Deload im Training: Wann, wie lange & warum? (Krafttraining-Guide)

Chris Eikelmeier

Chris Eikelmeier – Physiotherapeut, kPNI-Therapeut (Univ. Salamanca), Dozent und Athlet. 20 Jahre Praxis, 25 Jahre Leistungssport.

Deload Woche im Krafttraining Weniger ist mehr im Muskelaufbau Krafttraining Plateau Muskelabbau

Mehr Training ist nicht immer besser. Geplante Deloads machen dich besser! Kraftsportler benötigen in der Regel alle 3-8 Wochen eine leichtere Trainingswoche, je nach Volumen und Intensität. Wie man einen Deload plant und wann du ihn brauchst, erklärt dir dieser Artikel!

Alles was du zu Deloads im Kraftsport wissen musst

Irgendwann reagiert dein Körper auf die immer gleichen Reize nicht mehr so stark wie am Anfang – Repeated Bout Effect, Akkommodation, weniger Anpassung, mehr Ermüdung. Und was machen viele dann? Noch mehr Gewicht, noch mehr Volumen, noch mehr Eskalation, noch mehr Müdigkeit und irgendwann Verletzungen und nachhaltig ausbleibender Fortschritt im Training.

Ein Deload ist genau das Gegenteil und taktisch sehr klug: Du nimmst für ein paar Tage oder eine Woche bewusst Volumen, Intensität oder Trainingsstress raus, damit dein System wieder Luft bekommt und du regenerieren kannst. Das heißt nicht, dass du faul bist. Das heißt, dass du verstanden hast, dass Muskeln nicht im Training wachsen, sondern durch die Anpassung danach und das Erholung und Regeneration genauso wichtig sind wie das Training selbst!

In diesem Beitrag geht es genau darum: Deloads im Krafttraining. Wie, warum und wofür: Alles was du zu Deloads im Kraftsport wissen musst!

Deload-Guide für Kraftsportler: Praxis und Wissenschaft!

Legen wir direkt los!

Die Einführung einer einwöchigen Deload-Phase in der Mitte eines 9-wöchigen Trainingsblocks führte in einer Studie von Coleman zu ähnlichen Zuwächsen bei Muskelmasse, Kraftausdauer und Schnellkraft der unteren Extremität wie ein durchgehend absolvierter Trainingsblock. Das spricht dafür, dass sowohl kontinuierliche Trainingsblöcke als auch periodische Blöcke mit geplanter Entlastung, also Deloads, sinnvoll sein können, wenn es um Muskelaufbau geht – zumindest innerhalb eines Zeitraums von 9 Wochen. Bei der Maximalkraft schnitt das kontinuierliche Training allerdings besser ab. Wenn das Hauptziel also maximale Kraftsteigerung ist, sollten Phasen mit vollständiger Trainingspause wahrscheinlich sparsamer eingesetzt werden, oder schlauer, denn:

Die Deload-Gruppe ist „nur“ 13 kg in 9 Wochen stärker geworden, im Vergleich zur Gruppe, die durchtrainierte und 17 kg stärker wurde. Dafür sprang die Deload-Gruppe einen Tick höher. Das Deload-Programm bestand in dieser Studie von Coleman et al. 2024 allerdings aus keinem Krafttraining, also einer vollständigen Pause – und das entspricht nicht einem klassischen Deload!

Deloads sind eine Reduktion von Volumen und/oder Intensität, nicht zwingend eine vollständige Pause. Bell et al. definieren Deloading z. B. als eine Phase reduzierten Trainingsstresses, die dazu dienen soll, physiologische und psychologische Ermüdung zu reduzieren, die Erholung zu fördern und die Bereitschaft für den nächsten Trainingszyklus zu verbessern (Bell et al. 2023).

Andere Studien zeigen – hier an Anfängern –, dass ein Deload nicht dazu führt, dass weniger Muskeln oder Kraftausdauer aufgebaut werden (Pancar et al. 2026).

Hinsichtlich der Verletzungsrate und wirklich langfristig angelegter Studien gibt es bisher keinerlei Daten zum Thema Deloads. Was wir aber festhalten müssen: Die trainieren in Deload-Studien oft weniger (!) und machen zwar nicht mehr, aber eben auch nicht weniger Gainz hinsichtlich Kraft, Kraftausdauer, Muskelaufbau und Explosivkraft.

IST DAS NICHTS, frage ich?

Deloads sind biologisch theoretisch sinnvoll

Einigen Daten zufolge sorgt ein Training irgendwann nicht mehr für gleich starke Wachstumsreize wie am Anfang einer neuen Trainingsphase. Das geschieht unter anderem aufgrund des Repeated Bout Effects und der Akkommodation – ein biologisches System passt sich irgendwann nicht mehr an einen gegebenen Reiz an. Man müsste jetzt mehr Gewicht heben, ein noch höheres Volumen fahren, ganz andere Übungen machen… also irgendwie versuchen, neue Reize zu setzen, damit der Muskel gezwungen wird, sich weiter anzupassen. Das ist an einem bestimmten Punkt aber kaum mehr möglich. Du trainierst mit schwerem Gewicht, hohem Volumen, und eine weitere Steigerung würde eventuell zu einer Verletzung oder einem Overreaching führen.

Und jetzt zum Thema:

Weniger ist manchmal mehr. Wirfst du EINEN Stein ins Wasser, entstehen schöne, gleichmäßige Kreise. Wirfst du viele Steine ins Wasser, entsteht bloß ein Durcheinander.

Eventuell könnte hier auch mal eine „komplette Pause“ hier weiterhelfen weiter zu kommen! Es wird nämlich angedeutet, dass eine Pause von 9–11 Tagen dazu in der Lage ist, die unterschiedlichen am Muskelwachstum beteiligten Gene wieder sensibel und empfänglich für (leichte / alte / gewohnte) Trainingsreize zu machen (Rennie 2001, Lieber 2002, Lieber 1997, Carson 1997, Nosaka et al. 2002, Nosaka et al. 1997, Nosaka et al. 2001, Nosaka et al. 1995, Proske 2001, Morgan 2001). Das heißt, dass ein Gewicht und ein Volumen, das dein Körper ja eigentlich schon gewohnt ist, wieder ausreichend ist, um weiteren Muskelzuwachs zu generieren! Wäre das nicht super? Statt weiter gegen die Wand zu rennen und versuchen mehr zu machen, macht man weniger und dann funktionieren wieder die Reize, die nicht mehr funktionierten?

Zugegeben, ich lerne das gerade erst, nach etwa 25 Jahren Kraftsportkarriere so richtig und ich bin fest davon überzeugt, dass ich mir die ein oder andere Verletzung hätte sparen können, noch ein paar mehr Bücher hätte schreiben können und vermutlich stärker und muskulöser gewesen wäre. Ja, indem ich einfach WENIGER GEMACHT HÄTTE! Und ich dachte ja immer, dass ich schon wenig mache, aber wenn ich all meine Sätze und Sportarten mal zusammenrechne, bin ich weit über dem gewesen, was man „heutzutage“ als „viel“ beschreibt.

Also es gibt also ein paar Daten die zeigen, dass unsere Zelle nach einer gewissen Zeit weniger sensibel auf die Trainingsreize reagiert, also das Training führt dann mit zunehmender Dauer zu immer mehr negativen und immer weniger positiven Effekten.

Nach einer längeren Pause erhöht das Training aber auch bei einem fortgeschrittenen Athleten die Rate der Muskelproteinsynthese wieder ähnlich stark wie bei einem Trainingsanfänger, der bekanntermaßen ja deutlich schneller Muskulatur aufbauen kann (La Forgia et al. 1999, Ogasawara et al. 2011, Ogasawara et al. 2013). „Newbie Gainz“, irgendwer? Dieses Prinzip wird z. B. beim „Hypertrophie-Spezifischen Training“ (kurz HST) verwendet; seiner Zeit eines der wenigen „Science Based“ Trainingsprogramme, was eigentlich immer (und immer noch) wunderbar funktionierte. Hier wird alle 6–8 Wochen eine vollständige Pause von wenigstens 9 Tagen eingeplant. Der Vorteil dabei ist, dass du nach 9–11 Tagen noch keinerlei Muskelmasse verloren hast, aber danach – zumindest theoretisch – „viel leichter“ wieder aufbauen kannst.

Deloads & Pause: Kein Muskelabbau durch 2 Wochen Pause!

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2017 hat beispielsweise gezeigt, dass bei krafttrainingserfahrenen Personen selbst 2 Wochen komplett ohne Training nicht dazu führen, dass Muskelmasse oder Kraft abgebaut wird (Hwang et al. 2017). Getestet wurden die Kraftwerte an der Beinpresse. Die kamen nach den 2 Wochen ohne Training aber auch nicht stärker zurück – jedoch ist das nicht unser Hauptanliegen, die haben ja auch nicht „geübt“.

„Danach“ wieder besser aufbauen zu können, alle Systeme regenerieren zu lassen, kleinere Wehwehchen abheilen zu lassen und vielleicht in der „Pausezeit“ andere Dinge wie Alltag, Job, Familie zu regeln, ohne dass du an Kraft- und Muskelmasse verlierst – das finde ich persönlich sehr attraktiv und ist eine ziemlich nette Arbeitshypothese, oder?

Aber ist das auch Realität? In diesem Zusammenhang gab es zwei Untersuchungen von Ogasawara und Kollegen (Ogasawara et al. 2011, Ogasawara et al. 2013), wo gezeigt wurde, dass nach 15 bzw. 24 Wochen die Muskelzuwächse nahezu gleich ausfallen – ob du jetzt die 15 oder 24 Wochen am Stück trainierst oder ob du hier und da mal 1, 2 oder gar 3 Wochen gar nicht trainierst!

Die eine Untersuchung ging so: Gruppe 1 trainierte die 24 Wochen am Stück. Gruppe 2 trainierte 6 Wochen und machte danach 3 Wochen nichts, dann wieder 6 Wochen, dann wieder 3 Wochen nichts, und dann trainierte sie nochmal 6 Wochen. Also Gruppe 2 trainierte in den 24 Wochen ganze 6 Wochen (!) weniger als Gruppe 1, baute aber nicht mehr oder weniger Muskulatur auf als Gruppe 1, welche 24 Wochen am Stück trainierte! Okay, kannst du sagen, die Pause hat nicht dazu geführt, dass mehr Muskulatur aufgebaut wurde, das wird nämlich immer gerne erzählt – das ist natürlich auch ein berechtigter Einwand. ABER AUCH NICHT WENIGER! Es wurde aber gezeigt, dass du mit deutlich weniger Aufwand exakt das Gleiche erreichen kannst, und eine Pause hat wahrscheinlich neben ein paar zeitlichen Vorteilen, auch weitere positive Effekte auf unseren Körper. Kennst du nicht diese Motivation, diesen Tatendrang, diesen guten Schlaf und das Energiegefühl, wenn du mal, warum auch immer, eine Zeit lang weniger trainiert hast?

Deloads: Weniger ist nicht mehr, aber auch nicht weniger…

Richtig spannend: In einer aktuellen Untersuchung haben Coleman und Kollegen (2023) getestet, was passiert, wenn man mal ganz bewusst eine Woche pausiert. Die Studie lief so: Zwei Gruppen trainierten insgesamt 8 Wochen. Gruppe 1 trainierte 3 Wochen voll durch, machte dann eine komplette Woche Pause (kein Training!), trainierte nochmal 3 Wochen und legte dann wieder eine Woche Pause ein. Gruppe 2 zog die 8 Wochen einfach durch, ohne Pause.

Und was kam raus? Beide Gruppen bauten gleich viel Muskelmasse auf! Die kontinuierlich trainierende Gruppe hatte in einem Krafttest (isometrische Beinpresskraft) minimale Vorteile – aber sonst? Keine Unterschiede bei Power, Ausdauer oder Muskelaufbau.

Heißt für die Praxis: Eine kurze Trainingspause, gezielt eingebaut, bremst dich nicht aus, sondern kann dich sogar davor schützen, dich langfristig zu überlasten. Oder so. Gerade in intensiven Trainingsphasen kann das Gold wert sein. Du verlierst nichts – aber du gibst deinem System mal kurz Luft zum Atmen. Genau das, was wir eigentlich alle ab und zu brauchen (Coleman et al. 2023).

Also: 2 Wochen nicht zu trainieren führt zwar nicht zwangsläufig zu einem starken Leistungsanstieg, aber auch nicht zu einem dramatischen Leistungsverlust. Nach einer Pause baut man kurzfristig besser auf und das kann man strategisch nutzen, indem man nicht vollständig pausiert, sondern bestimmte Fähigkeiten nur erhält oder sich zeitweise auf andere Kapazitäten konzentriert.

Weniger ist oft mehr. Und oft ist oft zu oft!

In einer Zeit mit deutlich weniger Training erhöhen sich in der Regel die Testosteronwerte, die Wachstumshormonwerte, und das Testosteron-zu-Cortisol-Verhältnis verbessert sich – heißt, dass der Cortisolspiegel sinkt bei steigendem Testosteron. Auch reduziert sich die Creatin-Kinase; diese ist in der Regel ein Marker für Muskelschaden im Blut. Die Creatin-Kinase ist beispielsweise die ersten 2–3 Tage nach dem Training deutlich erhöht und führt bei deinem Doc des Vertrauens oft zu einer gewissen Panik, da dieser Wert auch bei einem Herzmuskelschaden ansteigen kann.

Dieses anabole Umfeld, so schön sich das anhört, scheint allein aber nicht ausschlaggebend zu sein – fehlt der Trainingsreiz, kommt es nicht zu Muskel- oder Kraftzuwachs (Hortobagyi et al. 1993). Jedoch heißt es ja nicht, dass du nach der Pause nicht wieder anfangen könntest zu trainieren, um das anabole Umfeld zu nutzen. Andere Daten zeigen jedoch auch mal Leistungszuwächse durch eine Pause. Beispielsweise war die Sprintleistung bei Fußballern nach einer Woche Pause in der 5–10 m-Strecke erhöht – also sie werden explosiver, verlieren gleichzeitig aber etwas an ihrer Sprintausdauer (CH 2016).

Deload statt Verletzungen?

Wenn Müdigkeit über mehrere Trainingseinheiten akkumuliert, steigt statistisch gesehen auch die Chance auf Verletzungen. Logisch: Wenn du müde, schlecht erholt, unkonzentriert und körperlich platt bist, bewegst du dich meistens nicht mehr so sauber, kompensierst mehr und triffst schlechtere Entscheidungen. Um deine Leistungsbereitschaft in der Praxis besser einzuschätzen, kann die Arbeit mit der RPE-Skala hilfreich sein. RPE steht für Rate of Perceived Exertion, also die subjektiv wahrgenommene Anstrengung.

Praktisch heißt das: Vor jedem Training bewertest du kurz dein Wohlbefinden, dein Energielevel und deine Motivation. Nicht stundenlang meditieren und dein inneres Krafttier befragen, sondern einfach ehrlich einordnen:

  • Wie erholt fühle ich mich heute?
  • Wie schwer fühlt sich mein Körper an?
  • Wie motiviert bin ich?
  • Wie hoch ist die gefühlte Anstrengung schon vor dem ersten Arbeitssatz?

Die Verwendung der RPE-Skala zur Bewertung der Leistungsbereitschaft kann Untersuchungen zufolge tatsächlich bei der Verletzungsprävention helfen (Garcia et al. 2022, Murillo et al. 2017). Denn der Grad der Ermüdung vor oder während der Aktivität – also die Höhe des angegebenen RPE-Werts – korreliert mit dem Auftreten von Verletzungen. Wenn du beispielsweise schon vor Trainingsbeginn eine RPE von 6 oder mehr angibst, ohne erkennbaren Grund und ohne dass es geplant war, dann ist das ein Warnsignal für schlechte Erholung.

Einmal ist keinmal.

Aber wenn solche Warnsignale häufiger auftreten, steigt auch das Risiko, dass irgendwann etwas zwickt, zieht, reißt oder sich zumindest beleidigt meldet.

Ist die RPE-Skala ein perfektes Tool? Nein. Aber sie ist simpel, schnell und in der Praxis ziemlich brauchbar. Und ganz ehrlich: Besser, als jedes Mal blind ins Training zu ballern und sich dann zu wundern, warum die Schulter, die Patellasehne oder der untere Rücken irgendwann keinen Bock mehr auf dein Ego hat. Denn EIGENTLICH sagt dir dein Körper schon vorher, dass du heute eine Pause oder leichteres Training braucht, oder? Oder.

In der Praxis – da spreche ich mal als Physiotherapeut – kannst du eine Sehnenproblematik natürlich mit Trainingstherapie, vor allem Heavy Slow Resistance Training, bearbeiten. Aber manchmal, und nicht nur manchmal, sondern oft (!), verschwinden Sehnenprobleme auch, wenn du einfach mal eine Zeit lang deutlich leichter und mit weniger Volumen trainierst.

Das wird ja auch in der Physiotherapie eingesetzt: Du machst einen Rückschritt und baust langsam wieder auf. Genau das passiert auch im Deload: Du machst bewusst einen Rückschritt, gibst dem Gewebe Zeit zur Adaption und baust dann wieder weiter aus.

Ein Deload könnte zum Beispiel sein, dass du das Volumen halbierst – also halbe Satzzahl, weniger Wiederholungen und 5–10 % weniger Intensität. Etwas weniger, um ein neues Fundament zu bauen, von dem du im nächsten Zyklus aus voll erholt und ohne Schmerzen wieder weitermachen kannst.

Glaub mir auch hier – da spreche ich als Leistungssportler, der seit 25 Jahren am Eisen ist, sprintet, springt und Handstände macht: Mal 1–3 Wochen deutlich leichter zu trainieren fühlt sich SUPER an. Dein Körper findet das gut. Deine Psyche auch.

Wenn du dann zurück zum schweren Training kommst, sind die ersten Einheiten manchmal etwas „schwerfälliger“ – weil schwerste Maximalgewichte eben auch eine gewisse Übung benötigen. Aber nach 3–5 Trainingseinheiten fallen die neuen PRs. Das ist fast immer so. Und bei fast jedem.

In den meisten Fällen soll Deload-Training angesammelte Ermüdung reduzieren und die Anpassung an kommende Trainingszyklen erleichtern.

Also Deloads oder Pause im Kraftsport?

Eine Pause ist sinnvoll, so oder so – die hat zu viele Vorteile bei fast nicht vorhandenen Nachteilen. Diese Pause sollte aber nicht zu lange dauern! Meiner Meinung nach sind 5–14 Tage das höchste der Gefühle. In der Regel 3–5 Tage „nichts“ alle 3–5 Wochen, und alle 12–16 Wochen eher 7–14 Tage nichts. So hat sich das „für mich und meine Sportler“ bisher bewährt. Also: bessere Leistung, mehr Freizeit und weniger Verletzungen.

Gerne auch mit einem Deload oder einer Tapering-Phase koppeln. Derzeit mache ich quasi alle 2 Wochen eine Tapering-Phase. Ich fand das schlau und werde gerade auch wieder deutlich stärker nach meiner Schulter-Bizeps-Operation. Das Konzept des Taperings zur Verbesserung der Maximalkraft erkläre ich hier genauer.

Also diese ganzen Daten sollten man nicht einfach als Ausrede für Pausen nutzen, sondern die Essenz daraus nutzen! Denn 4 Wochen zu pausieren verbessert nämlich – das wurde ja schon angedeutet – auf keinen Fall die Kraftleistungen oder die Muskelmasse, wer hätte das gedacht. Eine „Taperingphase“ hingegen, in welcher das Volumen reduziert und die Intensität gehalten wird, hat allerdings positive Effekte auf die Kraftentwicklung (Izquierdo et al. 2007). Also mit geringem Volumen, geringerem Zeitaufwand und hoher Intensität zu mehr Kraft? Das zeigen ja auch neuere Untersuchungen von Schoenfeld und Kollegen: Eine Steigerung der Kraft – anders als eine Steigerung der Muskulatur – benötigt kein hohes Volumen.

Auch wenn eine Pause nicht zu lange andauern sollte – denn du kannst dir ja vorstellen, dass du nur durch eine zu lange Pause in eigentlich keiner Disziplin besser wirst, zumindest nicht langfristig – scheint selbst eine 30 Wochen andauernde Pause nicht genug zu sein, um alle positiven Effekte des Muskeltrainings zu verlieren! Die Muskelqualität und die Kraft bleiben dennoch oft über Ausgangsniveau (Ivey et al. 2000). Die durch Training neu gewonnenen Myonuklei (Zellkerne der Muskulatur) und Satellitenzellen bleiben noch lange bestehen – auch ohne Training – und verschwinden nicht, nur weil du mal 1–2 Wochen nicht trainiert hast (Kadi et al. 2004, Bruusgaard et al. 2010), keine Sorge.

Es gibt auch neuere Daten aus dem Jahr 2024-2025 die zeigen, dass man seine Kraft über 30 Wochen erhalten kann, mit nur einem schweren Satz pro Woche oder sogar aufbauen kann, mir 2-4 Sätzen pro Woche (ohne Muskelversagen, aber nahe dran).

Ja, wenn das alles mal nicht dazu anregt, einfach mal weniger zu machen, dann weiß ich auch nicht.

Deload Woche im Krafttraining Weniger ist mehr im Muskelaufbau Krafttraining Plateau

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Praxis der Pausen und Deloads

Wichtiger Insider aus dem Kraftsport zu Deloads: Wenn du einmal übertrieben hast und über längere Zeit zu hart trainiert hast, dann stagnierst du nicht nur. In vielen Fällen fällt deine Kraft sogar ab – und die kommt auch nach einem Deload oder einer Pause oft nicht sofort wieder. Meiner bescheidenen Erfahrung nach – ganz gleich, was die Daten bisher sagen, und es gibt sowieso sehr viele Data-Gaps – empfehle ich regelmäßige Deloads. Vor allem dann, wenn du merkst, dass du 3–4 Einheiten unerwartet miese Leistungen gezeigt hast.

Also wenn du bemerkst, dass eine Einheit, die eigentlich richtig gut sein sollte, nicht gut war, und das dann 3, 4 oder 5 Mal in Folge passiert, dann wird es Zeit, dir eine Pause oder einen Deload für 1–2 Wochen zu gönnen.

Denn je länger du zu tief im Ermüdungsloch sitzt, desto länger dauert es oft, wieder rauszukommen.

Möglichkeiten eines Deloads

  1. Reduzierung der RPE: Sätze werden mit RPE 5–6 statt 8–9 ausgeführt.
  2. Reduktion der Satzzahl: 25–50 % weniger Sätze. Was sich anbietet: Du machst nur die Warm-up-Sets und gehst dann wieder nach Hause.
  3. Reduktion der Trainingsfrequenz: Nach den Trainingseinheiten machst du 1–2 Tage länger Pause als sonst.
  4. Reduzierung der Intensität: Du reduzierst die Trainingsintensität bezogen auf dein 1RM um 5–50 %.
  5. Alle Maßnahmen kombiniert.

Dauer des Deloads: 1–3 Wochen.

Was in der Praxis gut funktioniert

  • 4–5 Tage vollständige Pause.
  • 7 Tage Deload.
  • 7–14 Tage Tapering, bei dem du schrittweise mit sehr wenig Volumen die Intensität wieder steigerst.

Was ich dir also empfehle?

Mach alle 2-4 Wochen eine Tapering-Phase. Beispielsweise so:

50% x 5
60% x 4
70% x 2 x 3
80% x 2 x 2
85% x 2 x 1

Dazu das Sehnenprotokoll aus Boring But Big.

Nur deine 4-8 wichtigsten Übungen so trainieren, alles Optionale raus.

Alle 6-8 Wochen eine kurze Pause und dann eine Deload-Phase, beispielsweise so:

3-5 Tage NICHTS:

Dann:

50% x 2 x 5
60% x 2 x 4

Nur 2 Ganzkörpereinheiten in dieser Woche mit den 4-5 wichtigsten Übungen für dich. Geh dazu Wandern und in die Sauna, schlaf ruhig mal mehr und kümmre dich um Dinge, die die letzten Wochen vielleicht liegen geblieben sind.

Alle 12 bis 20 Wochen mach ruhig mal 5-10 Tage komplett Pause. Danach starte 1-2 Einheiten mit einem Deload, danach 1-2 Einheiten mit einem Taper. Du wirst dich wundern, wie gut dein Training PLÖTZLICH wieder läuft.

POWER TO YOU und mad Gainz wünsch ich dir.

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„Und das als fortgeschrittener Athlet, der schon über 25 Jahre am Eisen ist!“

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Quellen:

Bell L, Strafford BW, Coleman M, Androulakis Korakakis P, Nolan D. Integrating Deloading into Strength and Physique Sports Training Programmes: An International Delphi Consensus Approach. Sports Med Open. 2023 Sep 21;9(1):87. doi: 10.1186/s40798-023-00633-0. PMID: 37730925; PMCID: PMC10511399.

Coleman M, Burke R, Augustin F, Piñero A, Maldonado J, Fisher JP, Israetel M, Androulakis Korakakis P, Swinton P, Oberlin D, Schoenfeld BJ. Gaining more from doing less? The effects of a one-week deload period during supervised resistance training on muscular adaptations. PeerJ. 2024 Jan 22;12:e16777. doi: 10.7717/peerj.16777. PMID: 38274324; PMCID: PMC10809978.

Gu Y, Liu Y, Cheng L. A meta-analysis of the relationship between the RPE and well-being in adolescent athletes: the critical moderating role of well-being dimensions. Front Psychol. 2025 Nov 12;16:1698568. doi: 10.3389/fpsyg.2025.1698568. PMID: 41323910; PMCID: PMC12659709.

Pancar Z, Ilhan MT, Darendeli MK, Karaca B, Ikidag MA, Tasdogan AM, Ulema MS, Alkhamees NH, Al-Mhanna SB, Batrakoulis A. Effects of deload periods in resistance training on muscle hypertrophy and strength endurance in untrained young men using a randomized within subject design. Sci Rep. 2026 Feb 24;16(1):10299. doi: 10.1038/s41598-026-40612-5. PMID: 41730991; PMCID: PMC13031491.

Raya-González J, García-Calvo T, Lobo-Triviño D, Jiménez-Rubio S, Dos Santos Guimarães R, Rubio-Morales A. A session-by-session analysis of psychological and external workload demands prior to muscle-tendon injuries in Brazilian professional soccer players: a pilot study. Phys Sportsmed. 2025 Aug;53(4):275-281. doi: 10.1080/00913847.2025.2452153. Epub 2025 Jan 20. PMID: 39789978.

Rogerson D, Nolan D, Androulakis Korakakis P, Immonen V, Wolf M, Bell L. Deloading Practices in Strength and Physique Sports: A Cross-sectional Survey. Sports Med Open. 2024 Mar 18;10(1):26. doi: 10.1186/s40798-024-00691-y. PMID: 38499934; PMCID: PMC10948666.

unter anderem und viele mehr. Alle Quellen findest du u.a. bei Pudmed!

HINWEIS: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische oder therapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deinen Arzt oder Therapeuten deines Vertrauens.

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