
Bevor ich dir ein bisschen etwas zu unserem Immunsystem – unserem „Security-Team des Körpers“ – schreibe und wie man dieses Security-Team unterstützt und möglichst schlagkräftig bekommt (dabei natürlich auch selektiv und nicht gegen unseren eigenen Körper gerichtet), erzähle ich dir eine kleine Anekdote.
Ein „Bekannter“ von mir ist immer krank. Also wirklich sehr oft. Ich kenne wirklich keinen, der so oft erkältet ist. Er trainiert, macht Sport und isst „eigentlich gesund“. Eigentlich? Ja, wenn’s perfekt wäre, wäre er ja nicht immer krank, oder? Viel magere Proteinquellen, viel Hähnchen, Pute, Magerquark, Gemüse, alles „mager“ bei 50–70 g Fett pro Tag. Und die Fette sind halt „aus Versehen“ dabei, weil´s nicht anders geht. Aber? Fettlösliche Vitamine sind auch im Nahrungsfett enthalten (Munteanu et al. 2022). Es wird von einigen Autoren davor gewarnt, dass beim Konsum von fettfreien (Light-)Produkten der Körper praktisch dieser fettlöslichen Vitamine beraubt wird und dies kann die Immunfunktion beeinträchtigen (Munteanu et al. 2022). Was vermutlich häufig fehlt, sind neben den mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch Vitamin A als Retinol, ein fettlösliches Vitamin, essenziell für die Integrität der Schleimhautbarrieren und es beeinflusst die Proliferation von T- und B-Lymphozyten (Jiménez-Uribe et al. 2020). Und wenn nur magere Proteinquellen verzehrt werden, dann ist oft weniger Arachidonsäure vorhanden – das supplementiert man ja nicht extra – und auch weniger „Steak“ und somit Eisen. Allein diese 3 Nährstoffe sind unersetzlich für das Immunsystem. Und das ist nur ein klitzekleiner Auszug!
Also hast du dann Sixpack und Muskelberge bis zum Hals – aber auch ständig Infektionen? Immerhin. Bodybuilding-Ernährung und mTOR-Maximierung reicht nicht für ein stabiles Immunsystem!

Interessant? Ich finde. Lass uns mal kurz über das Immunsystem sprechen, bevor es im Speziellen um die Ernährung geht.
Immunologie verstehen?
Das Immunsystem des menschlichen Körpers ist ein hochkomplexes Netzwerk, dessen Hauptaufgabe darin besteht, den Organismus vor schädlichen Krankheitserregern (Pathogenen), wie Viren, Bakterien und Pilzen, sowie vor körperfremden Substanzen zu schützen. Es ist in der Lage, schnell und spezifisch auf Bedrohungen zu reagieren und sich an bereits erlebte Angriffe zu erinnern, damit dich die gleichen Erreger beim nächsten Mal nicht mehr ganz so hart niederstrecken.
Die Immunabwehr lässt sich grob in drei aufeinander aufbauende Verteidigungslinien unterteilen: die äußeren Barrieren (First Line of Defense), das angeborene Immunsystem (Innate Immunity) und das erworbene oder adaptive Immunsystem (Adaptive Immunity).
Die erste Verteidigungslinie: Mechanische und chemische Barrieren
Die erste und grundlegendste Verteidigungslinie besteht aus physischen und chemischen Barrieren, die verhindern sollen, dass Krankheitserreger überhaupt in den Körper eindringen (Jiménez-Uribe et al. 2020). Diese Barrieren findest du bei allen „Kontaktstellen“ zur Außenwelt – also Haut, Lunge, Darm. Die sollten „intakt und geschützt“ sein, damit keiner ungefragt in deinen Körper gelangen kann.
Die Epithelbarriere ist die primäre physische Struktur zur Einschränkung von Infektionen, insbesondere in den Atemwegen (Jiménez-Uribe et al. 2020). Die Epithelbarriere der Atemwege führt mechanische Aktionen aus, wie etwa die Bewegung kleiner Härchen (Zilienbewegung) und die Erwärmung der eingeatmeten Luft.
Wichtige Komponenten dieser Barriere sind auch spezifische Moleküle, die auf der Oberfläche der Atemwegsflüssigkeit (Airway Liquid Surface, ALS) vorhanden sind:
- Muzine: Diese Schleimstoffe können die Infektion durch verschiedene Viren einschränken, indem sie beispielsweise Viren wie das Influenzavirus binden.
- Antimikrobielle Peptide: Diese Peptide, wie die Beta-Defensine und Cathelicidine (benötigen Vitamin D!), können mit Viren interagieren, um deren Eintritt in die Wirtszellen zu verhindern.
Die Aufrechterhaltung der Integrität dieser Barriere wird auch durch Nährstoffe unterstützt:
- Vitamin A (Retinol) und Biotin spielen eine wichtige Rolle bei der Gewebereparatur nach Verletzungen und fördern die Produktion von Muzinen und Cathelicidinen in Epithelzellen der Atemwege und sind wichtig für die Schleimhautneubildung. Ein Mangel an Vitamin A kann die Schleimhautbarrieren schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen (Munteanu et al. 2022).
- Vitamin D trägt ebenfalls zur Expression von antimikrobiellen Peptiden wie Cathelicidinen und Defensinen in Atemwegsepithelzellen bei.
- Zink ist notwendig, um die Dichtheit der Zellverbindungen (Tight Junctions) und damit die Undurchlässigkeit der Epithelbarriere zu erhalten – nicht nur auf Ebene des Darms, sondern auch an Lunge und Haut.
Mehr zur Darmbarriere liest du hier.
Die zweite Verteidigungslinie: Das angeborene Immunsystem
Wenn Krankheitserreger die erste Barriere überwinden, wird das angeborene Immunsystem aktiv. Dieses System reagiert schnell, ist aber im Gegensatz zum adaptiven Immunsystem unspezialisiert, weniger effizient und „teuer“ bei der erstmaligen Bekämpfung eines unbekannten Erregers. Aber es ist halt immer da und passt auf!
Die Zellen und die Alarmreaktion
Das angeborene Immunsystem besteht aus Zellen wie:
- Phagozyten (Fresszellen): Dazu gehören Makrophagen und Neutrophile
- Dendritische Zellen (DCs)
- Natürliche Killerzellen (NK-Zellen)
Sobald Viren in Zielzellen eindringen, nutzen Wirtszellen sogenannte Pattern Recognition Receptors (PRRs), um die viralen Muster (PAMPs) zu erkennen. Wer mal ein Seminar von mir besucht hat, kann damit jetzt schon etwas anfangen, oder? Falls nicht, mach die Ausbildung bei mir (starte z. B. mit Modul 1 Humanbiologie, welches einen großen Immunologie-Teil enthält)!
Diese Erkennung löst einen antiviralen Alarmzustand aus, der drei Hauptprozesse umfasst:
- Die Synthese von Interferonen (IFN) vom Typ I und III, die Nachbarzellen in einen antiviralen Zustand versetzen
- Die Aktivierung der Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), die infizierte Zellen erkennen und durch Freisetzung von Perforin und Granzym B abtöten können
- Die Auslösung der Entzündung! Hier siehst du: ENTZÜNDUNG IST GUT, ENTZÜNDUNG IST SCHUTZ!!!
Entzündungsreaktion (Inflammation…)
Eine Entzündung ist nicht falsch, nicht schlecht, oft nicht das Problem – sondern oft die Lösung! Was nicht gut ist, sind „überschießende“ oder „nicht enden wollende niedriggradige systemische Entzündungen“. Am besten läuft eine Entzündung so ab: EXTREM STARK UND SELEKTIV UND DABEI EXTREM KURZ – An-Aus-Feierabend. Das Problem ist heutzutage, dass nicht nur PAMPs (das P am Anfang steht für Pathogen) das Immunsystem anschalten können, sondern auch LAMPs (L am Anfang steht für Lifestyle = erhöhter Blutzucker, erhöhte Fettsäure- und Cholesterinspiegel) – daher kann bei chronisch erhöhten Blutzucker- und Blutfettspiegeln das Immunsystem auch chronisch aktiv bleiben (= nicht gut, weil’s ja nie aufhört).
Also: Die Entzündung ist eine Reihe von zellulären und vaskulären Ereignissen, die darauf abzielen, die schädlichen Stimuli zu beseitigen oder zu kontrollieren. Zu den Entzündungsmediatoren, die sofort freigesetzt oder schnell erzeugt werden, gehören:
- Histamin: Wird von Mastzellen freigesetzt und erhöht die Durchblutung und Gefäßpermeabilität
- Prostaglandine, Thromboxane und Leukotriene: Diese Lipidmediatoren sind an der Gefäßerweiterung, der Gerinnung und der Anlockung von Leukozyten beteiligt
- Zytokine und Chemokine: Dazu gehören Interleukin IL-1, IL-8, die die Migration von Immunzellen fördern und zur Antigenverarbeitung anregen können
Die Entzündungsreaktion wird stark durch Mikronährstoffe moduliert. Zum Beispiel kann Vitamin C die Entzündungsreaktion dämpfen, indem es freie Radikale (ROS) abfängt und entzündungsfördernde Signalwege hemmt, dabei aber die Phagozytoseleistung des Immunsystems verbessert – also „Auffressen der Schädlinge bei weniger Sekundärschäden“, wenn du so willst. Vitamin D wirkt immunmodulatorisch, indem es die Expression von NFKB (einem wichtigen entzündungsfördernden Transkriptionsfaktor) negativ reguliert, aber zeitgleich antibakterielles Cathelicidin erhöht – auch hier: Weniger Entzündung, aber nicht weniger Schutz. Das ist ja erstmal gut. Das machen unsere Barrieren ja auch: Wenn keiner reinkommt, muss keiner reagieren (und dabei Energie verbrauchen = Energieverbrauch ist dann immer mit Müdigkeit, Fatigue etc. assoziiert).
Lactoferrin (Lf), ein eisenbindendes Glykoprotein, das auch von Neutrophilen (Immunzellen) freigesetzt wird, gehört ebenfalls zum angeborenen Immunsystem und kann die Entzündungsreaktion regulieren und hat zeitgleich eine antimikrobielle Wirkung.
Mehr zu Lactoferrin liest du hier.
Dritte Verteidigungslinie: Das erworbene (adaptive) Immunsystem
Wenn die angeborene Immunität die Infektion nicht kontrollieren kann, wird das adaptive Immunsystem aktiviert. Es zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, jeden Erreger spezifisch zu erkennen und ein Gedächtnis aufzubauen – fürs nächste Mal.
Die Brücke zwischen angeborenem und adaptivem System bilden vor allem die antigenpräsentierenden Zellen (APCs), wie dendritische Zellen und Makrophagen (Jiménez-Uribe et al. 2020, Pasinato et al. 2024).
Das könnten wir jetzt noch ausbauen und über T- und B-Lymphozyten schreiben, aber es soll primär um die Ernährung gehen, also eine kurze Zusammenfassung zu den Abwehrstufen:
- Erste Verteidigungslinie (Barrieren): Verhindert das Eindringen von Pathogenen durch physische, chemische und molekulare Strukturen
- Angeborene Immunität: Eine schnelle, unspezifische Reaktion, die über Fresszellen, NK-Zellen und Entzündungsmediatoren einen sofortigen Alarmzustand herstellt
- Adaptive Immunität: Eine spezifische, verzögerte, aber hochwirksame Reaktion, die durch T- und B-Zellen die Elimination von infizierten Zellen und die Neutralisierung von Erregern durch Antikörper steuert, sowie ein immunologisches Gedächtnis aufbaut
Eine ausgewogene Ernährung, reich an Mikronährstoffen wie Zink und Vitaminen (A, D, C, E, Magnesium, Selen u. v. m.), ist entscheidend, um alle diese Verteidigungslinien optimal zu unterstützen und die Fähigkeit des Körpers zu erhalten, sowohl eine schnelle Reaktion auf akute Infektionen zu starten als auch chronische Entzündungen zu verhindern. Die Funktion des Immunsystems hängt von der Verfügbarkeit adäquater Nährstoffe in ausreichender Konzentration ab und diesem Teil widmen wir uns gleich genauer.
Vorher aber kurz zur Frage:
Darf ich eigentlich trainieren, wenn ich erkältet bin?
Ja, naja, erzähle ich auf Insta, dass ich trainieren war, obwohl ich grad erkältet bin und trotzdem richtig stark dabei bin und was schreiben mir einige? WIE KANNST DU NUR, RUH DICH AUS, DAS IST FAHRLÄSSIG! Jein, ich würde das differenzierter betrachten. Kurzes Beispiel: Meinst du, dass ein 5 Sekunden (!) Handstand oder ein einziger Klimmzug irgendwas stark Negatives bewirkt? Was passiert, wenn du 10 Sekunden auf einem Bein stehst, ist das schon Training und macht dich das kränker? Ok, jetzt verstehen wir uns. Auch die Studienlage zu dem Thema ist nicht eindeutig (Grande et al. 2020).
Akute Atemwegsinfektionen sind die häufigsten akuten Krankheiten beim Menschen und umfassen typischerweise die Erkältung, Grippe, Corona, Husten und Halsschmerzen, wobei sie i. d. R. weniger als 30 Tage andauern – meist kommen sie 3 Tage, bleiben 3 Tage und gehen 3 Tage.
Also: Darf man Sport machen, wenn man eine Infektion hat?
Die primäre Behandlungsempfehlung für akute Atemwegsinfektionen (ARIs) ist im Allgemeinen Ruhe. Aber primär geht es nicht um die „Ruhe“, sondern um den Stress und den Verbrauch von Energie: Denn Stresshormone reduzieren die Schlagkraft des Immunsystems und ein erhöhter Energieverbrauch entzieht unserem stark energieabhängigen Immunsystem die Energie.
Also: Ein hochvolumiges, intensives, energieverbrauchendes und Stresshormon-steigerndes Workout ist natürlich NICHT zu empfehlen, wenn man krank ist. Und wenn du Fieber hast und dich GAR NICHT danach fühlst, dann bleib im Bett! Wenn du nicht atmen kannst und schon die Treppe zur Atemnot führt, dann bleib zuhause.
Im Grunde kannst du sagen, dass die Muskulatur und das Immunsystem miteinander um Ressourcen konkurrieren. Ein aktiver Muskel wirkt z. B. anti-entzündlich, schaltet quasi das Immunsystem ruhiger und ein aktives Immunsystem macht den Muskel insulinresistent, schneidet ihm also von der Energiezufuhr ab. Und auch Protein und Aminosäuren, wie Glutamin, Alanin und BCAAs (EAAs), wird von beiden Organen gerne genutzt.
Aber wenn du einen „banalen Infekt“ hast und dich eigentlich „ok fühlst“, dann spricht nichts dagegen, mit langen Pausen und wenigen Wiederholungen, ohne große systemische Belastung, ein paar Übungen durchzuarbeiten; quasi wie in der Tapering- oder Deload-Phase. Vermutlich schlägt der psychologische Nutzen auch die meisten medizinischen Bedenken.
Beispiel? Hier:
70% deiner Maximalkraft. 5 Übungen worauf du Bock hast. 10 x 2 Wiederholungen, komplett ohne außer Atem zu sein und ohne große Herzkreislaufbelastung. Weil eine zu lange Trainings-Pause macht dich schwächer, reduziert die Belastbarkeit deines Bindegewebes usw. und das hat auch Nachteile. Aber: Erzwing es nicht, höre auf deinen Körper!!!
Generell ist bekannt, dass die Immunantwort auf akute Infektionen, die eine schnelle und effiziente Expansion der Immunzellen erfordert, einen erhöhten metabolischen Bedarf mit sich bringt (Hellmich et al. 2022). Um diesen Bedarf zu decken, können hämatopoetische Stamm- und Vorläuferzellen schnell von Glykolyse auf oxidative Phosphorylierung umschalten – also: Immunzellen benötigen viel Energie. Wenn du jetzt viel Energie durch die Muskeln verbrauchst, ist das weniger schlau, ok?
Welche Ernährung zur Unterstützung des Immunsystems?
Ja, meist wird die gute alte Hühnersuppe empfohlen und es wird „überliefert“, dass Moses nicht nur die 10 Gebote erhalten hat, sondern auch ein Rezept für Hühnersuppe vom Herrn – witzige Geschichte, oder? Aber ist die Hühnersuppe etwas Heiliges? Naja, nein. Es geht dabei um Protein, um Nährstoffe, Elektrolyte, Salz, Flüssigkeit und die Hitze. Ob du jetzt Steak und Obstsalat isst und dabei einen Husten- und Bronchial-Tee trinkst, kommt vermutlich aufs Gleiche hinaus!
Aber Ingwer oder? Und Honig, oder? Und… oder? Alles nicht verkehrt: Aber JEDE Pflanze enthält antimikrobielle Stoffe, welche lokal (!) einen positiven Effekt haben können.
Die Unterstützung des Immunsystems durch Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel ist natürlich eng mit der Verfügbarkeit adäquater Nährstoffe verbunden, da vor allem Mangelernährung und Nährstoffdefizite die Immunreaktion schwächen und die Widerstandsfähigkeit des Wirtsorganismus gegen Infektionen verringern können.
Vitamin D: Wichtig für die Bildung von Cathelicidin und Defensin in Makrophagen und Epithelzellen. Niedrige Serumspiegel von Vitamin D sind mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und einer Verschlimmerung assoziiert (Jiménez-Uribe et al. 2020, Ao et al. 2021). Einige Studien deuten darauf hin, dass die Supplementierung akute Atemwegsinfektionen verhindern kann (Martineau et al. 2017).
Vitamin C: Hat einen positiven Effekt auf die Reduktion freier Radikale, erhöht die Proliferation von natürlichen Killerzellen und die Phagozytoseleistung von APCs.
Vitamin A, v. a. als Retinol: Ein Mangel führt zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit, da die Regeneration der Schleimhautbarrieren beeinträchtigt ist. Die Supplementierung kann die Morbidität und Mortalität bei verschiedenen Infektionskrankheiten verringern. Biotin ist sehr ähnlich.
Vitamin E: Ein Mangel kann das Risiko komplizierter Atemwegsinfektionen erhöhen. Es dämpft Entzündungen in Lungenepithelzellen.
Zink: Ist wichtig für die Proteinsynthese, Enzymproduktion und Genexpression an unterschiedlichen Stellen. Ein Mangel ist mit einem erhöhten Risiko für akute Atemwegsinfektionen verbunden (Khera et al. 2020). Zink verstärkt die antivirale Wirkung von Interferon-Typ I (IFN-I) in vitro (Berg et al. 2001) und kurzfristig höhere Mengen können die Krankheitsdauer leicht reduzieren.
Magnesium: Notwendig für die Aktivierung von T-Lymphozyten und die zytotoxische Funktion von NK-Zellen. Beteiligt an der Stabilisierung der DNA und DNA-Polymerase-Reaktionen. Ein Mangel kann das Risiko komplizierter Atemwegsinfektionen erhöhen.
Selen: Spielt eine Rolle bei der Immunfunktion und kann die Immunantwort von T-Helferzellen (Th1) und die Antikörperproduktion stimulieren. Zusammen mit Zink zeigte es in Studien an COVID-19-Patienten eine schützende Rolle und war mit höheren Überlebenschancen assoziiert (Heller et al. 2021).
Protein: Das Immunsystem ist ein schnell proliferierendes System und benötigt viel Energie und PROTEIN!
Eisen: Eisenmangel schwächt das Immunsystem erheblich! Für die Bildung von Immunzellen ist Eisen unerlässlich, daher führt ein Mangel zu verstärkter Infektanfälligkeit.
An dieser Stelle möchte ich aber kurz stoppen: JEDES EINZELNE VITAMIN UND JEDER EINZELNE MINERALSTOFF IST WICHTIG UND NICHT ZU ERSETZEN! Auch B-Vitamine, Vitamin K usw. usf. sind wichtig für eine optimale Immunfunktion! Lies hier mehr zu Eisen.
- Mangel vermeiden.
- Keinen Schaden zufügen.
Also nutze ein gutes Wheyprotein und ein gutes Multivitamin- und Mineral.
Und, dass wir alle nicht optimal versorgt sind, das liest du ja hier.
Was hilft im Falle einer Infektion tatsächlich?
Für die akute Behandlung oder zur Reduzierung der Krankheitslast bei Infektionen der oberen Atemwege gibt es spezifische Substanzen, die in klinischen Studien positive Effekte gezeigt haben. Gucken wir uns an:
Lactoferrin: Bovines Lactoferrin, ein eisenbindendes Glykoprotein, das im angeborenen Immunsystem vorkommt (Pasinato et al. 2024, Jiménez-Uribe et al. 2020), zeigte in randomisierten kontrollierten Studien signifikante Vorteile – die Symptomdauer wird deutlich verkürzt. 400 mg/Tag (Pasinato et al. 2024).
Synergistische Wirkung von Vitamin C und Zink: In einer Studie an SARS-CoV-2-infizierten Patienten führte die orale Supplementierung mit Vitamin C und Zink über 42 Tage zu einem Anstieg der neutralisierenden Antikörper (Quek et al. 2022).
Zink: Hohe Dosierungen Zink reduzieren die Krankheitsdauer leicht.
In verschiedenen Modellversuchen – z. B. am Corona-Virus – reduziert Curcumin, wie auch Bromelain, Grüntee, Ingwer und andere Pflanzenextrakte die Replikation der Viren. Aber nicht nur Curcumin, Grüntee und Bromelain, sondern auch Holunderbeeren und Holunderbeer-Extrakte haben positive Effekte auf die Krankheitsdauer (also invers positiv) (Tiralongo et al. 2016, Mammari et al. 2023, Wardani et al. 2023) oder auch Thymian, Oregano, Kamille, Salbei… also ja: Pflanzen, Kräuter und Gewürze, auch deren Extrakte, sind i.d.R. nicht verkehrt und können noch mal einen Tick Unterstützung geben!
So richtig riesig angelegte Interventionsstudien zu den einzelnen Pflanzenextrakten, v.a. im Vergleich, finden sich leider nicht.
Da es aber auch immer um Energie geht, sind auch Substanzen wie Kreatin, Carnitin, Taurin und Coenzym Q10 nicht unwichtig für ein schlagkräftiges Immunsystem (Saito et al. 2022, Mantle et al. 2021, Talebi et al. 2022, Praditya et al. 2019). Und auch Honig hat lokal antimikrobielle Effekte.
Also verschiedene Kräutertees, mit Ingwer, Grüntee, Curcumin und Manuka-Honig, kann zusätzlich lokal ein paar Viren mitnehmen und ist auf alle Fälle nicht verkehrt.
Ich wurde letztens gefragt, was man denn jetzt genau bei einer Infektion macht? Weißt du, was ich gesagt habe? Naja, eigentlich solltest du das, was du während einer Infektion machen willst, schon lange vorher machen.
Ernähr dich richtig. Schlaf viel. Hab Spaß. Nimm deine Vitamine und Mineralstoffe.
Also was machen wenn krank?
Sport: Wenn es sich gut anfühlt, ohne Herzkreislauf- und Atembelastung, ohne Schmerzen, ohne, dass du dich damit total fertig machst. Ganz locker durchbewegen, paar lockere Wiederholungen machen. Aber: Wenn du grad infektiös bist, geh nicht den anderen Menschen auf den Sack und steck die an!!! Aber du musst natürlich keinen Sport machen! Mal 1 Wochen chillen bringt dich nicht um. Es geht nur darum, dass es nicht sooo schädlich ist, wenn du bewusst dosiert etwas bewegst.
Ernährung: 1,5-2,5g Protein pro kg Körpergewicht. Trink Proteinshakes, iss dein Fleisch, Fisch, Eier. Meistens sagt dir dein Immunsystem Bescheid was es braucht, hör drauf! Oft sagt es sogar PROTEIN, FETT und SALZ! Oder? Das wäre nämlich auch die gute alte Hühnersuppe. An Suppen ist generell nichts auszusetzen. Es ist leicht verdaulich, gut vorgekocht (desinfiziert!) und liefert Elektrolyte, Fett, Protein, Flüssigkeit und fühlt sich wärmend an. Also eine Art Paleo Ernährung mit ausreichend Energie, Fett und Protein ist hier eine gute Richtung:
Supplements: Nimm ein gutes Multimineral und Multivitamin, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D3 als Basis. Im Akutfall kannst du mit Curcumin, Bromelain und Ingwer-Extrakten arbeiten und Lactoferrin in Dosierungen zwischen 200 und 2000mg arbeiten. Zink z. B. 3 x am Tag 20mg zusätzlich. N-Acetylcystein hat schleimlösende Effekte.
Lokale Unterstützung: Kräutertees mit Ingwer, Curcumin, Grüntee und Manuka-Honig, können lokal desinfizierend wirken und dabei helfen ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
Aus der Atemtherapie bei z. B. COPD und Co: Atme bewusst tief ein und aus, damit die gesamte Lunge belüftet wird, nicht zu flach atmen, das kann sich negativ auf Lungenentzündungen auswirken. Halte ruhig mal etwas den Atem an und dann räuspere dich: Du wirst merken, das hilft besser dabei etwas Schleim zu lösen, statt einfach immer nur kräftig zu husten!
Nasendusche? Infrarot? Inhalieren? Kann man machen, bin ich aber kein Fan von. Schadet aber auch nicht.
Ansonsten leg dich ins Bett und schlafe viel, denn das erhöht tatsächlich ebenfalls die Schlagkraft des Immunsystems!
Kleiner Reminder…
Und eine „Ablenkung“ des Immunsystems sollte vermieden werden. Was ich damit meine? Ein Darmproblem oder eine ständige Aktivierung des Immunsystems über „False Triggers“ (LAMPs), sollte vermieden werden – das schwächt das Immunsystem auf der einen Seite und verlängert die Krankheitsdauer auf der anderen Seite und macht somit anfälliger. Liegt also eine Gesundheitsstörung wie ein Darmproblem o. Ä. vor? Dann behebe das auf alle Fälle – die Chance ist hoch, dass dein Immunsystem dann wieder besser funktioniert!
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Und ja, kauf deine Nahrungsergänzungsmittel bei Götterspeise. Ok? Danke dir!
Quellen:
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