich? Jetzt noch kurz runterkommen: Netflix. Mal Zeit für mich?
Ich bin noch etwas hungrig – aber nein, ich möchte abnehmen, das ist mein Ziel.
Ich schlafe ein. Hungrig und echt gestresst. Gehe dann irgendwann 2.30 hoch ins Schlafzimmer.
Heute war ein echt anstrengender Tag. Es fing gefühlt schon viel zu früh an. Um 6.30 klingelte der Wecker – ausgeschlafen war ich natürlich noch nicht, die Nacht war kurz, aber dazu später mehr.
Was fällt dir an diesem Tag auf?
Kommt dir dieser nicht etwas bekannt vor? Tausche die Verabredung gerne gegen deine Kinder aus, gegen deine Familie, deinen Lebensabschnittsgefährten/-tin, Arztbesuche oder andere „Verpflichtungen“, die „sein müssen“. DAS ist ein typisches Konstrukt des modernen Menschen. WAS NICHT FUNKTIONIERT und NOCH NIE funktioniert hat! Findest du die Fehler in diesem Fallbeispiel? Arbeite die bitte mal selbst FÜR DICH aus – und vergleich es mit deinem Tag (ich liefere später die Auflösung).
An diesem Tag ist quasi ALLES falsch und ALLES davon macht dick und langfristig krank. Stell dir das nur einmal vor? Wenigstens 5 von 7 Tagen laufen exakt so ab! Über Wochen? Nein, über JAHRE. Eher Jahrzehnte.
Man gönnte sich ja sonst nichts!?
Und an den beiden anderen Tagen? Da gönnen wir uns. Endlich Wochenende. Endlich Urlaub. Endlich Geburtstag. Weihnachten, Ostern, Karneval, Schützenfest, Jahrestag, Valentinstag – was noch? An all diesen „besonderen Tagen“ essen wir mehr als wir verbrauchen (Díaz-Zavala et al. 2017, Roberts et al. 2000, Yanovski et al. 2000, Guerrero-Magaña et al. 2025) und das hat in der Wissenschaft sogar einen Namen: Holiday-Weight-Gain – also „Gewichtszunahme im Urlaub“.
Das sind je nach Studie nur wenige 100 g pro Urlaub – also irgendwas zwischen 200 und 400 g – pro Urlaub „Körperfettzunahme“. Hört sich ja erstmal nicht viel an, aber lass uns mal zusammenrechnen, was dabei in 5 Jahren passieren kann:
Winterferien: +400 g
Osterferien: +200 g
Sommerferien: +400 g
Herbstferien: +200 g
Und dabei lassen wir jetzt mal alle Geburtstagspartys und sonstige „Ausnahmen“ raus. Alleine Alkohol knallt dir die Kalorien hoch wie kein anderer. Da sind wir bei MINDESTENS 1,2 kg mehr auf den Rippen pro Jahr. In 5 Jahren sind das 6 kg, in 20 Jahren sind das 24 kg – und das NUR durch die Urlaube...

