Forever schlank, i want to be und Kalorien zählen nicht (Teil 2)
Hi und Hallöchen zu Teil 2 unserer Challenge! Heute wird´s länger, also: Setz dich, nimmt dir´n Plätzchen und trink dir IN RUHE einen Caappuucciinnoo dabei. Ganz kurz: Bis Freitag Gibt´s Sales im Magazin auf alle Produkte mit dem Code hyrox20 und bei Götterspeise Nahrungsergänzungsmittel mit dem Code single69, jeweils 20% bis Sonntag! Also... „Aber sind es nicht nur die Kalorien, Chris?“
Das wurde mir als Antwort auf den ersten Newsletter geschickt. Sind es? Sind es nur Kalorien? Ist die gesamte Pandemie der Übergewichtigen, all die Krankheiten und Folgen die daraus entstehen einfach nur ein Kaloriending und man könnte jedem einfach eine Kalorien-Tracking-App aufs Handy installieren und schon wär die ganze Welt gesund?
Sind es Kalorien? Funktioniert die selenabhängige Dejodase der Schilddrüse mit Selen oder Kalorien? Wenn Jod benötigt wird, damit die Schilddrüsenhormone gebildet werden und Uncoupling Proteine und die ATPase regulieren, helfen dann 1000kcal mehr aus Haushaltszucker? Wenn die Testosteronproduktion Zink, Selen uvm. benötigt, Muskeln Protein, die Dopaminbildung ausreichend Tyrosin und Vitamin C – sind es dann nur Kalorien?
Wenn dein Hunger so abartig groß ist, dass du an kaum etwas anderes denken kannst, wenn du einfach nicht mehr satt wirst, dann der Großteil deiner Sättigungsmechanismen aufgrund einiger Dinge, die wir noch besprechen werden, ausgehebelt werden und du essen kannst was du willst, aber die Sättigung einfach nicht eintreten will… Stell dir vor, du wirst nie satt und bleibst immer hungrig – sind es dann „nur die Kalorien“?
Selbstverständlich. Wenn du einen Menschen wegsperrst und ihm immer 1000kcal weniger gibst als dieser Mensch benötigt, dann, dann wird dieser Mensch abnehmen – aber was? Knochen? Bindegewebe? Muskeln? Haut oder Fettgewebe? Wird es ihm dabei gut gehen, wird er leistungsfähig und gesund sein oder einfach nur Gewicht verlieren? Wird er dieses verlorene Gewicht einfach halten, wenn man ihn wieder freilässt?
Die folgende Studie war zum Beispiel sehr interessant: 8,5 gegenüber 5 Stunden Schlaf pro Nacht reduzierte in 2 Wochen den Fettverlust während einer Kalorienreduktion um 55%! Es wurde 0,6kg Fett gegenüber 1,4kg abgenommen; dafür wurden aber 2,4kg Muskeln statt 1,5kg Muskeln abgebaut. Also die haben in etwa gleich viel abgenommen, aber nur der Schlaf, unabhängig der Kalorien, veränderte, WAS abgenommen wurde! Also mehr Schlaf bedeutete in dieser Studie aus dem Jahr 2010: Weniger Muskel- dafür mehr Fettverlust durch mehr Schlaf während einer Diät!
Also ja: Kalorien zählen natürlich – aber nicht so, wie man sie oft zählt oder dir erzählt wird.
Oder wenn du beispielsweise sehr hohe Cortisolspiegel, sehr geringe Sexualhormonspiegel und eine Schilddrüsenunterfunktion hast, dann sorgen „weniger Kalorien aufnehmen als du verbrauchst“ mit Sicherheit dafür, dass du „abnimmst“, aber auch, dass dein Kalorienverbrauch deutlich sinkt und du während der Kalorienreduktion auch das falsche Körpermaterial abbaust: Muskeln, Protein, Bindegewebe?
Generell funktionieren alle Diäten ähnlich: Egal ob du die Kohlenhydrate oder das Fett reduzierst. Weil? Natürlich zählt die aufgenommene Energie und der Energieverbrauch – aber unser Körper ist keine bloße Mathematik – wir alle könnten plus-minus rechnen, aber warum tun wir das nicht? Wir gucken aufs Etikett und sehen „ok, ich habe noch 500kcal offen und der Hüttenkäse liefert 130kcal, also kann ich 3 davon essen“ – aber so läuft´s nicht, oder?
Wie schon erklärt, ist das gaaar nicht so trivial – vor allem bei echten Menschen mit echten Problemen und einem echten Leben.
Wie eine gesunde Ernährung aussieht?
Ich möchte dir an dieser Steller erstmal 2, 3 Fragen stellen: Wie geht´s dir eigentlich? Und wie geht´s dir wirklich? Wie zufrieden bist du mit deinem Job? Wie erfüllend findest du deine jetzige Liebesbeziehung? Wie glücklich bist du mit deiner Gesundheit, deinem Körper? Hast du dir dein Leben, so, wie es im Moment läuft und lief, selbst ausgesucht? Wie sind deine Gedanken am Morgen, wenn du aufstehst und am Abend, wenn du zu Bett gehst? Du lernst im weiteren Verlauf noch, dass diese Fragen mehr mit Ernährungsberatung zu tun haben, als die Ernährung selbst. Aber zurück zur Frage: Eine gesunde Ernährung – welche auch mit einem gesunden Körpergewicht korreliert bzw. dazu führt – bewegt sich immer (!) in folgendem Rahmen:- Ausreichend essentielle Nährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Flüssigkeit, Spurenelemente, Proteine und essentielle Fettsäuren
- Nicht zu viele und nicht zu wenige Kalorien – wie viele genau besprechen wir noch
- Keine Verbote, keine Zwänge, „keine Emotionen“
- Individuelle Unverträglichkeiten sollten berücksichtigt werden
Schauen wir uns da mal die Paleo Ernährung an, eine ketogene Ernährung, die Logi-Ernährung, eine mediterrane Kostform, „meine“ artgerechte Ernährung, die „gehypte“ Gottes Nahrung, eine Ernährung nach der DGE oder dem MyPLate-Konzept der USA:
All diese Ernährungsweisen mit einem Namen sind furchtbar gesund und verbessern unterschiedliche gesundheitliche Prozesse. Wir könnten irgendeine, egal welche davon, nehmen und machen. Wir wissen alle:
Diät heißt, nicht schon morgens mit Pommes Majo zu starten und abends mit Chips und Pizza zu beenden.
All diese Kostformen wurden von Heiligen aufgestellt, die vor dem Essen beten und immer ihre Hausaufgaben gemacht haben: kaum bis keine Süßigkeiten, keine Pizza, kein Soul Food. Jeder weiß, dass Hüttenkäse, Magerjoghurt und Brokkoli vermutlich nicht dick machen und Pellkartoffel Binge Eating auch eher eine Rarität ist. Wir wissen alle, dass „naturbelassene Lebensmittel“ mit einer geringeren Kalorien- und hohen Nährstoffdichte funktionieren würden – aber was sie nicht tun? Sie schmecken nicht so geil wie Chipse, Pizza, Pommes Majo und die befriedigen unser Gehirn, unseren Hypothalamus und unsere „hedonischen Regelkreise“ auch nicht gleichermaßen. Über 20% der US amerikanischen Bevölkerung hat z. B. Probleme mit emotionalem Essen (Elran et al. 2021) und wenn du Menschen – oder auch Tieren – Stresshormone injizierst, dann schmeckt denen Brokkoli und Forelle natur nicht mehr, sondern SIE WOLLEN FRESSEN (Yan et al. 2024, Born et al. 2010, Espel-Huynh et al. 2018, Sinha 2018)! Und dafür musst du diese Stresshormone gar nicht injizieren, die werden ja auch jeden Tag, immer und immer wieder produziert und hier fängt die „Veränderung“ an – nicht mit einem Ernährungsplan.
Was fehlt sind neben den richtigen Strategien in dieser obsogenen – also fettmachenden Umgebung – ein bisschen – oder sehr viel – Psychologie und Selbstbewusstsein. Also man sollte sich selbst bewusst wahrnehmen, was man möchte, was man tut, was einen stört, was man sich wünscht, wie man sein Leben lebt, denn… lass mich dir das an einem Beispiel erklären, einer echten Person – oder mehrerer, weil das oft sehr ähnlich aussieht und wie eine Schablone funktioniert:
Ein Mann in seinen 40ern – mehrere Männer… – wiegt über 150kg. Er würde gerne abnehmen, weil Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen an der Tür klopfen und mit Sicherheit auch der Schlaganfall, Impotenz und Herzinfarkt. Aber er KANN ES EINFACH NICHT! Er hat schon unzählige Diäten durch – Kalorien gezählt, getrackt… ABER DAS FUNKTIONIERT NUR WENN DU GESUND BIST UND EIN LOCKERES LEBEN HAST!!!
Er geht morgens zur Arbeit die ihn nicht erfüllt, wo er zwar gut verdient, aber es ihn halt nicht erfüllt. Dann kommt er nach Hause zu seinen beiden Kindern und seiner Frau und da ist quasi nur noch Kasalla – kein Sex, keine Liebe, kein Respekt, kein Support, keine Wertschätzung.
Gestresst geht er ins Bett, pennt mies und durch die Wechselschicht ist der Schlaf sowieso schon ziemlich kacke.
Er hat nicht nur Stress, sondern er lebt ein Leben gegen seine Instinkte, gegen seine Wünsche, gegen seine Bedürfnisse.
Jetzt gibt es hier mehrere übergeordnete Themen die wir im weiteren Verlauf sauber auseinandernehmen, aber ich möchte dir schonmal 4 Punkte vorweg nehmen und zumindest auflisten:
- Liebe sättigt: Unser Bindungshormon Oxytozin entstresst nicht nur wunderbar und steuert nahezu alle körperlichen Prozesse, sondern es sättig auch! Fehlt Liebe, frisst du mehr! Der Ernährungsplan ersetzt keine Liebe.
- Stress macht Hunger: Stressed bedeuet rückwärts gelesen DESSERT und nicht ohne Grund: Stress macht Hunger und hebelt unsere Sättigungsmechanismen aus (Yan et al. 2024, Born et al. 2010, Espel-Huynh et al. 2018, Sinha 2018). Du würdest zwar gerne weniger essen, aber der Hunger ist UNSTILLBAR. Dein Job, deine Beziehung, dein „beschissen wahrgenommenes“ Leben – ich schreibe extra wahrgenommen, aber das kommt ebenfalls später – sorgt dafür, dass du einfach nicht satt wirst. Ein Ernährungsplan hilft nicht gegen deine psychoemotionalen Probleme.
- Stress, Übergewicht, Lieblosigkeit und eventuelle Perspektivlosigkeit: Du schläfst nicht mehr richtig, entzündest niedriggradig und der Teufelskreis beginnt – neben Muskelabbau, Depressionen und Schmerzen, entwickelst du einen starken Motivationsverlust, einen stärkeren Schlafdrang – nur ist der Schlaf nicht erholsam – und einen zunehmenden Hunger, ja vielleicht verlierst du sogar die Hoffnung. Und dann erzählt dir jemand: „Hey, zähl doch einfach Kalorien!“ – ja, danke Herr Lehrer, jetzt haben wir es verstanden.
- Der Ernährungsplan lässt sich nicht direkt besser schlafen, nimmt dir nicht den Stress, erfüllt nicht deine „inneren leeren Eimer“, erfüllt nicht deine Wünsche, gibt dir keine Hoffnung oder Liebe. Und er gibt dir auch nicht direkt eine Perspektive – meistens ist es ein zusätzlicher Stressor mit ungewissem Ausgang, daher bleibts oft dabei.
Jetzt kommst du nach 8, 9, 10 Stunden nach Hause und statt „Hey Schatz, i Love you, schön, dass es dich gibt, geh ruhig mal eine Stunde pennen, dann zum Sport und dann machen wir was zusammen“ gibt es Kasalla, eine „endlich bist du auch mal wieder da, hier sind die Kinder, ich hab den ganzen Tag XY, du kannst auch mal, habe dies und das für dich gemacht und ich muss jetzt erstmal weg“. Dann sitzt du da in deiner Abwärtsspirale fest. Beidseitige Wertschätzung und Respekt war mal, wenn überhaupt – war vielleicht auch schon vor den Kids nicht da, aber da hat man halt noch gebumst und gar nicht wahrgenommen, dass man eigentlich gar nicht kompatibel ist. Ein ganz gaaanz wichtiger Hinweis: Augen auf bei der Partnerwahl, das ist wichtiger als man denkt.
Diese Geschichte ist kein theoretisches Konstrukt, sondern ein sehr großes Thema bei vielen Menschen mit krankhaften Übergewicht bzw. Essstörungen (und anderen modernen nicht übertragbaren Erkrankungen: STRESS KILLS!). So oder so ähnlich läuft das aber auch in kleinerem Stile ab – wenn du nur z. B. ein paar Kilos loswerden „musst“ und nicht „eine ganzen Menschen“ (>50kg).
Und auch wenn ich das Thema Essstörungen im weiteren Verlauf ausklammern möchte, darf man auch hier sagen: Wenn die Seele hungert, dann entwickelt sich eine Essstörung.
Denn auch bei Magersucht, bei Bulimie, bei Anorexia Athletica, stellt die Ernährung oft nur einen Nebendarsteller, ein Symptom dar und da hilft es wenig, wenn ein Ernährungsberater in der Klinik neben dir sitzt, dich mit Haferflocken füttert und dir sagt, dass du doch auch Snickers essen musst, weil Verbote zu Essstörungen führen. Unter uns? Musst du nicht, aber du darfst, wie die Wurst. Und das ist ein Unterschied.
Was ist jetzt mit meinem Ernährungsplan?
Ich erinnere mich an ein Seminar von mir zum Thema artgerechte Ernährung des Menschen („Füttern verboten“ hieß das) und da hat niemand mitgeschrieben, 2 Tage nicht (hier sind die aktuellen Termine zu meinen beiden Ernährungs-Klassikern dieses Jahr). Als ich dann meine Speed Weeks – kommt auch im späteren Verlauf noch – vorstellte, schrieben alle mit und das damalige Team Andro-Forum (woraus Quasi ESN und Co hervorgingen) war voll von meinem Template und der Begriff etablierte sich. Frank Holger Acker erwähnte mich mal in einem Buch zur Ernährung als Urheber – und ich glaube auch, dass das mein Begriff war und ich den geprägt hatte, zumindest hatte ich das zuvor nie gehört. Dazu aber wie gesagt später mehr.
Also der Ernährungsplan, was ist damit?
Ich will dir das Geheimnis direkt am Anfang verraten: Es geht beim Thema Körpergewichtsreduktion und Gesundheit nur ganz ganz rudimentär um Ernährung, um Kalorien und um Essen. Du verstehst das im weiteren Verlauf noch – und verstehst dann auch, wie du dein Leben ohne Handstand auf den Kopf stellst – an unterschiedlichen Stellen.
Wir wissen wie gesagt alle das ein Hüttenkäse oder Magerquark weniger Kalorien hat als eine Pizza, oder? Dass wir keine 3 Liter Eiscreme am Tag essen sollten und spätestens nach dem 8ten Teller am All You Can Eat Buffet unsere Tageskalorienbedarf vermu...